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Bludgeon: World Controlled

Trendreiterei
Wertung: 2.5/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 37:27
Release: 27.05.2006
Label: Magic Circle

Bludgeon aus Chicago (USA) servieren uns heuer ihre zweite akustische Langrille “World Controlled”. Die Zöglinge von Manowar-Frontkopf Joey DeMaio konnten mit ihren Erstlingswerk „Crucify The Priest“ schon einigen Staub im Death/Thrash-Sektor aufwirbeln, was nicht zuletzt auf den Support von Manowar auf ihrer 2002er Tour zurückzuführen ist. Und auch immer dort wo Manowar zum Bangen einluden (Festivals z.B.), waren auch Bludgeon zu finden. Ein Schelm, wer da Vetternwirtschaft vermutet.

Aber sei es drum. Schließlich spricht die Musik noch immer für sich alleine und sollte dieses auch beeindruckend tun. Und das hat sie noch auf dem Erstlingswerk von Bludgeon. Da Gitarrist/Sänger Marc Duca alleine für das Songwriting verantwortlich ist, kann es wohl nicht an den Besetzungswechseln liegen, dass sich die Band jetzt vollkommen anders anhört. Es regiert nicht mehr die oben genannte Death/Thrash-Keule sondern der Hardcore. Jepp, ihr habt richtig gelesen. Das Pressekit zum Album spricht zwar nur von „…Einfließenlassen von Hardcore-Zitaten…“, doch ich nenne das eher Hardcore mit leichten Metal-Zitaten.

Produziert hat die ganze Geschichte wieder einmal der Meister selbst, Joey DeMaio. Und bei den Gitarren hat er noch einen guten Job gemacht. Doch speziell die Base klingt so patschig und ohne Eier, dass es einem richtig graust. Sind das die Folgen von Alterstaubheit, die jeden Musiker irgendwann erfasst? Ist mir wirklich ein Rätsel, dieser Sound. Passend zum Gesamtsound ein staubtrockener Gesang, der über weite Strecken an eine dünne Version von Phil Anselmo zu Pantera-Zeiten erinnert.

Alles das könnte ja noch mit einem zugedrückten Auge durchgehen. Harcore-Einflüsse sind ja im Metal derzeit nichts Besonderes mehr. Wenn aber der ganze Flascheninhalt so abgestanden schmeckt, wie “World Controlled”, dann fühlt sich der geneigte Fan dazu verführt, den flüssigen Getränken ganz zu entsagen. Bis auf ein paar Ausbrüche wird gemäßigtes Hardcore-Tempo gefahren. Das Riffing ist langweilig und besteht zum größten Teil nur aus einfachen Stakkato-Riffs. Also nix gut Metal-Riffing. Dazu der monoton und dynamisch vollkommen uninspirierte Gesang. „Nee nee nee“, sagt der Berliner in solchen Situationen. Noch nicht mal ein anständiges Solo oder mal eine nach vorne peitschende Attacke, die nicht nach ein paar kurzen Takten wieder in das typische Hardcore-Muster fällt.

Dass auf der CD die falsche Titelreihenfolge abgedruckt ist und nur die Presseinfo die Korrekte enthält, ist bei dieser Scheibe noch nicht mal schlimm, da sich eh alles gleich anhört und kein Highlight weit und breit in Sicht ist. Traurig, aber war. Der Vollständigkeit halber wäre noch zu erwähnen, dass auf der CD ein knapp 20minütiges Video über die Produktion des Albums zu bestaunen ist. Naja, macht die Mucke auch nicht interessanter, kann aber für geneigte Hörer durchaus interessant sein.

Was solle ich also als Fazit herniederschreiben, wehrte Damen und Herren? Bludgeon´s „World Controlled“ ist für mich eine der langweiligsten Scheiben, die ich bisher in diesem Jahr in den Fingern hatte. Sätze wie „…sind eine in ihrer Art einzigartige Metal-Formation…“ oder „…wird garantiert für einen bleibenden Eindruck…sorgen…“ (O-Ton Presseinfo zum Album) klingen in meinen Ohren wie ein Witz. Für Leute mit Metal im Blut ist dieses Album nicht zu empfehlen. Für Hardcore-Freaks ist der Output weniger als Stangenware. Die sollten doch lieber zu Sick Of It All und Konsorten greifen. Da steckt auch nach so vielen Bandjahren noch Feuer hinter. Ganz im Gegensatz zum kleinen Flämmchen beim mir vorliegenden Album. Für mich riecht das irgendwie nach Trendreiterei.

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