Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Blowsight: Life & Death

Nur einen Hauch stärker als die letzte EP
Wertung: 6/10
Genre: Modern Metal, Alternative Metal
Spielzeit: 62:49
Release: 26.10.2012
Label: Fastball Music

Blowsight kann man durchaus zu den Bands zählen, die die Gemüter spalten. Allein in der The-Pit.de-Redaktion haben die Schweden es nicht unbedingt immer leicht – „Dystopia Lane“ brachte den Jungs 2010 immerhin acht Zähler ein, die Nachfolge-EP „Shed Evil“ im letzten Jahr ließ die Truppe dann auf gerade mal 5,5 Punkte abstürzen. Mit „Life & Death“ steht jetzt eine neue Full-Length-Scheibe ins Haus und auch hier wird wieder Modern Metal mit Alternative-Einschlag geboten, der, wie wir mittlerweile wissen, durchaus geil ausfallen kann, sich aber auch schon des Öfteren als Griff ins Klo entpuppt hat.

Langrille Nummer drei lässt sich auf den ersten Blick wieder recht leicht einordnen – nämlich genauso schwer wie die vorherigen Platten. Dabei muss man aus der Wertung allerdings den Track „Through These Eyes“ herausnehmen beziehungsweise besonders hervorheben – gemeinsam mit dem schwedischen Rapper (ja, auch sowas soll es in Schweden geben!) Pato Pooh haben Blowsight eine Ballade aufgenommen, zum Gedenken an die Menschen, die dem Amoklauf des Norwegers Breivik zum Opfer fielen. Der gesamte Erlös, den der Titel durch Downloads einbringt, fließt in eine Stiftung für die betreffende Opferhilfe.

Der Rest der Scheibe fällt aber bei Blowsight naturgemäß nicht ganz so nachdenklich aus. Der Opener „It’s Me You’re Looking For“ beispielweise ist trotz des Titels ein ganz ordentlicher Kracher geworden, der ziemlich partytauglich daherkommt. Das muss jetzt nicht jedem gefallen, aber rein qualitativ kann man an dem Stück nichts aussetzen.

Da finden sich auf „Life & Death“ aber leider Gottes noch ganz andere Kaliber: „Hit On The Radio“ sollte man eigentlich schon aufgrund des Titels überspringen, aber als ehrgeiziger Schreiberling tut man sich natürlich auch dieses Stück an – seichte Beats treffen auf wirklich mies gesetzten Gesang und einen süßlichen Elektrotouch mit Pseudo-Gitarren. „Sun Behind The Rain“ fällt dann ein wenig aus dem Rahmen, was vermutlich vor allem daran liegt, dass hier die elektronischen Elemente mal nicht völlig überzogen in den Vordergrund gepumpt werden und die Strophen mit einer schönen, rauchigen Whiskeystimme vorgetragen werden. Guter Song, der sicherlich auch einiges an Livepotenzial birgt.

„This Pain“ ist dann wieder ein recht guter Indikator dafür, wieso ausgerechnet Fans von Bands wie Sonic Syndicate mit Blowsight einiges anfangen können – zu Beginn geht das Stück recht heftig ab, es wird schönes Geschrei geboten, das sich aber recht schnell in etwas gemäßigtere Vocals wandelt. Im Refrain gibt es schließlich wieder klaren Gesang und – man hatte darauf gewartet – Hintergrundgedudel. Schade, dass man einen an sich ganz passablen Track so verhunzen muss.

„We All Fall Down“ setzt dem Ganzen dann mit dissonanten und fehlplatzierten Samples und einer im Refrain schräg verzerrten Stimme die Krone auf. Schnell raus aus der Electro-Pop-Abteilung, vielleicht findet sich auf „Life & Death“ zum guten Schluss ja doch noch was Brauchbares.

So richtig überzeugend fällt aber auch das Albumfinale nicht aus: „Red Riding Blues“ kommt wenigstens noch lustig beschwingt in leichter Rockabilly-Manier daher und kann sogar ein bisschen beeindrucken, bei „Dystopia II“ ärgert man sich dann aber ein bisschen. Sieben Minuten Belanglosigkeit gefolgt von gut zehn Minuten Stille, bis mit „Dirt“ ein Hidden Track folgt, der nicht nur wesentlich härter daherkommt als alles, was Blowsight bisher abgeliefert haben (inklusive Geschrei und rasenden Gitarren), sondern auch noch einen absoluten Anspieltipp abgibt.

Fazit: Im Vergleich zu „Shed Evil“ haben Blowsight zwar einen Schritt nach vorne gemacht, aber richtig große Bewertungssprünge bleiben den Schweden noch verwehrt. Zuviel Elektro-Gedudel, zuviel Popappeal, wo man eigentlich mit ein wenig mehr Gitarre und ein bisschen weniger Kitsch viel mehr herausholen könnte. Damit bleibt „Life & Death“ auf sechs Punkten stehen.

comments powered by Disqus

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Hinzu kommen Borknagar, Wolfheart und Hinayana

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna