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Bloodwritten: Thrashin' Fury

So macht schwarzer Thrash Spaß
Wertung: 7.5/10
Genre: Blackened Thrash Metal
Spielzeit: 40:53
Release: 01.11.2010
Label: Witching Hour Productions

Eigentlich haben die Polen Bloodwritten den Schuss nicht gehört, den die Black Metal-Szene abgab, als sie sich Ende der Neunziger Jahre immer weiter selbst in den Hintern trat – erst da gründete sich das Quintett nämlich. Ein Jahr nach Bandgründung ging das Demo „Demo `98“ über vermutlich nicht gerade viele Ladentheken; somit haben die Mannen um die Gründungsmitglieder Bastard (Gesang) und Thanathos (Gitarre) also schon knappe 13 Jahre Erfahrung auf dem Buckel. Nach insgesamt fünf veröffentlichten Demos, EPs und Alben kommt jetzt mit „Thrashin’ Fury“ der Nachfolger des 2008er Zungenbrecher-Studioalbums „Iniquity Intensity Insanity“ – und passender könnte der Titel kaum gewählt sein: Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch und schwarz bepinseltem Thrash im Herzen zerschrubben die fünf Polen ihre Instrumente auf höchstem Niveau – inklusive Stimmbandvergewaltigung von Seiten Bastards.

In zehn Songs verpackt reihen sich thrashige Slayer-Riffs an Immortaleskes Gekeife, alles zusammengehalten von einer dreckigen Produktion, die aber qualitativ dennoch hochwertig durch die Boxen schallt. Man kann sich die Typen geradezu in einem vergammelten Keller vorstellen, wo sie mit selbstgebastelten Armbändern aus rostigen Nädeln und schlecht sitzendem Corpsepaint für ihre Auftritte proben. Irgendwie putzig das Ganze, aber diese Knuffigkeit wird dem geneigten Zuhörer schnell ausgetrieben.

Schon der Opener „Whore“ verspricht einiges: Man startet mit einem Schuss und groovt sich dann wenig charmant, aber effektiv durch dreieinhalb Minuten Thrash-Gewitter. Bastard keift derartig böse, dass einem ganz anders wird und hier zeigt sich wieder der Vorteil, wenn der Sänger nicht auch gleichzeitig der Gitarrist ist – er kann sich einfach viel besser auf den fachgerechten Einsatz seiner Stimme konzentrieren. Im Refrain wird’s dann mit dem entsprechenden Gitarrenriff nahezu episch und man ertappt sich unweigerlich beim begeisterten Headbangen.

Bloodwritten machen keine Gefangenen und halten sich schon gar nicht mit Nebensächlichkeiten wie Verschnaufpausen auf. Schlag auf Schlag geht’s weiter, das anfangs etwas schwerfällige „Zombie Survival“ mit seiner einprägsamen Lead-Gitarre entwickelt sich zu einem rasenden Thrash-Zug, bevor sich der Titeltrack nahezu nahtlos anschließt. Da schlackern einem die Ohren, mehr kann man dazu kaum sagen.

Natürlich ist das so nicht ganz richtig. Spätestens bei „Radiation“ muss man einfach erwähnen, wie schön dreckig der Song nach vorne prescht. Bastard hat hörbar Spaß daran, die ganze Welt zusammenzubrüllen und das ist genau das, was die Platte ausmacht – nicht der übermäßige Einfallsreichtum (obwohl Bloodwritten im Vergleich tatsächlich verhältnismäßig innovativ zu Werke gehen), sondern der spürbare Spaß, seine Wutbrocken unters Volk zu kotzen.

Nach den eher ruhigen Feiertagen ist es eine wahre Freude, Songs wie „Return To Tortuga Bay“ oder dem knallenden „Bestial Desolation“ zu lauschen und sich verdammtnochmal zu fragen, wieso man diese Band nicht schon früher entdeckt hat. Hier wird Blackened Thrash noch so gespielt, wie die Gründerväter ihn schon mochten: düster, morbide, rotzig. Dennoch klingt kein einziger Song gezwungen Old School oder gar unprofessionell. Wenn man jetzt noch einen Tick knackiger aus den Boxen kommt, steht dem Eintritt in die Blackend Thrash-Hall Of Fame nichts mehr im Wege.

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