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Bloodred: The Raven's Shadow

Never change a winning team
Wertung: 8/10
Genre: Blackened Death Metal
Spielzeit: 49:54
Release: 25.09.2020
Label: Massacre Records

Eine gesunde Skepsis ist immer angebracht, wenn man von Ein-Mann-Combos liest. Wobei die Bezeichnung im Falle von Bloodred so gar nicht stimmt, denn obwohl Ron Merz ein Multitalent zu sein scheint, hat er den Posten der Studiodrums doch an den Kollegen Joris Nijenhuis vergeben, der auch bei Atrocity und Leaves' Eyes in Lohn und Brot steht. Prominente Unterstützung also vom ersten Tag an, denn der Holländer war schon auf dem Bloodred-Debüt mit von der Partie. Der Zweitling der Blackened-Death-Zwei-Mann-Show mit dem mystischen Namen „The Raven‘s Shadow“ (was erschreckend nah am Goth-Bereich angesiedelt zu sein scheint) ist bereits zu Herbstbeginn via Massacre Records erschienen.

Beim Prädikat Blackened Death erwartet man natürlich einen krispen, fast sterilen und vor allem transparenten Sound, für den sich erneut Atrocity- und ebenfalls Leaves‘ Eyes-Cheffe Alexander Krull zu verantworten hat. Da kann man schon beim Opener und Titeltrack nicht meckern, im Gegenteil, alle Soundfragmente kommen äußerst ausgewogen aus den Boxen und der Song stürmt unnachgiebig nach vorne – den ruhigeren, fast jazzigen Instrumentalpart hätte man sich gut sparen können, viel zu mächtig und hasserfüllt pumpt der Track durch die Synapsen, als dass man hier auch nur ans Bremsen denken möchte.

Rollende Doublebass und flirrende Gitarren bestimmen dann das eindringliche „Hör Den Tod“, der hochsuizidale Text („Ich starre in den Abgrund/Nur ein Schritt in die Dunkelheit“) tut dann sein Übrigens, um den Song zu einem der Highlights der Platte zu machen, zumal hier ein Thema aufgegriffen wird, das zumindest im Black Metal eher unterrepräsentiert scheint. „Raise The Mound“ bildet dann eine etwas gewöhnungsbedürftige Kombination aus Schwarzmetall, todbringendem Doublebassgewitter und old schoolig anmutenden Death-Metal-Parts, die zwar ziemlich lässig daherkommen, aber sich nur schwer in den Song einfügen.

Die beste Figur machen Bloodred zweifelsohne, wenn sie ordentlich das Gaspedal durchdrücken: Da vermag einen „Shadow Warrior“ im ersten Durchlauf schon gehörig durchzurütteln, auch wenn der Titel etwas kitschig daherkommen mag; dafür entschädigen dann die flotten Drums und das deftige Geschrei des Fronters. Überhaupt macht der Mann stimmlich eine mehr als befriedigende Figur, vermag zum Teil sogar die Instrumentalfraktion an die Wand zu schreien und bettet den Gesang doch immer passend ins Soundgerüst ein. Da gilt der Dank dann auch mal der tighten Produktion, die dafür sorgt, dass man sich so richtig schön genussvoll zurücklehnen kann.

„Under This Sun“ zeigt gegen Ende nochmals die deutlich verfrickeltere Seite der Truppe, wird hier doch mit ausufernden Gitarrenmelodien gearbeitet, die sich überraschend gut in die Soundwand integrieren lassen und den eigentlich recht deftigen Song ein wenig auflockern ohne das Tempo allzu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen.

Ron Merz scheint mit der Weiterführung der Teamarbeit mit den beiden Leaves‘ Eyes-Musikern genau das richtige Händchen bewiesen zu haben, kommt „The Raven‘s Shadow“ doch als ordentlich ballerndes Gesamtpaket daher, das mehr zu bieten hat als nur stumpfes Drauflosgeballer, sondern im Gegenteil sogar recht melancholische Instrumentalpassagen beinhaltet („The North Star Whispers (To The Blacksmith‘s Son)“). Hier liegt ein Album vor, dem man sich auch gerne mehrere Durchläufe gönnen darf, ohne dass Langeweile droht.

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