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Bloodline Severed: Visions Revealed

Interessanter Genre-Cocktail
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 51:06
Release: 28.04.2009
Label: Bombworks Records

Bands wie Heaven Shall Burn und Maroon schaffen es nun schon seit geraumer Zeit, Musikrichtungen wie Black Metal oder Melodic Death Metal mit Metalcore zu verbinden und so Anhänger aus allen dieser Lager für sich zu gewinnen. Dies könnte ebenfalls Bloodline Severed gelingen, die gleich alle drei genannten Genres miteinander verknüpfen.

Insgesamt kommt die Band wohl dem Melodic Death Metal am nächsten, doch insbesondere bei den Vocals lässt sich ein starker Black Metal-Einfluss feststellen und die Songstrukturen sind oft an den Metalcore angelehnt. Hierbei offenbart sich allerdings auch die größte Schwäche der Band, denn das ständige Festhalten am selben Songaufbau wird dem Album auf Dauer zum Verhängnis. So ist beispielsweise auf dem Album nicht ein einziger Refrain ohne cleanen Gesang zu finden, was über die ganze Länge der CD erstreckt ziemlich aufgesetzt wirkt. Die Stimme des Sängers ist zwar nicht gerade unangenehm, kommt aber nur selten wirklich zur Geltung, denn viele der Refrains wirken eher uninspiriert.

Bei dem extremen Gesang, der deutlich zielsicherer als der Klargesang eingesetzt wird, überzeugt die Band jedoch auf ganzer Linie: Hier wird von tiefen Growls, über typisches Hardcore-Gebrüll bis hin zu Black-Metal-Kreischern alles geboten, und das auch noch sehr kraftvoll. An den Instrumenten wird ebenfalls technisch hervorragend gearbeitet, so dass man sich deutlich von der Masse an Metalcore-Bands abheben kann.

Mit dem Intro „Into The Beginning“ gelingt Bloodline Severed schonmal ein ungewöhnlicher Anfang, denn das atmosphärische Stück besteht aus sanften Frauenstimmen und durchdringendem Geflüster, zusätzlich hört man im Hintergrund einige Schreie. Der folgende Track „Reborn“ macht dann ebenso überraschend weiter, denn am Anfang gibt es tatsächlich Black Metal-Material zu hören, Blastbeat und heftige Kreisch-Vocals inklusive. Erst beim Refrain wird das Tempo gebremst und der Klargesang setzt ein, doch ein wirklicher Ohrwurm ist dieses Stück nicht. Immerhin gibt es noch ein sehr überzeugendes Gitarrensolo zu hören – ein gelungener Song, der auf einiges hoffen lässt.

Das nächste Stück „A Vision Revealed“ setzt dann mehr auf Death Metal, wobei beispielsweise „Inception Of Percpicacity“ ein deutlich vom Metalcore beeinflusster Song ist, deswegen aber nicht schlechter als der vorher genannte Track abschneidet. Mit „Coalition“ zeigt sich dann endlich mal ein Song, der neben den Black Metal-lastigen Strophen auch mit einem guten Refrain glänzt, denn hier sind die cleanen Parts gut positioniert. Ganz anders ist das jedoch bei „Internal Battles With Eternal Consequences“, denn hier zerstört der gesichtslose Chorus das eigentlich episch anmutende Stück.

Zum Ende hin drehen Bloodline Severed jedoch noch einmal richtig auf, denn die beiden Melodic Death Metal-Kracher „Solemn Goodbye“ und „Fear Of Reality“ überzeugen mit rau gesungenen Refrains und der zuletzt genannte Track sogar mit einigen weiblichen Vocals. Zum Abschluss wagt die Band mit „Once Empty“ dann noch ein kleines Experiment, denn das Stück fängt akustisch und mit weiblich-männlichem Wechselgesang an, bevor es zum Schluss noch ein paar Growls zu hören gibt.

Textlich beschäftigt sich die Band ausschließlich mit dem Christentum – das muss ja nichts Schlechtes heißen, denn das Thema kann ja durchaus interessant behandelt werden, doch Bloodline Severed tun dies leider auf eine Weise, die eher an Predigt als an eine Auseinandersetzung mit dem Thema erinnert. In jedem Song kommen die Wörter „Faith“ und „God“ gefühlte hundert Mal vor und jedes Mal findet sich das lyrische Ich in völliger Verzweiflung wieder, bevor es vollkommen überraschend von Gott errettet wird – hier wäre etwas mehr Einfallsreichtum wünschenswert gewesen.

Im Endeffekt ist Bloodline Severed aber eine vielversprechende Band, die gerade durch ihre Black- und Death-Metal-Einflüsse punkten kann. Wenn an den Texten noch etwas geschraubt wird und man sich ein wenig vom Metalcore-Schema löst, ist beim nächsten Mal sicherlich eine höhere Wertung drin, denn das Potential dazu ist da.

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