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Bloodbound: Tabula Rasa

Nicht gerade origineller, aber gut gemachter, solider Power Metal
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Power Metal / Heavy Metal
Spielzeit: 40:54
Release: 24.04.2009
Label: Blistering Records / Edel

Das schwedische Sextett Bloodbound gründete sich im Sommer 2004 und legt mit „Tabula Rasa“ bereits sein drittes Album vor, nachdem im Jahr 2006 das Debüt „Nosferatu“ erschien, dem ein Jahr später mit „Book Of The Dead“ der zweite Streich folgte. Mir fehlen zwar die Vergleichsmöglichkeiten, da ich die ersten beiden Werke (noch) nicht gehört habe, doch die Tatsache, dass die Band bereits mit solch illustren Namen wie Arch Enemy, Evergrey, Dark Tranquillity, Pretty Maids und Sabaton auf Tour war, spricht für sich. Und Hammerfall-Frontmann Joacim Cans ging in den Lobeshymnen über seine Landsleute sogar so weit, dass er meinte, falls sich Hammerfall jemals auflösen sollten, wäre Bloodbound die Band, bei der er am liebsten singen würde.

In der Tat verstehen die Schweden ihr Handwerk. Hier wird solider, glasklar produzierter und technisch astreiner Power Metal geboten, der mit melodischen, hymnischen Refrains, knackigen Riffs und filigranen Soli aufwartet. Hinzu gesellt sich mit Urban Breed ein exzellenter Sänger, dessen Stimme einerseits in den hohen Passagen glockenhell erklingt, der allerdings ebenso in der Lage ist, sein Gesangsorgan in etwas tiefer gelegten Sequenzen etwas rauer klingen zu lassen. Nicht selten erinnert er tatsächlich an Joacim Cans, wie auch die ganze Gruppe durchaus Reminiszenzen an Hammerfall erweckt, wobei sie insgesamt schon mit etwas mehr Wums und deutlich weniger Kitsch zu Werke geht.

Stücke wie der gut rockende Opener „Sweet Dreams Of Madness“, das sich anschließende „Dominion 5“ oder „Tabula Rasa Part 2 (Nothing At All)“ treten jedenfalls mächtig Arsch, besitzen dennoch einen gewissen, allerdings keinesfalls übertriebenen Bombastfaktor, insbesondere in den häufig mit Backgroundgesang versehenen Refrains. Auf der anderen Seite stehen mit „Take One“, dem Titelsong oder „Plague Doctor“ etwas melodischere Tracks zu Buche, die streckenweise an Helloween, Masterplan oder Dream Evil erinnern, sowie mit „Night Touches You“ eine wirklich tolle Ballade, die ohne kitschige Schlagermomente wie bei so manchen Genrekollegen auskommt, sondern einfach wunderbar melancholisch klingt und trotz bedächtigerer Stimmung immer noch harte Gitarren bietet.

Für die nötige Abwechslung ist also definitiv gesorgt, was „Tabula Rasa“ zum Pflichtprogramm eines jeden Power-/Heavy-Metal-Jüngers macht. Neben der tollen Gesangsleistung von Urban Breed verdient vor allem auch die Gitarrenarbeit der Brüder Tomas und Henrik Olsson besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur die Soli haben es in sich, auch die sorgsam arrangierten, harmonischen, Maiden-artigen Melodielinien, welche vor allem bei „Master Of My Dreams“ oder „Twisted Kind Of Fate“ auftauchen, sind mehr als hörenswert.

Es fehlt zwar ein über allem thronender, herausstechender Hit, der dafür hätte sorgen können, dass sich die Gruppe ein wenig von der Konkurrenz abzuheben in der Lage wäre (dann hätte ich wohl außerdem noch einen halben Punkt mehr gegeben), aber gut gemacht ist das Ganze ohne Zweifel. Da interessiert es auch nicht, dass das, was Bloodbound fabrizieren, sicherlich nicht gerade superoriginell ist – für eine 7,5 reicht es allemal.

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