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Blood Stain Child: Mozaiq

Überzogen und überladen
Wertung: 2/10
Genre: Trance Melodic Death Metal
Spielzeit: 46:4
Release: 20.07.2007
Label: Dockyard1

„Alles so schön bunt hier“ – so heißt es in der Presse-Info. Ein Blick auf das Bandportrait zeigt die Bandmitglieder in sechs verschiedene Charaktere aufgeteilt, vom Neo-Punk bis zum metrosexuellen Mensch ist alles dabei. Und mein Gott, ich bin nun wirklich keine Metal-Fanatikerin, die mit Schubladendenken durch die Weltgeschichte läuft und die auch mal Synthie-dominierte Klänge gern mag, aber „Mozaiq“ zehrt erstens sehr an meiner Toleranzgrenze und zweitens ist meine Geduld spätestens dann erschöpft, wenn man sich eher auf einer Trance Techno-Party zu befinden schient, als dass man einer Melodic Death Metal (!) -Scheibe lauscht. Und warum müssen sich Japaner neben der übertriebenen Außendarstellung immer gleich „4 Strings Satanic Pulse & Infernal Vox“ nennen, wenn sie Bassist sind und auch noch am Micro stehen. Was soll das?

Die Songs klingen mit mächtig Melodic Death Metal, noch dazu verzerrten weiblichen Vocals und gerade von der Love Parade zu kommen scheinenden Synthiesalven und tonnenweise Loops dermaßen überladen, dass man gar nicht weiß, worauf man sich konzentrieren soll. Die Japaner sind unüberhörbar große Fans der großen In Flames und Dark Tranquillity. Was die aber aus der Mucke ihrer Idole aus Skandinavien machen, ist fast schon … ich will mal sagen: Sehr speziell. Ließe man nämlich das ganze Techno-Zeugs weg, wären BLS nichts weiter als eine von vielen Bands im Fahrwasser der großen Melodic Death Metalbands. Die dargebotenen Soli klingen fast schon hektisch und werden dann zu allem Übel auch noch von Synthieklängen begleitet, die die Mucke eher zu einer härteren Ausgabe von Techno Trance machen.

Hier auf einzelne Songs einzugehen, ist vergebene Liebesmüh´, denn der Grundtenor aller Stücke ist der gleiche: Techno meets In Flames / Dark Tranquillity / Soilwork. Nervt tierisch und ich habe an dieser Stelle auch nicht den Nerv, jeden einzelnen technolastigen Song des Albums auseinander zu nehmen. Soviel sei allerdings gesagt: Growls geben sich die Klinke in die Hand mit cleanen Vocals, Gitarrensoli gehen bis zum Erbrechen Hand in Hand mit Synthie-Gedudel und das alles wird gepriesen als Musik des 21. Jahrhunderts. Na, dann Prost Mahlzeit!

In „Innocence“ gibt es dann auch noch liebliche weibliche Vocals neben den Growls á la Alexi Laiho. Den Vogel schießen „Peacemaker“ und „Neo-Gothic-Romance“ ab – ist das jetzt Scooter mit E-Gitarren? So was gehört in die Discotheken, zu Stroboskop-Licht und diesen Parties, wo alle nur in Weiß rumlaufen dürfen, aber hat DAS noch etwas mit Metal zu tun?

Mein Kopf bewegt sich, allerdings nicht zum Headbangen, sondern zum verständnislosen Kopfschütteln, und zwar deshalb, weil ich dieses aussagearme, wenn nicht –freie Dahergeloope und das hemmungslose Mixen zweier völlig entgegengesetzter Musikrichtungen nicht mag. Dieses in allen Dingen einfach nur Überzogene geht mir ehrlich gesagt tierisch auf die Nerven.

Auch nach dem übelst mit Techno-Gesplatter zerfressenen „Cosmic Highway“ bleibe ich bei meiner Meinung: Diese Musik gibt mir nicht im Entferntesten das, was bei „richtiger“ Metalmusik an den Hörer vermittelt wird. Ja, man könnte „Mozaiq“ auch fast als seelenlos bezeichnen. Dem Hörer wird unmissverständlich vermittelt, dass die Musiker zum einen Techno mögen und zum anderen Göteborg-Melodien und dies haben die Japaner dann in einen Topf geworfen und „Mozaiq“ ist dann das Ergebnis.

Da kann auch ein Mastermind wie Tue Madsen nichts mehr machen. Wobei der seinen Job wie gewohnt sehr gut gemacht hat. Auch Tue kann nur damit arbeiten, was er vorgesetzt bekommt bzw. was die Bands wollen.

Fazit: Alles zu wollen ist vielleicht keine falsche Einstellung, aber gerade das ist andererseits bei manchen Dingen auch zu oft zu viel des Guten. Aussagelos, überambitioniert und nervtötend und nicht zuletzt deswegen voll am Ziel vorbei. Da bleibe ich aber mal viel lieber bei dem traditionellen Melodic Death Metal. Auf keinen Fall solltet ihr einen Blindkauf tätigen! Hört erst in diese Scheibe rein, bevor ihr euch später wegen der doch recht krassen Mixerei ärgert.

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