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Blood Of Seklusion: Servants Of Chaos

Grundsolide Elchmusik
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 40:28
Release: 11.08.2017
Label: FDA Records

Gibt es einen Grund, warum klassischer schwedischer Death Metal eigentlich nicht auch mal aus Italien kommen sollte? Richtig, gibt’s nicht. Mit „Servants Of Chaos“ hätten wir auch gleich ein handfestes Beispiel dafür, dass so etwas geht. Die vier Herren von Blood Of Seklusion kommen zum einen aus Italien und spielen zum anderen ja mal sowas von klassischen schwedischen Death Metal, dass man meint, die Elche röhren zu hören. Womit die Mannschaft genretechnisch schon mal klar eingeordnet wäre.

Mit der Veröffentlichung eines Albums dieser Spielart sind die Herren aktuell jedoch nicht unbedingt alleine, denn es tummeln sich doch so einige Kapellen in dem Bereich. Es freut natürlich, dass der Nachwuchs nicht ausbleibt und man eine Fülle an Optionen hat, um die heimische Anlage zu strapazieren. Für die mehr oder weniger jungen Bands stellt dies allerdings eine Herausforderung dar, insofern sie das Ziel haben, längerfristig aus der großen Masse herauszuragen. Denn nicht nur aus dem Haus FDA-Records, zu welchem auch Blood Of Seklusion gehören, sind einige Hochkaräter auf dem Markt, welche die Messlatte recht hoch hängen. Man muss also schon etwas bieten...

Das Zweitwerk der Italiener beginnt mit einem rauschenden Intro, bedeutungsschweren Drums und Gitarren, erst nach zwei Minuten rumpelt es so richtig los… oder auch nicht, denn der Opener, „The Desert Of Lost Soul“, überzeugt einfach nicht. Es wirkt so, als ob der eigentliche Song mehrfach durch unnötige Pausen immer wieder ausgebremst wird. Bestimmt hat man sich etwas dabei gedacht... nur was? Die Eröffnung ist also, vorsichtig ausgedrückt, eher Geschmacksache.

Das folgende „Theatre Of Madness“ gleicht den eher schwachen Einstieg wieder aus. Schwedischer Death Metal, wie man ihn sich vorstellt: Melodie und Groove mit gelegentlichen Blastbeats und fiesen Growls gepaart. Erinnerungen an Grave, Dismember und Entombed werden geweckt, so soll es sein. In diesem Sinne wird das Album fortgesetzt, keine großartigen Überraschungen, einige Songs überzeugen mehr als andere, aber es gibt auch keine Totalausfälle mehr. Insofern also eine grundsolide Angelegenheit, wenn man den Eröffnungssong überwunden hat. Viel mehr kann man an dieser Stelle nicht schreiben, Schwedentod hört sich halt an wie Schwedentod. Als Anspieltipps eignen sich neben dem bereits erwähnten „Theatre Of Madness“ noch „Willie Pete“ und das Titelstück.

Um „Servants Of Chaos“ angemessen zu beurteilen, müsste man wissen, welche Intention die Band verfolgt. Geht es darum, aus reiner Lust an der Freude die Mucke zu verbreiten, die man selber am liebsten hört, weil man es halt kann, dann ist dies definitiv gelungen und es liegt ein Top-Album vor.

Haben Blood Of Seklusion jedoch das hohe Ziel, aus der breiten Masse herauszustechen und eventuell über längere Zeit hinweg von sich reden zu machen, wird es eher schwierig. Das oben erteilte „Grundsolide“ wird angesichts der großen Konkurrenz dann höchstwahrscheinlich nicht ausreichen, um sich durchzusetzen. Fazit: Solider Schwedentod, der alle genretypischen Merkmale erfüllt. Mehr ist es dann aber leider auch nicht.

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