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Blood Ceremonies

Wir wühlen im Extreme Metal…
keine Wertung
Genre: Death Metal, Black Metal, Extreme Metal
Spielzeit: 164:00
Release: 28.10.2011
Label: AFM Records

Sampler sind immer so eine Kiste, die eigentlich nur für zweierlei Klientel Sinn macht: für extreme Sammler oder für solche, die sich einen Überblick über ein bestimmtes Genre verschaffen wollen. „Blood Ceremonies“, das bereits im Oktober via AFM Records erschienen ist, bedient da vor allem Fans extremer Musik. Viel Death und Black Metal gibt es auf einer CD und einer DVD zu vermelden, unter anderem haben die Kollegen hier Bands wie MoonsorrowBlut Aus Nord oder die umstrittenen The Devil’s Blood versammelt. Von Old School-Geschredder über melodiöse Einschübe bis zu okkultem, Siebziger-Jahre-lastigem Psychedelic-Black-Metal ist hier so ziemlich alles vertreten, was die Düsterfraktion interessieren könnte – insofern bietet „Blood Ceremonies“ also einen durchaus hörbaren Querschnitt.

Einfach ist eine Bewertung hier insofern schon nicht, da jeder für sich selbst bestimmen muss, wie sinnvoll er oder sie Compilations überhaupt findet. Daher distanzieren wir uns mal von einer Punktebewertung und schauen uns stattdessen die Protagonisten auf der ersten CD an: Los geht der muntere Reigen mit den Altmetallern Morbid Angel und dem mit Doublebass unterlegten „Existo Vulgore“; ein sinnvoller Einstieg, auch wenn es sicherlich bessere Tracks der Combo gibt. Rev 16:8 fährt mit „Agenda“ dann schon die wesentlich finsterere Schiene und liefert gleich mal den ersten Anspieltipp. Schön fieses Geschrei und klöppelnde Drums mutieren da zu einer schwarzmetallischen Suppe, die es zu Recht auf den Sampler geschafft hat.

Wer dann schon viel über The Devil’s Blood gelesen, aber noch nie deren Musik gehört hat, ist dann ob des Beitrags „Christ Or Cocaine“ positiv überrascht. Der Track atmet den Geruch der Siebziger, ohne altbacken rüberzukommen und bringt einen kuschelig-okkulten Unterton mit. Die Truppe steht aber sofort definitiv auf meiner To Hear-Liste ganz oben. Im Folgenden können vor allem die Amis von Nachtmystium mit ihrem ebenfalls psychedelisch angehauchten Black Metal punkten – „Addicts“ kommt mit einem absolut genialen Gitarrenlick daher, das sich schnell und nachhaltig im Hirn festsetzt.

Deicide bieten dann eher wieder Stoff für Fans der alten Schule, bevor die Münsteraner Helrunar mit „Älter als das Kreuz“ endlich mal deutschsprachigen Metal ins Spiel bringen. Schleppend, finster und unheilschwanger walzt der Track sich vorwärts, dann wird ein wenig das Tempo angezogen. Ein bisschen erinnert die Stimme an Eisregen, nur dass man hier den Text besser versteht. Die allseits beliebten und geschätzten Moonsorrow dürfen mit „Unohduksen Lapsi“ dann das Schlusslicht bilden und verbreiten ein wenig finnisches Flair.

Auf Scheibchen Nummer zwei haben die Blood-Menschen einige Videos gepackt, unter anderem „Shatter“ von Triptykon, das zwar musikalisch sehr geil, aber optisch eher simpel gehalten ist. Macht aber nichts, schließlich gibt es nicht schlimmeres als künstlich aufgetunte Metalvideos. Sehr geil natürlich wie immer My Dying Bride, die ihr Video zu „Bring Me Victory“ beisteuern: Hier lohnt sich neben dem akustischen Genuss auch wirklich mal das Anschauen des Videos – ein Umstand, der selten genug ist.

Rev. 16:8 und Carpathian Forest setzen da natürlich eher auf Performancevideos, letztere liefern sogar ein Live-On-Stage-Video zu „Black Shining Leather“. Das Interessanteste an dem Video ist aber leider der sehr dicke und wenig bekleidete Bassist, der sich ab und an über die Bühne schleppt. Die Rumänen Negura Bunget kommen dann mit dem beeindruckenden „Tesarul De Lumini“ ums Eck, bei dem überhaupt erstmal vier Minuten voller spannender Gitarrenmomente vergehen, bevor der Sänger mal loslegt. Ich hatte den Hype um die Truppe ja fein säuberlich ignoriert, nach dem Video scheint es aber doch an der Zeit, mal detaillierter in die Diskografie hineinzuhören.

Zusätzlich hat man drei Audiotracks ans Ende der DVD gepackt – wozu, weiß kein Mensch, aber da sie nun mal da sind, kann man sie sich auch anhören. „Café Of Lost Dreams“ von Todtgelichter kann direkt überzeugen, eine Mischung aus Black Metal und Post-Hardcore wird hier durch die Boxen gejagt, bis die Doublebass eingreift und das Ganze wieder mehr in schwarzmetallische Gefilde zerrt. Hell gehen mit „Blasphemy And The Master“ noch mal sehr gewöhnungsbedürftig zu Werke, sorgen aber zumindest für einen denkwürdigen Abschluss.

Man kann ja von „Blood Ceremonies“ an sich halten was man will, aber hier sind wirklich gute Bands der extremen Genres auf zwei CDs gebannt worden, die sich auch lohnen, öfter gehört zu werden. Sicherlich wird der eine oder andere ein paar Songs finden, die ihn dazu veranlassen, die jeweilige Band genauer unter die Lupe zu nehmen – und genau darum geht es ja hier.

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