Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Blitzkrieg: Theatre of the Damned

Ein Anwärter auf das Heavy Metal-Album des Jahres
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 55:13
Release: 20.08.2007
Label: Armageddon Music Verwaltungsgesellschaft mbH

Da hab ich mich doch dabei erwischt, dass ich ein wenig mit den Augen gerollt habe, als ich das neue Album von Blitzkrieg im Briefkasten hatte. Was zum Henker sollte ich denn zu der Band sagen, fragte ich mich selber. Als die Engländer ihren ersten Output auf die Menschheit losließen, war ich noch nicht mal eingeschult. Sicherlich kenne ich den Namen der Band und ein paar wenige Songs. Doch wohl eher von Metallica´s Coverscheiben. Na ja, was soll ich sagen: Ist halt das Los der Spätgeborenen. Die NWOBHM habe ich nicht miterlebt.

Trotz allem ist mir klar, dass hier eine wirkliche Legende am werkeln ist. Und davor ziehe ich natürlich meinen Hut ganz tief nach unten. Besonders dann, wenn sie ein so bärenstarkes Album abliefern wie das mir vorliegende „Theatre Of The Damned“. Hier klingt nichts altbacken oder angestaubt. Weder von den Songs selber noch soundtechnisch. Sich seiner Wurzeln bewusst sein, diese im Gesamtpaket nicht zu verleugnen und trotzdem ein zeitgemäßes, wenn nicht sogar zeitloses Album zu schreiben…genau diesen Spagat haben Blitzkrieg hinbekommen. Ihr könnt getrost das letzte Manowar-Album bei Ebay einstellen oder an einen ahnungslosen Kumpel verhökern. Blitzkrieg haben hier viele Konkurrenten weit hinter sich gelassen.

Der Titel- und gleichzeitig Eröffnungstrack der Platte vereint alles in sich, was den geneigten Fan die knappe nächste Stunde erwartet: geile Riffs, ausgewogenes Drumming und eine Gesangsleistung, die auch mir als Nicht-unbedingt-Heavy-Metal-Fan ein freudiges Grinsen ins Gesicht zaubert. Absolute Weltklasse, was der Herr Brain Ross hier fabriziert.

Aber jetzt will ich mich mal über die Highlights der Platte hermachen. „Spirit Of A Legend“ ist so ein besagter Kandidat. Hier gibt’s die ultimative Heavy-Keule mit nach vorne bretternden Drums, präzisen Riffs und einer Gesangslinie, die nicht mehr aus dem Kopf herauszubekommen ist. „Into The Light“ wähnt den Hörer anfangs in dem Glauben, eine Ballade vor sich zu haben. Doch im weiteren Verlauf steigert sich das Ganze zu einem exquisiten Midtempostampfer und bremst erst zum Ende hin wieder auf das Anfangsthema ab. Sehr durchdachtes Arrangement und absolut kurzweilig. Dass man sich nicht unbedingt die Finger brechen muss, um effektvolle Riffs zu schreiben, beweißt „Tortured Souls“. Minimalistisch und trotzdem cool, angereichert mit einer außergewöhnlichen Gesangslinie im Strophenteil. Für den absoluten Überhit steht jedoch „Together We Are Strong“. Nach vorne treibendes Midtempo mit phänomenaler Gesang. 1+++.

Die übrigen Songs reihen sich von der Qualität her gleich nach den Genannten ein, ohne sich als irgendwelche Ausfälle zu outen. Einzig der letzte reguläre Track „Night Stalker“ geht mir irgendwie ab. Kann ich nichts mit anfangen.

Als Bonus servieren uns die alten Recken neuaufgenommene Oldies, die da „Armageddon“ (vom Album „A Time Of Changes“ 1985) und „Blitzkrieg“ (Single 1981) heißen. Weiterhin gibt es zwei Videos zu bestaunen („Escape From The Village“ und „I´m Not Insane“). Also reichlich viel Zubehör für den Konsumenten.

Hier also mein offizielles Schlusswort und mein Aufruf an die Heavy-Freaks dort draußen: Sofort die Hose an, Shirt drüber, ab in den nächsten Plattenladen und die neue Blitzkrieg eingesackt. Besseren Heavy Metal habe ich lange nicht gehört. Für mich ein Anwärter auf das Heavy Metal-Album des Jahres. Punkt.

comments powered by Disqus