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Blindead: Autoscopia: Murder In Phazes

Etwas zu sehr in die Länge gezogen
Wertung: 5/10
Genre: Post Metal
Spielzeit: 60:14
Release: 06.10.2008
Label: Foreshadow Music

Post Metal soll es sein, was Blindead zelebrieren. Okay, lassen wir es mal so stehen. Ich würde das Ganze allerdings eher als einen Stilmix aus Industrial, Hardcore und Doom mit einem gewissen Ambiente Black Metal-Flair bezeichnen.

Recht erhaben geht es mit „Phaze I: Enlightment“ los. Mit Keyboardgewummere starten die Polen durch, bevor - recht behutsam für metallische Ohren - die Gitarren erklingen und einige Zeit später Nicks Gesang einsetzt. Die düstere Atmosphäre wird vortrefflich erzeugt. Der bedrückte Gesang zeigt, dass man hier sicher keine Gute Laune-Mucke erwarten darf. Und dann kommt der gefühlsmäßige Ausbruch. Nick schreit sich die Stimmbänder nach außen und die Gitarren ziehen an. Irgendwie cool, aber irgendwie auf die Spielzeit gesehen doch ein wenig zu langatmig. Langsam ziehen nach über fünf Minuten schöne neue Gitarrenlines ein und sorgen für positive Überraschung. 

„Phaze I: Abyss” setzt genau da an, wo der Opener aufgehört hat. Langsame, hasserfüllte Töne quillen aus den Lautsprechermembranen. Man ist darauf bedacht, möglichst lange eingeschlagene Melodien weiterzuführen und nur ab und zu die Melodie oder das Tempo zu wechseln. Ja, irgendwie sind Blindead etwas Besonderes. Ich kann mich nur noch nicht entscheiden, wie positiv ich das Ganze sehen soll, denn es wirkt meist deutlich zu langatmig. Keine Frage, hier sind keine Anfänger an Bord, was nicht nur dadurch klar sein dürfte, dass mit Havoc ein ehemaliges Bandmitglied von Behemoth an der Gitarre sein Unwesen treibt.

Seltsamerweise wird mit dem dritten Song dann erst Phase II eingeleitet. Wäre da nicht die kleine Unterbrechung beim Songwechsel gewesen; es wäre nicht weiter aufgefallen. Der Gesang ist inzwischen derart übersteuert, dass man fast an defekte Lautsprecher denken muss. Dafür, dass mittlerweile 15 Minuten vergangen sind, hat man eigentlich recht wenige Ideen hören können. Und genau das ist das große Manko: Schöne Parts, die richtig atmosphärisch geraten sind, werden bis zum Erbrechen ausgereizt, und sind auch einfach nicht komplex genug um über einen längeren Zeitraum interessant zu wirken. Der grenzenlos übersteuerte Gesang beginnt ziemlich zügig zu nerven und trägt deutlich dazu bei, dass der Stimmungspegel beim Hörer sinkt. 

„Phaze II: Phenomena” beginnt mit wütendem Geschrei um dann in bereits ausgetretenen Pfaden zu versinken. Ab und zu schimmern aber mal gute Gitarren oder Rhythmen hindurch um dann aber wieder in diesem Meer aus anklagenden hasserfüllten Momenten unterzugehen. Ja, es wird etwas besser. Das Ende kurz vor der Zwölf-Minuten-Marke wird dann eher ungewöhnlich, fast ein wenig futuristisch, begangen.

„Phaze III: Blood Bond” donnert dafür wieder wie gewohnt los. Nicks Gesang mutiert wieder in weniger verzerrte Gefilde und es wird melancholischer. Man bemüht sich zwar etwas häufiger, die Melodie zu varieren, aber das gelingt nicht hervorstechend genug.
„Phaze III: A Nice Night For A Walk” wird mittendrin von der Titelunterbrechungspause auseinander gehackt um dann aber ruhiger zu werden und langsam zu beginnen. Scheint mir wie ein Produktionsfehler zu sein. Im Grunde ändert sich aber nichts, auch wenn das Seiteninstrument mal ein wenig mehr die Richtung zu bestimmen vermag. 

Den Abschluss bildet dann wieder einmal auseinandergehackt „Phaze IV“. Ganz nett und mit guten Ansätzen, aber insgesamt einfach zu wenige Ideen in der Spielzeit - das Ganze aber gut kaschiert. Nick flüstert mal und sorgt so für neue Klänge. Nach langen ambienten Melodien wird dann noch einmal richtig losgeprügelt, allerdings ohne größere neue Melodien aufkommen zu lassen. Etwas industrialmäßig um dann wieder in Nicks Schreien und dem monotonen Sound zu versinken. Das Krach-Outro des Songs zeugt dann auch nicht wirklich von Ideenreichtum und wird fast fünf Minuten lang auf den Hörer losgelassen.

Fazit: Ein sehr atmosphärisches Werk, welches aber mit Problem behaftet ist, immer wieder deutlich zu langatmig zu werden. Nur selten kann die Spannung oben gehalten werden. Da hilft auch der gute Sound nichts. Der teilweise zu stark verzerrte Gesang sorgt für weiteren Überdruss. Die Spielzeit um die Hälfte verringert - und das Werk würde deutlich besser wirken. Ansonsten hätte man deutlich herausragendere Melodien hervorbeschwören müssen.

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