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Blind Witness: Nightmare On Providence Street

Knapp an der vollen Punktzahl vorbeigeschrammt
Wertung: 9/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 39:34
Release: 09.03.2010
Label: Mediaskare Records

Das zweite Full Length-Album der Metalcore-Abreißarbeiter Blind Witness ist da – auf „Nightmare On Providence Street“ wurde es getauft und es ist in nahezu allen Kategorien besser geworden als das Erstlingswerk „Silences Are Words“.

Das erste Album litt extrem unter einem miesen und sehr schwachen Sound, doch da zeigt sich das neue Output der Band ganz anders: Aufgenommen und gemastert von Mat Laperle in den Red Dusk Studios in Montreal, präsentieren sich die Songs wuchtig, nicht zu fein geschliffen und dennoch mit einem sauberen Klang. Auch musikalisch hat sich die Band verbessert, der Bass hat eine wichtigere Rolle übernommen und schafft es besser, eine Brücke zwischen der überwiegend sehr aggressiven und antreibenden Rhyhthmusfraktion mit den durchaus auch mal sehr melodischen Aspekten zu schlagen. So geschehen beim ersten Song „All Alone“, der direkt mit heftigen Blasts und Mosh-Parts loslegt, ein riesiges Maß an Aggression und Wut aufbaut, die dann in brachialen Breakdowns ihren Höhepunkt findet, doch schon im nächsten Moment wieder sich neu aufbauend auszubrechen droht. Der wahre Höhepunkt des Songs findet sich dann aber erst im letzten Drittel, als wie aus dem nichts eine melodische Lead-Gitarre explodiert, eine mitreißende Melodie spielt und von den brutalen Vocals vorangetrieben wird.

Nochmal eine Spur brachialer geht man bei dem Titeltrack „Nightmare On Providence Street“ zu Werke, richtige Melodien sucht man hier vergeblich, aber auch wenn die aggressiven Riffs nicht nur auf Tiefe setzen und manchmal in angenehmen Tonfolgen gespielt werden, liegt der Schwerpunkt hier nur auf Wut und Energie. Melodischer ist hingegen der Song „Since The Beginning“ geworden, der nicht diese für Blind Witness markante, klare Hauptmelodie der Lead-Gitarre als Melodie-Instrument nutzt, sondern einfach immer wieder geschickt melodische Aspekte beinhaltet. Zwar klingt dies auch hervorragend, aber die Stärke der Band ist und bleibt diese dominante, herzergreifende Melodie der Lead-Gitarre, die nicht nach einem klassischen Solo klingt, sondern im Kontrast zu den ganzen gewaltigen Riffs und den brutal verzerrten Vocals steht – und bei dem Track „These Coutnless Sleepless Night“ sogar eine nahezu epische Dramatik erreicht, während sie bei dem Song „Baby One More Notch“ auch ohne Epik einen absoluten Höhepunkt und Hörgenuss bildet, der seinesgleichen sucht.

Neben diesen melodischen Perlen hat das Album noch einige aggressivere Bretter zu bieten, die qualitativ von allererster Güte sind, aber nicht mit diesen so einzigartigen Passagen aufwarten können, wie es die melodischen Spitzenwerke vermögen. Ganz aus der Reihe fällt zuletzt der Song „The New Year“, der mit über sechs Minuten der deutlich längste Song des Albums ist, ganz hauchzart dezent eingesetzte klare Vocals in sich vereint und mit epischen, tragenden Passagen einen krönenden Abschluss eines genialen Albums bildet.

Blind Witness haben sich mit diesem Album selbst übertroffen, sie haben hart gearbeitet und einige großartige Songs produziert, die in sämtlichen Belangen überzeugen – Produktion, Aggressivität, Energie und natürlich mitreißende, harmonische Aspekte sind nur die Grundzüge, die dieses Album so wertvoll machen. Wenn sich auf dem nächsten Album noch mehr solcher melodischer, einzigartiger Stücke finden, so sollten locker 10 von 10 Punkten erreichbar sein.

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