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Blind The Eye: The Lion Of Lions

Frostiger Melo-Death aus Portugal
Wertung: 8,5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 44:28
Release: 30.09.2022
Label: El Puerto Records

Bereits im Jahr 2016 gegründet, haben es die Portugiesen Blind The Eye jetzt auch endlich geschafft, ihre erste Full-Length-Scheibe unters Volk zu bringen. Allerdings nicht ohne Hindernisse: Bereits während des Aufnahmeprozesses stieg ausgerechnet Sänger Dário Rosa aus, wurde für die Studiozeit von Moonshades Ricardo Pereira ersetzt, der nun aber kein festes Mitglied werden sollte, sondern jetzt hoffentlich langfristig durch den neuen Fronter Rui Antunes abgelöst werden konnte… Wir sind mal gespannt, wer dann beim nächsten Album tatsächlich den Posten am Mikro innehaben wird. Auf „The Lion Of Lions“ dürfen wir uns aber erst mal an Pereiras Darbietung ergötzen.

Im ersten Durchlauf wird klar: Der Mann ist Gold wert. Die Portugiesen orientieren sich deutlich an den skandinavischen Melo-Death-Truppen der Neuzeit, allen voran den schwedischen The Duskfall, denen vor allem in episch-düsteren Instrumentalpassagen gehuldigt wird. Es wird nicht nur stumpf drauflos geholzt – was die Jungs mit einem Mördersänger wie Pereira ohne Weiteres gekonnt hätten –, sondern der Melodie ausreichend Raum eingeräumt, ohne dass gleich Keyboards ausgepackt werden müssen. Stattdessen schafft es das Gitarrenduo Ramiur Sekh/Ruben Oliveira, sich ohne viel Griffbrettwichserei die vorderste Instrumentalfront zu erobern. Dabei wird auch vor Gitarrensoli nicht Halt gemacht, die im Fall von „Tauroctony“ dann auch schon mal ausufern können, aber einen nicht zu unterschätzenden Kontrast zu den fiesen Death-Metal-Growls des Aushilfs-Fronters abgeben.

Weiterhin darf und sollte man den Herrschaften hoch anrechnen, dass man weit Abstand von Klargesang genommen hat. Dabei hätte man sich schon beim Opener und Titeltrack ausmalen können, wie die deftig-angepissten Growls im Refrain in schnödem Gejaule versinken… Pustekuchen aber, Blind The Eye machen alles richtig und nehmen den Fuß nur instrumental hier und da vom Gas. Sänger Ricardo darf dafür weiterhin Vollgas geben.

Ähnlich flott geht‘s mit „As Vesta‘a Fire“ und der augenscheinlichen Begeisterung der Portugiesen für römische Geschichte weiter – um nichts anderes als ein ewig währendes Feuer handelt es sich und auch die Band selbst klingt, als könnte sie ewig so weitermachen. Da wird ordentlich nach vorne geprescht, wie man es auch von den schwedischen Kollegen kennt und liebt, trotzdem schaffen es Blind The Eye, einen ganz eigenen Melo-Death-Ansatz zu finden. Da muss man auch mal lobend einwerfen, dass es sich hier immerhin erst um das Debüt handelt – stark, was die Musiker hier ausbreiten.

„Crimson Duskfall“ atmet dann beinah schon klassischen Neunziger-Charakter, startet es doch mit einer fast romantischen Akustikgitarre und Sprechgesang, bevor die Aggression umso kraftvoller wieder Einzug halten darf. Damit sticht der Track zwar deutlich aus dem Rest der Platte heraus, zeigt aber gleichzeitig sehr schön auf, wo die Band ihre Wurzeln hat. Richtig biestig wird es dann noch mal beim finalen „The Humiliation Of Charon“, bei dem der Fronter fast schon ins Keifen gerät – unfassbar gute Vocals, die hier präsentiert werden, auch wenn ich mich an dieser Stelle wiederhole.

Debüt hin oder her, die Portugiesen können sich mit einer derartig starken Sammlung an Songs nur im oberen Bewertungsdrittel aufhalten. Im x-ten Durchgang verliert die Platte minimal an Fahrt, insgesamt hat man es hier aber mit durchweg talentierten Musikern zu tun. Der derzeitige Sänger wird sicherlich keinen leichten Stand haben, wenn er gerade auch live solch starke Vocals reproduzieren muss.

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