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Blind Guardian: Imaginations from the Other Side

Blind Guardians Meisterwerk
Wertung: 10/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 49:18
Release: 05.04.1995
Label: Virgin Records

Die Jungs aus Krefeld brauchen eigentlich keine genauere Beschreibung. Jeder, der sich nur ein wenig für Metal interessiert, dürfte Blind Guardian kennen, egal ob man sie hasst oder liebt. In ihren Anfangstagen noch sehr von Helloween beeinflusst, mauserten sich die „blinden Gardinen“ zu einem der größten „Metalexporte“ unseres Landes. Mit ”Tales From The Twillight World“ (1990) und “Somewhere Far Beyond” gingen sie wichtige Schritte zur Eigenständigkeit, die sie mit „Imaginations From The Other Side“ im Jahr 1995 dann endgültig erreichen sollten. Die Band brach auf nach Dänemark, um ihr fünftes Studioalbum aufzunehmen. Hinter den Reglern des Mischpults saß dabei kein anderer als Flemming Rasmussen, der auch schon in den Achtzigern die Metallica Meilensteine “Ride The Lightning“ und “Master Of Puppets“ veredelte.

Es ist für mich schwer zu sagen, ob nun die “Imaginations...“ oder doch “Nightfall in Middle-Earth“(1998) die stärkste Platte der Band ist. Im Endeffekt ist es ja auch müßig, darüber nachzudenken, denn im Schrank stehen haben, sollte man beide, wenn man Fan von gutem Power-Metal ist. Blind Guardian umschiffen schon seit jeher Klischees, mit denen andere Bands ja so gerne kokettieren. Im Gegensatz zu späteren Songs, wirkt die orchestrale Schlagseite nicht zu dominant, was der Härte der Platte nur gut tut. Rasmussen lässt die Gitarren und die Drums druckvoll aus den Boxen schallen und die Chöre beinahe majestätisch über allem thronen. Aber auch die beste Produktion ist natürlich nutzlos, wenn die Songs an sich nichts taugen. Die Befürchtung ist in diesem Fall völlig unbegründet, denn egal ob schneller Banger, epische Mitsingnummer oder gefühlvolle Ballade: Blind Guardian meistern auf dieser Platte alles!

Den Anfang macht der Titeltrack, der sich im Laufe der Jahre zu einer Pflichtnummer im Live-Programm der Band entwickeln sollte. Verwunderlich ist das aufgrund des treibenden Drummings und den, auf deutsch gesagt, einfach geilen Gitarrenmelodien nicht gerade. Hansi selbst singt etwas rauer, als in der Vergangenheit und dass der Chorus einen wochenlang verfolgen kann, ist bei dieser Band ja nicht ungewöhnlich.

Nach der Uptemponummer “I’m Alive“ gibt es dann das direkte Kontrastprogramm. “A Past And Future Secret“ ist die Ballade des Albums und wird von akustischen Gitarren getragen. Inhaltlich geht es hier um die berühmte englische Legende von König Arthus, was auch für “Mordred’s Song“ gilt. Hier wird die innere Zerrissenheit von Arthus’ Sohn in einer gelungenen Halbballade thematisiert. Zum Chorus hin verdrängen die E-Gitarren die ruhigen Klänge und Hansi holt alles aus seiner Stimme raus.

Weiter geht es mit “Born In A Mourning Hall“, was wieder eine schnelle Nummer ist, wozu es sogar ein Video gibt. Thomen Stauch bietet mit seinem Drumming wieder mal einen wunderbaren Boden für das Gitarrenspiel von Marcus Siepen und Andre Olbrich, welcher auch für die erstklassigen Soli verantwortlich ist. Eigentlich müsste dieser Song auf jeder Metalparty laufen, anstatt dem doch langsam ziemlich abgedudelten “Bard’s Song“ von der “Somewhere...“, aber was soll’s. Die Band geht hier nur beim Refrain vom Tempo runter, der (natürlich) wieder ein absoluter Ohrwurm ist. Ich könnte eigentlich zu jedem Track einiges schreiben, aber ich will es ja nicht übertreiben.

Für viele Fans ist “Imaginations From The Other Side“ die stärkste Guardian-Platte. Fakt ist auf jeden Fall, dass sie zu Recht so beliebt ist. Ich kann sie nur jedem ans Herz legen, der sich nur ein wenig für Power Metal interessiert, der sich fernab von den üblichen lieblich-kitschigen Melodien und den “Metal Glory of Steel“-Texten, bewegt. Blind Guardian haben sich mit diesem Meisterwerk zu einer der wichtigsten Bands aus unserem Land gemacht (im Metal, versteht sich) und ich hoffe, dass die Ankündigungen wahr sind, die besagen dass die Band ein wenig von ihrer orchestralen Schiene runterkommen will. Nichts gegen “A Night At The Opera“ (2002), aber das hier ist der Sound, der für die Fans Blind Guardian ausmacht. Aber was rede ich noch groß rum: Ihr kennt die Platte ja sowieso schon längst. Einfach absolutes Pflichtprogramm!

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