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Blind Guardian: A Voice In The Dark

Licht, Schatten und ein schwarzes Loch: unterschiedlicher kann eine Drei-Track-Single nicht ausfallen
Wertung: 7.5/10
Genre: Symphonic Progressive Metal
Spielzeit: 15:47
Release: 25.06.2010
Label: Nuclear Blast

Es hat sich inzwischen eingebürgert, dass die Krefelder Blind Guardian sich nur alle vier Jahre mit einem neuen Studiooutput bei ihren Fans melden. Da 2006 das letzte Lebenszeichen in dieser Form heraus kam, war klar, dass sich 2010 wieder etwas tun müsste. Und hier gibt es einen kleinen Appetizer, die Single „A Voice In The Dark“. Diese beinhaltet einen neuen Song, eine Coverversion und ein weiteres neues Stück, aber als Akustik-Version.

Nachdem die letzten Alben jedes Mal mindestens einen Platz in den Charts gut machen konnten, darf man gespannt sein, ob dies auch diesmal gelingen wird, das hieße zumindest Platz 3. Aber schauen wir, was die Zukunft bringt. Jetzt geht es erstmal um die Single.

„A Voice In The Dark“ hämmert erstmal richtig gut drauflos. Uptemo mit starken Drums und Gitarrenakrobatik, was zeigt, dass die Band in keinster Weise Gedanken an das Altenteil verschwendet. Der Schädel fliegt vor und zurück und sucht sich in weniger uptempolastigen Momenten eine eher kreisende Bewegungsrichtung. Das macht Spaß, auch wenn ich schon seit einigen Jahre sagen muss, dass mir das erhabene Gefühl aus Alben wie „Tales From The Twilight World“, „Somewhere Far Beyond“ oder „Imaginations From The Other Side“ doch fehlt. Das will auch hier nicht aufkommen, trotzdem tritt der Song in den Popo. Etwas weniger Gas von Zeit zu Zeit würde ihn aber noch ein wenig mehr wirken lassen. Damit wäre die Schattenseite, die ja bei bestem Sommerwetter auftritt, abgehandelt.

Als die ersten Töne von John Franhams „You`re The Voice“ erklingen, wird meine Kniescheibe von der heruntergefallenen Kinnlade zerstört. Elektronische Drums, Popgesülze und irgendwo dahinter versteckt die Gitarren. Lediglich an Hansi Kürschs Gesang erahnt man, dass es sich um Blind Guardian handeln könnte. Das ist mit das abgrundtief Schlimmste, was ich bisher von irgendeiner erfolgreichen Band gehört habe, die mehr als 100.000 Alben verkauft hat. Warum tut sich die Band so etwas an? Blitzschnell wünscht man sich ein schwarzes Loch herbei, das den Song auf Nimmerwiedersehen verschluckt. Das ist kein Fun, das ist nicht ernsthaftig, das ist schlicht und ergreifend nichts.

Zur großen Freude kommt dann aber noch etwas wirklich herausragend Gutes: „War Of The Thrones (Acoustic)“. Da wippt man mit und fühlt sich in beste Zeiten zurückversetzt.  Was für ein Song, da muss man schon Sorgen haben, ob er im elektrischen Gewand mithalten kann. Eigentlich der bessere Titeltrack für die Single, auch wenn man die Fans damit eventuell verwirrt hätte, da das am  30. Juli 2010 erscheinende Album „At The Edge Of Time“ natürlich kein Akustikalbum wird.

Fazit: Eine Single, welche die Vorfreude auf die neue Scheibe deutlich anzeigt. Eine Bewertung ist schwierig, da ich, wenn ich die Songs einzeln nehmen würde, auf einen Querschnitt von 22 Punkten komme, was einen Durchschnitt von 7,5 ergibt. Mit Hilfe eines schwarzen Loches käme ich auf eine Wertung von 9. Da aber gerade keines zur Hand ist, bleibt es bei eigentlich ungerechten 7,5 Punkten.

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