Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Blessed By A Ghost: Blessed By A Ghost

Erschreckend gutes Debüt einer labellosen Band
Wertung: 9/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 24:57
Release: 05.08.2009
Label: Eigenproduktion

Als Musikliebhaber steht man, ebenso wie als Redakteur, einer unausweichlichen, wenngleich schockierenden Wahrheit gegenüber: Es gibt in der Musikwelt massenweise sehr gute Bands, die sich vergeblich um einen Plattenvertrag bemühen. Im Metalbereich, wo beinah täglich Dutzende Bands aus dem Boden sprießen wie Unkraut, ist dieser Umstand nahezu allgegenwärtig – da hilft es nur wenig, wenn sich jeder auf Myspace und Konsorten seine eigene kleine Welt einrichten kann, mit der er Fans und Labels auf sich aufmerksam machen kann, denn die wenigsten Combos kommen auf diesem Weg an den ganz großen Vertrag.

Eine der vielen großartigen Bands, die labeltechnisch noch immer auf dem Trockenen sitzen, ist der Mannheimer Metalcore-Fünfer Blessed By A Ghost. Drummer Fabbo, Bassist Seb, die beiden Gitarreros Körk und Marius und Sänger Ittai mischen die rohe Aggression des Hardcore mit melodiösen Passagen und einer gehörigen Portion Humor und gewinnen damit nicht nur live zunehmend mehr Fans. Über Myspace wie auch auf den sehr empfehlenswerten Konzerten der Jungs kann man ihre selbstbetitelte EP bereits seit August 2009 käuflich erwerben und man muss sagen: Sie ist ihr Geld definitiv wert!

Ein halbes Dutzend Songs versammeln sich auf der nicht ganz halbstündigen Platte, jeder einzelne von ihnen ein Beispiel dafür, dass in der Musikindustrie etwas völlig falsch laufen muss, wenn eine solche Band kein Label findet. Der Opener beweist direkt zu Anfang die Qualität der Combo: „The Mask“ geht von der ersten Sekunde an steil und überzeugt mit erstaunlich druckvollen Drums und super Shoutings. Hier wurde das Rezept für den fast perfekten Metalcore-Song angewandt: Erst gibt´s geniale Breakdowns auf die Ohren, bei denen niemand stillstehen dürfte, dann arbeiten sich langsam Gitarrenmelodien aus dem Hintergrund vor und zweistimmiger klarer Gesang im Refrain rundet das Ganze wunderbar ab.

Neben dem recht ohrwurmigen „The Beauty And The Beast“ und „Message In The Sky“, das sich etwas härter präsentiert als die vorherigen Songs, besticht vor allem „Captain Cocaine“: Der Song kommt mit bedrohlichen Gitarren und melodiösem Gesang daher; vor allem der Zwischenruf „Don´t live too fast and die too young“ und das folgende geshoutete „Cause life has so much more to give“ erzeugen bei jedem Hören wieder eine Gänsehaut – außerdem wird hier sehr überzeugende Gitarrenarbeit geleistet, die in einem sehr coolen Solo gipfelt.

„Evil Eyes Of Good Intentions“ verströmt einen Hauch Old School; Sänger Ittai streut diesmal neben dem üblichen klaren Gesang auch kurz mal tiefere Growls und geflüsterte Passagen ein, was dem Song gut zu Gesicht steht und die Dynamik vorantreibt. „Sawney Bean“ bietet dann einen mehr als würdigen Abschluss: Hier sind wieder intelligente Arrangements zugegen, vor allem das kurze Gitarrenintermezzo, das als Brücke zwischen Refrain und Strophe dient, klingt zwar simpel, aber genial; außerdem bietet der Song einen absolut geilen Moshpart, der sicher live noch für einige verknotete Körper sorgen wird.

Blessed By A Ghost haben mit ihrem ersten musikalischen Erguss einen Volltreffer gelandet. Von Moshparts über Melodien bis hin zu gänsehautverursachenden Passagen ist alles dabei, was das Metalcore-Herz sich wünschen kann – liebe Labels, fackelt nicht lange, holt euch die Jungs ins Boot, solange ihr noch die Chance dazu habt!

comments powered by Disqus

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging