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Bleach & Chlorine: Life At The Bottom Of The World

Von wegen Chlorbleiche, hier kommt was, was einen Eindruck hinterlässt
Wertung: 8/10
Genre: Goth-Rock
Spielzeit: 45:03
Release: 02.12.2011
Label: Eigenproduktion

Da sind sie, die Dortmunder Bleach & Chlorine, vormals bekannt als Noir. Mit der Namensänderung und dem Hinzukommen von Thomas Jachan (Bass) und Hannes Bigge (Gitarre) haben sie sich neu aufgerichtet, die gotischen Einflüsse über Bord geworfen und präsentieren nun mit „Life At The Bottom Of The World“ ihr erstes Werk. Seit 2009 wurde das Werk wieder und wieder bearbeitet, so dass es nun fertig vor uns liegt. Live konnte man die Jungs im letzten Jahr als Vorakt der Band Dommin schon in der Matrix bestaunen. Nun aber genug des Vorgeplänkels, ab zum Album mit dem schweren Namen.

Zehn Songs haben die Jungs in der hiesigen Musikwelt beizutragen. Los geht es mit „The Room“ und hier muss man schon arg schmunzeln, wenn man Sänger Markus Pott so anhört. Wollte man die gotischen Wurzeln nicht ausrupfen? Seine Stimme, tief und düster, muss dann aber noch einiges an Gift ertragen, damit diese nicht mehr so klingt. Nein, sie sollte tunlichst so bleiben, wie sie ist. „The Room“ klingt ebenso düster wie die Stimme und macht einen Einstieg in das Album sehr, sehr einfach. Schon hier hält der Hörer inne.

Auch der zweite Song spielt schon namentlich auf die schwarze Szene an: „Melancholia“. Die Stimme Markus’ ist nun etwas kräftiger und die Jungs von Bleach & Chlorine zeigen nun aber deutlich, dass sie rockiger sind, als es Noir noch waren. Der Song ist nicht so stark wie der Opener, bleibt nicht wirklich hängen. Ganz anders dann schon „The Principle Of Control“, wenn auch hier wieder die düsteren Töne Vorrang haben. So ganz konnte man sich des „alten“ also nicht entledigen. Was, wie an dieser Stelle deutlich gemacht werden muss, aber überhaupt nicht schlimm ist. Dieser Goth Rock steht Bleach & Chlorine unheimlich gut zu Gesicht und sie scheinen hiermit einfach ihre eigene Nische gefunden zu haben - etwas, das manch anderer lang und länger sucht.

„Lost In Many Ways“ ist dann wieder rockiger und rüttelt eher auf, vom Verlorensein erzählen Gitarre, Bass und Schlagzeug, zu vernehmen ist aber der neue Anfang, den das Ende bringt. 
Wie oft die Schwarze Witwe schon besungen wurde, kann man nicht mehr zählen. Hier bekommen wir es mit einem klavierbegleiteten Spinnentier zu tun. Alleine diese Begleitung zeigt das zerbrechliche Gesicht dieser tierischen Killerin. Interessante Herangehensweise an das Thema. Der Band gelingt es, eine unheimliche Stimmung heraufzubeschwören und einen Song ins Nest des Albums zu setzen, der an dieser Stelle absolut passend erscheint.

An neunter Stelle überraschen uns Bleach & Chlorine noch einmal mit einer zauberhaften Ballade; wenn es sich auch um kein Hardrock-Album handelt, muss wohl eine Ballade her. Die Power einen mitzureißen, hat diese allerdings nicht. Die Gänsehaut stellt sich bei dem Akustikgitarre-begleiteten Stück nicht so wirklich ein - da ist der Opener oder „Black Widow“ wesentlich weiter.

Bleach & Chlorine haben mit dem Album ein Zeichen gesetzt, nämlich dass sie sich nun gefunden haben, dass sie wissen, wohin es gehen soll. Mit der Mischung aus Gothic und Rock haben sie eine Nische gefunden, wo sie gerne ihr Netz weiter spinnen dürfen.

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