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Blackwater: Founded On The Shambles

Aggressiv, brutal, aber ohne großen Wiedererkennungswert
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 13:43
Release: 14.06.2012
Label: Eigenproduktion

Es gab mal eine Zeit, in der sämtliche Death-Metal-Bands immer noch brutaler sein wollten als alle anderen. Das hat sich erfreulicherweise wieder etwas gelegt. Trotzdem hat sich eine Nischengruppe etabliert, der der „normale“ Death Metal nicht hart und brutal genug ist. Genau das dürfte die Zielgruppe von Blackwater sein. Die neue EP der Band hat zwar nur eine Laufzeit von knapp 15 Minuten, aber diese Viertelstunde hat es in sich.

Ohne irgendwelchen Vorspann-Schnickschnack geht es im Senkrechtstart voll zur Sache. Dabei muss man nun nicht unbedingt den Opener „Man Is The Cruelest Animal“ als Beispiel heranziehen. Auch die anderen drei Stücke heben sich nicht weit von der ersten Nummer ab. In erster Linie gibt es auf die Mütze, und zwar kräftig. Tief gutturaler Gesang wird umrahmt von Maschinengewehr-Schlagzeugsalven und disharmonischen Gitarrenriffs. Sollte sich nun der eine oder andere daran erinnert fühlen, dass es diese Art von Musik schon längst gibt, dann muss man mit einem ganz klaren Ja antworten. Blackwater bedienen sich althergebrachter Elemente des brutalen Death Metals und hüllen sie in ein modernes Gewand. Der Sound kann sich nämlich schon hören lassen. Klar und aggressiv donnern die Riffs aus den Boxen und die Bassdrum macht bei entsprechend gut ausgestatteten Soundsystemen auch richtig Laune.

Dann bleibt als Kritikpunkt noch der Monotoniefaktor, der bei solch knüppelharten Veröffentlichungen immer irgendwie eine Rolle spielt. Und tatsächlich: Beim ersten Durchhören der vier Tracks muss man sich stark konzentrieren, um die ersten Feinheiten zu erkennen. Wenn man der Platte jetzt eine Chance gibt, dann erkennt man nach und nach immer mehr Einzelheiten, die Lust auf mehr machen. Allerdings nervt nach dem x-ten Durchlauf irgendwann das lineare Gegröle. Auch die eingeworfenen Screams können daran nichts mehr ändern.

Zusammenfassend darf man den Silberling als interessant und ausbaufähig mit einem ansehnlichen Sound bezeichnen. Die Songs sind komplex, aufwändig und anspruchsvoll. Genau diese drei Punkte fordern aber auch den Hörer stark. Mit dieser Gangart platziert man sich in einem Planschbecken, in dem sich schon zigtausend Fische befinden, die alle selber kaum Platz oder Wasser abbekommen. Die Band ist gut. Potential ist da, aber einen guten Schluck mehr Eigenständigkeit könnten Blackwater durchaus vertragen.

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