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BlackShore: Terror

Es sägt, kreischt und feuert aus allen Rohren
Wertung: 8/10
Genre: Black Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 57:49
Release: 15.11.2013
Label: Black Skull Records

Seit 2010 treiben die Lübecker BlackShore ihren reichlich abgefuckten, Thrash-umnebelten Black Metal mit Hammer und Meißel in die Gehörgänge der willigen Musikliebhaber, und ziemlich genauso lange hausen die Herren in den heiligen Hallen der The-Pit.de-Redaktion, wo sie sich mit Platten wie „Railway To BlackShore“, „Chaos Of The Necrotyrant“ (Kulttitel; Anm.d.Red.) und dem letzten Output „Legion“ einen festen Platz erspielen konnten. Im Verlauf der Diskografie haben die Jungs einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Rock’n’Roll-Rotzereien eingebüßt, hämmern aber auch ohne den deftigen Groove der „Railway“-Scheibe immer noch ordentlich drauflos und hinterlassen allerorten verknotete Haare und summende Ohren.

„Terror“ heißt kurz und knackig das neueste Brett des momentanen Dreiergespanns und ich muss sagen, ein bisschen gespannt bin ich schon, konnte das letzte Werk doch trotz sieben Punkten in der Endwertung nicht so überzeugen, wie man es gemeinhin von den Nordlichtern gewohnt war. Schmutzig wird’s aber zum Glück auch dieses Mal: Der Sound der Scheibe hat wieder einen kratzigen Unterton, Sänger und Gitarrist Hades rotzt, spuckt, schreit und keift sich wie gehabt durch die fast einstündige Trommelfellmassage – da kann man sich als BM-Fan schon mal entspannt zurücklehnen und das erste Bierchen kippen.

Der erste Blick fällt natürlich auf das Cover – schwarz-weiß und grau kommt es daher und beinhaltet so viele Details, dass man sich allein dafür eine halbe Stunde Zeit nehmen muss. Die Tracklist hält dann ein paar Überraschungen parat: „Puking Blood Means Cancer“ macht dann titeltechnisch einen kleinen Abstecher Richtung Grind, während „Panzervergnügen“ die martialische Tradition der Truppe aufrecht hält und „Benthams Panoptik“ zum ausgiebigeren Recherchieren einlädt, handelt es sich bei Mister Bentham doch um einen Sozialwissenschaftler, der sich dem Utilitarismus verschrieben hatte und mit seinem Panoptikum eine Bauweise für Fabriken entwarf, in denen es dem Wachhabenden möglich war, alle Arbeiter gleichzeitig zu beobachten. Ein Gefängnis der gleichen Bauart sollte ebenfalls entstehen, wurde aber verworfen – was allerdings nicht heißt, dass sich nicht spätere Architekten diesen Entwurf zunutze gemacht hätten. Ein interessantes Thema, das von den gängigen Black-Metal-Klischees erfrischend abweicht und hier in einen dreieinhalbminütigen Hassklumpen verpackt wurde, der mit einigen dissonant anmutenden Einsprengseln gegen Ende noch mal ordentlich Verwirrung stiften kann.

Wo wir vorhin von Rock’n’Roll sprachen: Mit „Reaktor“ wagen BlackShore einen Sprung zurück in der Bandhistorie und rotzen mit ordentlich Schmackes sowohl Lyrics als auch ganz feine Gitarren herunter, die mit zum Dynamischsten gehören, was die Truppe bis dato auf Polycarbonat gebannt hat. Hervortun kann sich auch das bald elf Minuten lange Spektakel „52 Meter“, bei dem das Trio erfreulich stark auf melodische und gleichzeitig verranzte Leadgitarren setzt, unterlegt von schönen Bass-Linien und stampfenden Drums. Das Ganze beschleunigt sich natürlich recht bald, bietet dann thrashigen Black Metal im oberen Tachobereich und wird im Verlauf noch ordentlich auf fast doomige Passagen runter gebremst.

„Puking Blood Means Cancer“ groovt sich dann erstaunlich tief gestimmt durch die Weltgeschichte, „Dimension Ärger“ verbrutzelt dann noch ein paar sehr schöne, fast an Depressive Suicide Black Metal erinnernde Melodien im Hintergrund, und „U-Bootomagie“ wird dann wieder auf über zehn Minuten gestreckt, um als großes Finale den Hörer mit ruhigen Brandungsgeräuschen einzulullen und schließlich (nach ganzen siebeneinhalb Minuten, wobei erstaunlich ist, wie lange sich die Truppe zurückhalten konnte) in recht punkiger Manier auszubrechen.

Fazit: Seit dem letzten Release haben BlackShore wieder ein bisschen Aufwind bekommen und kredenzen mit „Terror“ ein Mahnmal an den gethrashten, durch den R’n’R-Wolf gedrehten Black Metal. Schöne Sache ist das, da sieht man ihnen auch die lange Wartezeit im letzten Song nach.

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