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BlackShore: Railway To BlackShore

Rotziger Black Metal fast wie aus dem Lehrbuch
Wertung: 8/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 41:50
Release:
Label: Düsterwald Produktionen

Es gibt noch Überraschungen im Leben. Zum Beispiel hatte ich noch nie von einem Label namens Düsterwald Produktionen gehört, finde aber in meinem Promo-Paket gleich drei Platten von Bands, die bei dem kleinen Label unter Vertrag sind. Der ausgelutschte Slogan „Klein aber fein“ trifft hier zu wie kein zweiter: Zwar sind bisher nur wenige Bands bei Düsterwald untergekommen, die zeugen aber von hervorragender Qualität, wenn auch die Aufmachung teilweise ein wenig irritierend, um nicht zu sagen betont antichristlich wirkt - was aber bei Black Metal-Gruppen niemanden sonderlich schockieren dürfte.

BlackShore ist eine dieser Bands. Das Lübecker Trio liefert auf „Railway To BlackShore“ eine überzeugende Mischung aus gutem alten Black Metal, ein wenig Punk und einer guten Portion Rock´n´Roll. Bereits 2007 wurde die Band vom Sänger und Gitarristen Hades und Drummer Blizzard ins Leben gerufen, durch Bassist Krom ergänzt und dann auf die Menschheit losgelassen. Auf sieben beziehungsweise acht tiefschwarzen Songs finden sich peitschende Riffs, Sex Pistols-mäßiger Rotzgesang, überraschend emotionale Passagen und fieser, knurrender Black Metal, wie er böser kaum sein könnte.

Der Opener „Frostbitten Warmachine“ wurde direkt in zwei einzelne Stücke aufgespalten: dem knapp zweiminütigen Instrumental „Frost Reclaims“ und dem fast viermal so langen „The Machine Starts Breathing“, das tatsächlich gemäß dem Titel erst den richtigen Startschuss für das Album vorgibt. Bedrohliche Gitarren paaren sich hier mit wummernden Schlagzeugpassagen und einer Stimme, die aus dem Tiefen der Hölle zu kommen scheint. Der Text führt hier durchaus zu ersten Verwirrungen, denn trotz der Zeile „Nonstop Blackshore Holocaust“ distanziert sich die Band weit von NSBM-Bands und deren Ideologie, sondern prangert in Interviews und auf Konzerten die Musiker an, die meinen, sich um die musikalische „Reinhaltung“ der Szene kümmern zu müssen.

Dass die Band selbst von Reinhaltung nichts hält, wird im Verlauf der Platte mehr als deutlich. Zwar halten sich die Jungs durchaus ans Grundrezept des Black Metal – böser, schwärzer, hasserfüllter – warten aber dennoch mit einigen Überraschungen auf. So reiht sich ein Old School-behafteter Track wie „Doomdriven Devils Of Death“ (steht hier jemand auf Alliterationen?) an „BlackShore“, eine neunminütige Reise in melancholischere Gefilde der Band, die von einer getragenen Gitarrenspur und weiblichem, dezentem Hintergrundgesang dominiert wird, bis Hades heiser krächzend einsetzt. Im Verlauf balanciert das Stück zwischen diesem fragilen Leitmotiv, das am Ende des Stücks wieder auftaucht, und rotzigen, schnellen Gitarrenspuren, in denen Hades sich instrumental und stimmlich voll austoben kann.

„Are You Ready For Some Real German Ärger?!“ wurde, man ahnt es am Titel, aus einer Saufidee heraus geboren und klingt auch dementsprechend: Ein etwas an Industrial erinnerndes Intro leitet eine zweiminütige Achterbahnfahrt aus punkig-metallischen Instrumentals und dem bekannten krächzenden Geschrei ein, fällt aber durchaus aus dem Rahmen des Albums. Den Abschluss bildet „Empire Ov Ashes“, das in Erinnerung an den 2004 an Herzversagen verstorbenen Bathory-Sänger und Gründer Thomas „Quorton“ Forsberg aufgenommen wurde. Seine Band gilt noch heute als Wegbereiter der Black, Viking und Pagan Metal- Bewegung und hatte in den Achtzigern und Nenzigern einen entsprechenden Ruf aufgrund satanistischer Texte weg. BlackShore gedenken dem Sänger mit schnellen Riffs und gekrächztem, aber doch emotionalem Gesang, bevor das Stück in eine fast dreiminütige Pause abdriftet und dann den Hidden Track preisgibt, einen treibenden Midtempo-Song, in dem kurzzeitig der Power Metaller in Hades durchkommt und in zu der ein oder anderen höheren Gesangpassage verleitet.

Mit ihrem Debüt haben BlackShore definitiv ein streckenweise sehr gutes und durchweg gelungenes Werk auf die Beine gestellt, das an keinem einzigen Durchhänger zu leiden hat. Das Trio lässt sich nicht in die vorgeformte Black Metal-Schublade pressen, sondern experimentiert geradezu begeistert mit Punk- und Rock´n´Roll-Elementen, in denen auch der Melodie-Anteil nicht zu kurz kommt. Zu all dem gesellt sich ein Sänger, der mit hörbarer Genugtuung seinen Hass auf die Welt hinauskrächzt. Auch Verfechter des Old School Black Metal können hier durchaus ein Ohr riskieren!

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