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BlackShore: Legion

Mehr Rock’n’Roll hätte nicht schaden können
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 43:39
Release: 17.09.2011
Label: Düsterwald Produktionen

BlackShore sind inzwischen fast so etwas wie ein reichlich abgeranzter Bestandteil des The-Pit.de-Inventars: In regelmäßigen Abständen versorgt uns die Truppe mit neuen Veröffentlichungen, zuletzt das recht zufriedenstellende „Chaos Of The Necrotyrant“ und davor das geile Erstlingswerk „Railway To BlackShore“, das direkt mal acht Punkte einsacken konnte. Der Nachfolger hört auf den Namen „Legion“ und steht seit Mitte September bereit, die Welt zu verwüsten oder zumindest die Blackened Thrasher dieser Welt zu verzücken.

Einziger Wehmutstropfen sind die akustischen Fürze, die von Zeit zu Zeit den Fluss unterbrechen, verteilt vom Label selbst, da in der Vergangenheit wohl mehrfach Promos vor Veröffentlichung ins Netz gestellt werden. Das geht so natürlich nicht und deshalb nimmt man das Geschwurbel einfach stoisch hin, bevor man nachher gar nicht mehr mit Promos beglückt wird, nur weil ein paar Idioten unveröffentlichte CDs im Internet wie geschnitten Brot verteilen. Obwohl man ja sagen muss, dass sich manche Songs mit diesem Geflirre zwischendurch beinah anhören wie Grindcore… aber das nur am Rande.

Zum Glück verlegen sich die Lübecker auch auf „Legion“ wieder auf das, was sie am besten können, nämlich die Produktion von schwarzgefärbtem Thrash Metal – oder thrashigem Black Metal, je nachdem, wie man es betrachtet. Es geht wieder rotzig, dreckig und unpoliert zu, das Schlagzeug poltert, die Gitarren schreien und Hades kreischt und keift sich durch die Platte, als gelte es, eine Schar wildgewordener Stiere zu vertreiben. An die Greueltaten der „Railway“-Scheibe kommt das neue Teil aber nicht ganz heran – damals steckte noch mehr Arschtritt, mehr Rock’n’Roll im Sound der Jungs. Wo der geblieben ist weiß nur der Leidhaftige persönlich, Tatsache ist aber, dass hiermit ein wichtiger Wiedererkennungsfaktor verloren gegangen ist.

Nicht, dass es zu Missverständnissen kommt, BlackShore sind immer noch böse, gar keine Frage. Im Dunkeln begegnen will man der Combo auch jetzt nicht, nur ist eben der Rotz ein wenig zurück gefahren worden. Titel wie „Kaiserschnitt Replikant“ lassen aber vermuten, dass das Trio sich trotzdem nicht unbedingt an gängige Konventionen halten wird. Und tatsächlich: Besagter Song, nebenbei der Opener der Platte, stürmt direkt voran, die hintergründige, sehr düstere Gitarrenmelodie verheißt nichts Gutes und mit Hades’ Stimme könnte man Holz abbeizen.

Dass BlackShore dem Rock’n’Roll noch nicht völlig abgeschworen haben, beweist dann „BadBloodBastardBlues“, das seinem Namen alle Ehre macht und rotzig-miesgelaunt daherkommt. Vor allem der gerufene Refrain grenzt den Track von dem Rest der Scheibe ab – richtig geil, dazu kann man sich wahlweise wunderbar betrinken oder wild headbangen, oder, wenn man es kann, auch beides gleichzeitig. Stellt man jetzt einen Vergleich mit den vorherigen Platten an, muss man zwar sagen, dass die Vocals ein wenig nachgelassen haben; selbst jetzt übertrifft der Sänger aber den Großteil seiner Szenekollegen bei weitem an Qualität.

Auch der reichlich gewöhnungsbedürftige Titel „Nullvoid Hibernaut“ dürfte sich ganz schnell wieder in die frostigen Herzen der Black-Metal-Fans rumpeln. Ja, das Schlagzeug klingt immer noch komisch und überhaupt fahren Gitarre und Drums teils zwei völlig unterschiedliche Rhythmen auf, geschweige denn, dass hier alle drei Mitglieder das gleiche Tempo an den Tag legen würden, aber irgendwie passt trotzdem alles zusammen. Auch das finale „We Are Legion“ präsentiert sich, wie man vom Titel hätte erwarten können, mit einem fast epischen Refrain und ordentlich Kampfgeist. Sollte mal jemand unter diesem Song in die Schlacht ziehen, bleibt vom Gegner sicherlich nichts mehr übrig.

Einziger Wehmutstropfen auf „Legion“ ist die Tatsache, dass die rockigeren Elemente stark abgenommen haben. Mehr Tracks wie „BadBloodBastardBlues“ hätten der Truppe und auch dem Album sehr gut zu Gesicht gestanden, zumal BlackShore so etwas einfach noch besser können als das übliche Black-Thrash-Gemisch. „Legion“ reiht sich aber trotzdem in den insgesamt wirklich interessanten Backkatalog der Combo ein, obwohl es im Vergleich zu „Railway To BlackShore“ eine Spur schlechter ausfällt.

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