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Blackrout: Planet Fucked Dead

Das Niveau der letzten EP wird auf jeden Fall gehalten
Wertung: 7.5/10
Genre: Groove Metal, Neo-Thrash
Spielzeit: 22:26
Release: 01.01.2012
Label: Eigenproduktion

Blackrout schmissen im Jahr 2009 ihre Debüt-EP "Deslaved" auf den übersättigten Undergroundmarkt und brannten gleich mal ein nicht gerade kleines Loch in das staubige Szenegewand. Jetzt wird pünktlich zum Beginn des neuen Jahres nachgelegt: "Planet Fucked Dead" heißt das gute Stück, das ebenfalls als EP daherkommt, aber bald doppelt so lang ist wie die erste Scheiblette. Auf den ersten Blick hat sich, angesehen vom Line-Up wenig geändert: Gegroovt wird immer noch wie Sau, Sänger Ouzi hält uns nicht mit unnötigem Klargesang auf, sondern röhrt und rotzt sich durch die knapp 22 Minuten Spielzeit, und die Instrumentalfraktion feuert aus allen Rohren, immer in der Schnittmenge zwischen Ektomorf und Soulfly springend. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass es da keine Schnittmenge gibt, in der man springen kann, weil die beiden Bands nahezu identisch klingen, aber das lassen wir mal außen vor.

Nachdem nun also von der Gründungsbesetzung nur noch Sänger Ouzi übrig geblieben ist, kann man sich den fünf Songs und dem Bonustrack auf "Planet Fucked Dead" widmen. "Bloodwar" mimt hier den Opener und drischt direkt von der ersten Sekunde an auf Trommelfell und Hirn ein, immer dynamisch, immer darauf bedacht, den Hörer in Bewegung zu halten. Soundtechnisch haben die Jungs hier im Vergleich mit der ersten Platte auf jeden Fall einen Schritt nach vorne gemacht, da kann man nicht meckern. Vor allem die Bassdrum dröhnt schön präzise durch die Lautsprecher.

Textlich befassen sich die Bochumer wieder mal mit allem, was der Mensch so an Scheiße fabriziert: die Zerstörung der Umwelt, das Führen unnötiger Kriege, Profitgier und die Verletzung der Menschen- und Tierrechte, um nur einige Verfehlung des Homo Sapiens zu nennen. Dass diese Themen ein schier unerschöpflicher Quell an Inspiration sind, muss nicht extra erwähnt werden. 

"Hellborn" startet mit einem recht ruhigen Gitarrenintro, gefolgt von dem lungenzerreißenden Schrei "Wir alle sind Massenmörder!", bevor die Schießbude wieder in ihre Einzelteile zerlegt wird. Würde es allein für den Groove Punkte geben, wäre hier die Bestmarke durchbrochen - auch wenn die Dynamik zwischenzeitlich mal durch Gitarrenspielereien durchbrochen wird, irgendwie finden Blackrout den roten Faden des Songs immer wieder. 

Auch der letzte reguläre EP-Song "In This Kingdom" geht gut nach vorne, wobei einem hier zumindest die ersten 15 Sekunden verdächtig bekannt vorkommen. Könnte daran liegen, dass knapp die Hälfte aller Soulfly-Songs mit diesem Riff beginnt, aber hey - was groovt, das groovt nun mal. Überhaupt hat der ganze Song extreme Ähnlichkeit mit den meisten Stücken der Brasilianer, völlig abgesehen vom Intro erinnern nämlich auch die instrumentalen Zwischenstücke und stellenweise sogar die Vocals stark an die Exotencombo. 

Da kann man jetzt natürlich wegen mangelnder Eigenständigkeit meckern, andererseits sind Blackrout dann aber zumindest keine schlechte Kopie.
Der Bonustrack "Perfect Head Passion" geht dann wieder in eine weniger dem Groove und mehr dem Thrash verschriebene Richtung, zwischendurch kommen ganz kleine Parallelen zu Machine Head durch - auch dieser Song ist ein starker Track, der sich noch öfter in der Playlist tummeln wird.

Fazit: Blackrout haben das Niveau ihres Debüts auf jeden Fall gehalten und stellenweise sogar verbessert, ein bisschen mehr Eigenständigkeit dürfte ihnen aber auch guttun. Bezeichnenderweise wären die Bochumer eine bessere Soulflykopie als beispielsweise Ektomorf, die ja an allen Ecken und Enden mal von den Südländern abkupfern -  insofern spricht der wummernde Sound hier also eine sehr deutliche Sprache. Für die nächste Scheibe (vielleicht mal eine Full-Length?) darf aber ruhig auch ein bisschen mehr Mut zum Experimentieren bewiesen werden.

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