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Blackest Dawn: Artefacts

Ein mehr als nur gelungenen Einstand
Wertung: 8/10
Genre: Metal Core
Spielzeit: 20:37
Release: 06.02.2006
Label: Eigenproduktion

Das Wetter scheint keine Besserung für uns parat zu haben. Permanent schleicht sich die Thermometeranzeige unter Null und die Laune wird auch nicht besser. Was soll man also machen, wenn man nicht gerade jeden Tag diverse Lokalitäten besuchen will, um dem Gerstensaft zu frönen. Richtig. Man bleibt mal zuhause und legt selber Hand an ... den Herd. Ein leckeres Gericht kann einem schon die gute Laune wieder zurückbringen. Aber was kochen? Vielleicht ein Musiksüppchen?

Genau das. Immer lecker und geschmeidig auf der Zunge. Also hole ich mir die Zutaten ein. Hier eine leckere Prise Black Metal, etwas Hardcore in den Einkaufswagen, ganz, ganz leichte Gothic-Aromen, einen kleinen Stängel Death Metal. Müsste reichen, oder? Ach hinten am Gang ist ja noch das Metalcore-Regal. Schon beim Vorbeigehen verspüre ich ein flaues Gefühl im Magen. Riecht alles so alt und abgestanden. Und irgendwie schmecken doch die Zutaten hier alle gleich, oder? Also schnell vorbei und zur Kasse. Zuhause angekommen suche ich mir einen Topf und rühre ein leckeres Süppchen an. Hmmm, schmeckt nicht schlecht. Aber...hol´s der Teufel.

Irgendwie registrieren meine Geschmacksnerven Metalcore. Gibt’s denn so was. Ich bewege mich ja üblicherweise mit einem großen Bogen um so ein Gericht. Aber bei der Blackest Dawn – Suppe biege ich doch ein wenig in Richtung Sympathie ab. Aber genüg der Gaumenfreuden.

Blackest Dawn heißt eine relativ neue Truppe aus deutschen Landen. Und diese haben sich aus oben genannten Zutaten eine Musiksuppe zusammengerührt, welche sie uns in Form einer EP namens „Artefacts“ servieren. Die Truppe selber bezeichnet ihre Mucke als einen Mix aus metalbeeinflussten Melodien, genickbrechenden Moshriffs und aggressiven, attackierenden Hardcoreparts. Sehr schön, dass sich eine Promoinfo mal an die Fakten hält und uns kein X für ein U vormachen will. Denn diese Umschreibung trifft es haargenau.

Doch das Besondere an Blackest Dawn ist, dass sie nicht stumpf Death Metal bzw. melodischen Death Metal mit Hardcore zusammenschmeißen, sondern auch in vielen Momenten mit schönen Black Metal Versatzstücken arbeiten. Und genau das sucht der geneigte Hörer in der Metalcorelandschaft eher vergebens.

Los geht’s mit einem irreführenden Intro, bei dem man schon zu Beginn auf eine Goth-Band tippen würde. Doch der Beginn vom folgenden „Hunting The Death“ kracht dann schon Black Metal – mäßig ins Gebälk. Die cleanen Gesangspassagen erinnern etwas an frühere Crematory. Hier wird nicht weinerlich gesäuselt, sondern richtig anständig gesungen. Vielleicht ist es der sonst sehr guten Produktion geschuldet, dass der cleane Gesang zwar technisch gut, aber etwas dünn rüberkommt. Kein Wunder bei den bratenden Gitarren und den sonst sehr aggressiven Shouts. Das eher metallastige Riffing geht dann in Hardcorepassagen über, was beim ersten Höreindruck etwas irritiert, sich aber beim zweiten Hören logisch erschließt.

„As I Stand By The Mirror” weiß mit einem schicken Heavy Metal Riff mit Doublebassbegleitung zu entzücken, welches sich dann in einem Groovepart auflöst. Der cleane Gesangsanteil wird hier im vergleich zum ersten Song zurückgefahren. Machine Head fallen mir hier spontan als Vergleich ein.

„Dying In My Arms” und “Phoenix Rising” schließen sich nahtlos an und fallen im Vergleich zu den ersten beiden Songs in keinster Weise qualitativ ab. Abgerundet wird die EP durch das sehr gefühlvolle, atmosphärische Outro „Out In Time“. Auch wieder genreuntypisch. Wie bereits erwähnt, kracht es ordentlich auf dieser EP. Soundfetischisten sollten also nichts zu meckern haben.

Alles in allem kann ich diese EP nur als gelungenen Einstand betiteln. Bleibt den Jungs zu wünschen, dass sie die Musikmeute mit ihrem gewagten Stilmix in ihren Bann ziehen können. Black Metal Jünger werden wohl mit den Hardcore-Spielereien ihre Probleme haben. Ob sich der geneigte Metalcore Freak mit dem teilweisen Black Metal Riffing anfreunden kann, kann man wohl nur abwarten. Der open-minded Metalfreak hat jedenfalls ein interessantes Stück Musik vor sich. Weitere Infos zur Band findet ihr auf der super aufgemachten Homepage www.blackest-dawn.de. Dort könnt ihr euch eine Kopie des Albums sichern. Ob es einen konventionellen Vertriebsweg gibt und das Album in den Läden steht, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen.

Bandkontakt: Blackest Dawn, c/o Frank Mühlenberg, Lindenstraße 7, 39326 Lindhorst

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