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Black Tusk: Set The Dial

So recht entscheiden kann man sich hier nicht
Wertung: 6/10
Genre: Sludge Metal
Spielzeit: 34:05
Release: 28.10.2011
Label: Relapse Records

Wenn eine Band ihren Sound selbst "Swamp Metal" nennt, fallen einem schon tausend Todsünden ein, als erstes die, dass der Sound eher sumpfig als brilliant daherkommen könnte. Black Tusk aus Georgia schwenken unter eben diesem Banner bereits seit 2005 die Flagge des Sludge Metal. Dabei werden vor allem Pantera-lastige Riffs mit teils doch recht abstrusem Geschrei gemischt, der von allen drei Mitgliedern ins Mikro gespuckt wird. Sumpfigen Sound gibt es hier höchstens beim Gesang, der im direkten Vergleich mit den erwartungsgemäß recht tief gestimmten Instrumenten ein wenig dumpf daherkommt.

Immerhin: Seit ihrer Gründung haben Basser Jonathan, Gitarrist Andrew und Drummer James bisher keinen Line-Up-Wechsel nötig gehabt. Dementsprechend präsentiert sich das Trio auf dem neuen Album "Set The Dial" als eingespieltes Team; kein Wunder, finden sich im Backkatalog neben diversen Splits, Demos und einer EP auch zwei Full-Length-Alben. Nummer drei steht nun also seit kurzem in den Regalen, um die Metalgemeinde noch weiter in den schlammigen Morast des Sludge zu zerren.

Erkundigt man sich im Internet nach der Thematik der Black Tusk'schen Songs, findet man folgende Hinweis: Krieg, Kampf, die Apokalypse. Wenn man sich die Songs der Truppe anhört, scheinen sie aber meist der Apokalypse oder einem dritten Weltkrieg sehr gelassen entgegen zu schauen: Zumindest instrumental grooven die Amis die meiste Zeit recht gemächlich durch die Botanik, lediglich die Vocals, die sich zwischen Old-School-Kreischen, dumpfen Rufen und deftigen Geschrei abspielen, lassen vermuten, dass es hier nicht um einen Tag am Strand geht.

Wie so viele andere Bands halten sich Black Tusk erst mit einem Intro auf, das aber in diesem Fall wenigstens richtig geiles Drumming zu bieten hat, bevor mit "Bring Me Darkness" der erste "richtige" Track lauert. Rock'n'Roll, gemischt mit Sludge, gemischt mit Sumpf - Halt, Sekunde, eigentlich ist eine gute Spur Black Metal im Sound der Amis enthalten, auch ein paar thrashige Einsprengsel kann man heraushören. Wirklich gewöhnungsbedürftig ist hier nur der Gesang, bei dem man nie so richtig weiß, ob man ihn nun geil finden soll oder nicht. Dabei ist es auch völlig egal, wer von den Dreien gerade am Mikro steht - ein bisschen strange klingen sie alle, im besten Fall, als würde man einen Haufen räudige Katzen in einen Sack sperren und den gegen die Wand hauen.

Der Beinah-Titeltrack "Set The Dial To Your Dome" kommt dann eine Spur düsterer daher als seine Vorgänger, auch hier herrscht der Gesang eher ein bisschen im Hintergrund vor, klingt also immer ein wenig, als würden die Herren ihr Mikro zu weit weg halten. Man ist immer versucht, den Lautstärkeregler noch einen Tick nach rechts zu drehen; davon vibrieren einem dann zwar die Zehnägel, der Gesang bleibt aber immer irgendwie obskur.  Auch das finale "Crossroads And Thunder" vermag es nicht so recht Licht ins undurchdringliche Sumpfgestrüpp zu bringen; zwar grooven sowohl Gitarre als auch Bass ordentlich und das Drumming ist wie schon bei den vorherigen Songs absolut klasse, aber öfter als zwei- oder dreimal muss man den Track nicht unbedingt hören.

Ingesamt ist "Set The Dial" weder Fisch noch Fleisch - richtig geile Instrumentalparts wie im Intro "Brewing The Storm" treffen auf gewöhnungsbedürftige Vocals und einen leicht gelangweilten Unterton. Man kann sich gut vorstellen, dass Black Tusk live abgehen wie Nachbars Katze, auf Platte reicht es aber erstmal nur für sechs Punkte.

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