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Black Tusk: Pillars Of Ash

Sumpfig, rotzig, krustig
Wertung: 7,5/10
Genre: Sludge Metal
Spielzeit: 34:04
Release: 29.01.2016
Label: Relapse Records

31 ist einfach kein Alter zum Sterben. Vor allem dann nicht, wenn man als Musiker gerade mit seiner Band ein neues Album eingespielt hat und sich bereit macht, dieses auf der bisher größten Tournee der Karriere unter das Volk zu bringen. Bassist und Sänger Jonathan Athon kam ein Motorradunfall dazwischen, der ihn im November 2014 erst ins Krankenhaus beförderte, wo er letztlich seinen schweren Verletzungen erlag. Nach langem Hin und Her konnten die beiden verbliebenen Mitglieder, Drummer/Sänger James May und Gitarrist/Sänger Andrew Fidler, sich dazu entschließen, Black Tusk weiterzuführen. Mittlerweile wurde die Truppe durch den langjährigen Musikerfreund Corey Barhorst wieder zum Trip aufgestockt.

Somit ist die vorliegende „Pillars Of Ash“ also das letzte Album, auf dem Athon noch zu hören ist – sowohl sein Bass als auch seine Stimme. Im Gesamtbild bewegt man sich hier etwas flotter durch die Songs als beim letzten Full-Length-Album „Set The Dial“, auch die Produktion ist etwas klarer; aber natürlich nicht so transparent, dass der selbst geschaffene Begriff „Swamp Metal“ nicht mehr funktionieren würde. Schlammig, sumpfig, sludgy, diesbezüglich haben Black Tusk sich kaum verändert.

Eben drum wird mit „God’s On Vacation“ auch gleich zu Beginn ein richtig fieser Brecher auf den Hörer losgelassen, die Gitarren sägen sich ins Hirn, der dreifache Gesang klingt immer noch genauso manisch wie in der Erinnerung. Mit „Bleed On Your Knees“ gibt es dann gleich im ersten Drittel einen absoluten Kracher auf die Ohren, der mit bedrohlichen Gitarren- und Bass-Spuren eingeleitet wird und mit Einsetzen der Vocals an Tempo zulegt. Headbangen, Pogen, Tanzen – hier alles kein Problem, da ist für jeden was dabei. „Born Of Strife“ befreit sich dann ein wenig mehr vom Sludge und tendiert eher in Richtung Punk und Crust, die Jungs zeigen sich gleichbleibend rotzig.

„Black Tide“ spielt mit Tempowechseln zwischen Punk, Two-Step und Doom, dazwischen tummeln sich immer mal wieder Gitarren, die auch im Black Metal durchaus Verwendung gehabt hätten. Ähnliches hatte man auch auf „Set The Dial“ schon ausprobiert, funktionieren kann das natürlich nur, weil Black Tusk a) großartige Musiker sind und b) sich nicht einen Hauch um Genrebegrenzungen scheren. Mit „Punk Out“ haben die Amis dann noch die Kollegen von Tank 18 gecovert und einfach einen waschechten Punk-Rotzer mit in die Setlist geschmuggelt, der sich aber wunderbar in den Albumreigen einfügt. Das finale „Leveling“ hat dann doch noch eine Überraschung parat, obwohl es zu Beginn ganz nach einem typischen Black-Tusk-Song klingt – rasant galoppierende Drums, zerrende Gitarren und viel Geschrei. Das letzte Drittel des Songs ist allerdings einem wunderschönen Instrumentalteil mit Klaviertönen vorbestimmt, das die Platte ruhig ausklingen lässt.

Fazit: „Pillars Of Ash“ kommt um einiges stärker daher als noch „Set The Dial“. Obwohl die Amis ihrem Sound weitgehend treu geblieben sind, steckt hier ein bisschen mehr Arschtritt dahinter, auch das Chaos der früheren Songs scheint ein wenig mehr gebändigt worden zu sein, ohne allzu bieder zu klingen. 7,5 Punkte gibt es für die letzte Platte mit Jonathan Athon.

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