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Black Tide: Post Mortem

Mit Sicherheit ein Dauerbrenner im CD-Schacht
Wertung: 7.5/10
Genre: Modern Metal/ Metalcore/ Hardrock
Spielzeit: 43:16
Release: 26.08.2011
Label: Spinefarm Records/ Universal

Drei Jahre und zig Tausend verkaufte Debütalbem später und endlich stehen Black Tide mit dem längst fälligen Nachfolger „Post Mortem“ in den Startlöchern. Zuerst muss man aber mit der Mär aufräumen, dass die Florida-Sunshine-Boys mit Hardrock über den Teich bei Familie Charts anklingeln. Heutzutage würde die Masse mit einem „Hallo, das ist doch Modern Metal“ lauthals aufschreien, Old-Schooler würde sich eher wegen des „Makesl“ Metalcore Kopf nickend abwenden. Hieß es hier noch zum Debüt „in Richtung Metallica, alte Anthrax oder Megadeth“, so kann man nun diese Informationen gleich wieder über Bord kippen – anno 2011 schwimmen Black Tide mehr im Fahrwasser von Avenged Sevenfold und Bullet For My Vallentine.

Ein richtige Wohltat ist sogleich, dass diese Combo sich ohne Intro gleich auf dem Pfad der hart rockenden Tugend begibt, wobei sie nicht nur auf die zuckersüße Stimme von Frontmann Gabrial Garcia setzen, sondern ihn auch mal ordentlich bölken lassen, ohne dass er in Schreierei verfällt. „Ashes“ ist ein dermaßen catchy, nicht klebriger Song, der schnell auch die Stärken der Truppe auslotet: griffige Melodylines treffen auf stark schreddernde Gitarren, die immer wieder mit hochmelodischen Sprengseln die treibenden Drums aufbrechen. 

Doch Black Tide machen nicht nur einen auf vorsichtig melodische Aggro-Keule, sondern bedienen auch mit „Fight Till The Bitter End“ die rockverkostende Radiolandschaft – nicht zu soft, ein wenig 5 Bugs, ein extrem griffiger Refrain und schon ist ein Singlehit geboren, der in so vielen anderen Reviews unverständlicherweise so gar nicht gut wegkommt. Komplett balladeskes Feeling versprühen sie dann mit „Into The Sky“ – das ruhigste Stück haben sie dazu an den Schluss der CD gepackt – und auch hier: Wie aus dem Schlaf zaubern Black Tide eine Mitsingmelodie aus dem Fundus der Mitsingmelodien, die sich ohne Umschweife im Oberstübchen einnistet und live für Feuerzeugalarm sorgen wird (Gibt es denn demnächst noch mehr Handyapps, wenn das Rauchverbot in ganz Deutschland konsequent umgesetzt werden sollte?). Nach etwas mehr als zwei Minuten entwickelt sich „Into The Sky“ quasi zu einem Bombast-orchestralen Arrangement, bevor dann der Akustischen doch wieder die letzten Fragmente des Songs zugesprochen werden.

Mit „Let It Out“ greifen sie ebenfalls in die fiese Trickkiste namens „Ohrwurm“, ein Track mehr rockig als Core, aber mit reichlich Herz, einem Refrain, der nach dem ersten Mal Hören sogar von der zukünftigen Schwiegermutter mitgepfiffen werden könnte, angereichert durch das wohl beste Gitarrensolo des Albums. Oder nimmt man „That Fire“, dass gleich mehrere Musikstile in sich vereint – da rifft die rockigmetallische Gitarre, da drumt sich das Schlagzeug teilweise schon fast industrial-mäßig durch die Gegend, und wieder feuern sie mit einem griffigen Refrain aus allen Rohren – vom Feuerzeug bis zu ausgedehnten Hüpfpartien ist der Song der geborene Live-Kracher.

Wer auch immer mosert – nicht hinhören, denn Black Tide können mehr als viele vorgaukeln. Griffige Hooklines, mitsingkompatible Texte, genau die richtige Mischung zwischen Härte und Melodie, die heutzutage Faninnen (frei nach Hella von Sinnen) und Fans von Bullet For My Vallentine und Avenged Sevenfold zu Tausenden in die Konzerthallen treibt – Black Tide sind nun ein Grund mehr, die sauer verdiente Kohle in den Rachen des Musikmarktes zu werfen. Das vielleicht nicht beste Album des Jahres, aber mit Sicherheit ein Dauerbrenner im CD-Schacht.

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