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Black Sun Aeon: Darkness Walks Beside Me

Die Definition von Talent
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Death Metal/Dark Metal
Spielzeit: 44:00
Release: 27.03.2009
Label: Stay Heavy Records

Und wieder einmal gründet der umtriebige Multi-Instrumentalist Tuomas Saukkonen ein neues Solo-Projekt – diesmal jedoch mit einer sehr viel breiter gefächerten stilistischen Ausrichtung als bei den anderen seiner zahllosen Bands und Projekte. Laut eigener Aussage soll Black Sun Aeon dabei seine dunkle Seite verkörpern, was sich insbesondere in der schwermütigen und bedrückenden Atmosphäre niederschlägt, die sich über die komplette CD erstreckt. Für „Darkness Walks Beside Me“ übernahm der Finne die komplette Instrumentierung selbst und ist zudem noch für die Growls zuständig, die angenehm rau und aggressiv klingen.

Zusätzlich wurden noch einige namhafte Gastsänger an Bord geholt – so unter anderem Amorphis-Growler Tomi Koivusaari und Sinamore-Sänger und Bandkollege Mikko Heikkila, der für den großartigen Klargesang zuständig ist. Mithilfe dieser Gäste gelingt es Tuomas Saukkonen die verschiedenen Gesichter des Albums noch besser auszuarbeiten und ihm noch mehr Abwechslung zu verleihen.

Grob einordnen lässt sich die in neun Kapitel eingeteilte Platte irgendwo zwischen Melodic Death Metal mit leichter Doom-Schlagseite, Gothic Metal und Dark Metal – was jedoch keineswegs eine befriedigende Beschreibung ist, denn auch innerhalb der Songs wird oft zwischen verschiedenen Genres gewechselt. Mal bestimmt auf dem gut produzierten Silberling das mal eingängige, mal doomige Riffing die Ausrichtung, zu anderen Zeiten sind es die optimal eingesetzten Keyboards.
So wird das Album mit den melancholischen Klavierklängen des Tracks „A Song For The Introduction“ eingeleitet, die nahtlos in den todesmetallischen Anfang des eigentlichen Openers „A Song For My Wrath“ übergehen, um nach einer Weile in einen melodischen, von Mikko Heikkilas sehnsüchtiger Stimme getragenen Refrain zu münden. Diese überraschenden Wechsel lassen sich im Laufe der Scheibe noch des Öfteren finden, wobei insbesondere die akustischen Passagen das Album angenehm auflockern.

Auf „A Song For My Sorrow“ hat Tomi Koivusaari seinen Auftritt und veredelt den Song mit seinem düsteren Growling, das einen starken Kontrast zu dem melodisch vorgetragenen Klargesang bildet und zusammen mit den häufig eingesetzten akustischen Spielereien den Track zu einem Highlight des Albums macht.

„A Song For My Weakness“ überrascht dann mit dem Einsatz des Moonsorrow-Frontkreischers Ville Sorvali, der den Song zu einem der aggressivsten Stücke auf „Darkness Walks Beside Me“ macht – trotzdem bietet das Stück gegen Ende noch einen grandiosen Refrain, der wie immer optimal vom Sinamore-Sänger vorgetragen wird. Ein weiteres Mal zu hören ist Ville in „A Song For My Illness“, dem härtesten Track des Albums. Hier wird nur am Anfang Klargesang verwendet, der zudem ein wenig rauer als sonst klingt, der Rest des Songs ist kompromisslos todesmetallisch gehalten.

Den Abschluss der Scheibe macht das ein wenig an Swallow The Sun erinnernde „A Song For My Funeral“, an dessen Ende Tuomas und Mikko gemeinsam den langerwarteten Satz „Darkness Walks Beside Me“ anstimmen und beim Hörer eine Gänsehaut verursachen.
Zusätzlich zu den regulären Tracks bietet das Album noch einen Bonustrack, der das neunte Kapitel darstellt. Es handelt sich  dabei um ein schönes und abwechslungsreiches Instrumental-Stück namens „A Song For The One That Passed Away“.

Tuomas Saukkonen ist mit „Darkness Walks Beside Me“ ein hervorragendes Album gelungen, das insbesondere durch die dichte Atmosphäre und das hohe Maß an Abwechslung besticht. Zudem stehen dem Finnen einige äußerst kompetente Gastsänger zur Verfügung, die der CD viele verschiedene Gesichter verleihen und dafür sorgen, dass nicht ein einziger Ausfall zu vermelden ist.

Jeder, der meint, mit den anfangs genannten Genres etwas anfangen zu können, sollte unbedingt in diese Platte reinhören, denn hier wird feinste finnische Handwerkskunst geboten – ein weiteres gelungenes Projekt in dem endlos scheinenden Arsenal von Tuomas Saukkonen.

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