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Black Stone Cherry: Magic Mountain

Back to the roots
Wertung: 9/10
Genre: Hard Rock, Southern Rock
Spielzeit: 55:00
Release: 06.05.2014
Label: Roadrunner Records

Es gibt doch kaum etwas schöneres, als eine Band, die nach einem durchwachsenen, etwas zu offensichtlich auf kommerziellen Erfolg ausgerichteten Album, zurück zu ihren Wurzeln findet. Bei Black Stone Cherry liegen diese Wurzeln, den ersten beiden etwas härteren Alben zum Trotz, wohl eher im Southern Rock. Wichtiger als die Genrezuordnung ist aber letztendlich, dass das mittlerweile vierte Album der Amis glücklicherweise wieder einen eigenwilligeren und authentischeren Sound als der oft kritisierte Vorgänger besitzt.

Zwar finden sich auch auf „Magic Mountain“ langsamere Balladen wie „Sometimes“ oder „Runaway“, insgesamt wirkt das Album aber trotzdem rauer als „Between The Devil And The Deep Blue Sea“ und hat wieder mehr Songs von der Kategorie, die einfach Spaß macht und dank derer Black Stone Cherry so schnell so erfolgreich geworden ist.

Absoluter Hit der Platte ist das relativ simple, dafür aber extrem eingängige „Me And Mary Jane“ – einfach, weil es sich direkt im Ohr festsetzt und vor allem live sicherlich schnell zum Klassiker werden wird. Auch die anderen Songs brauchen sich aber keinesfalls zu verstecken. Black Stone Cherry verknüpfen gekonnt druckvolle Riffs mit eingängigen Melodien. Bestes Beispiel dafür ist „Peace Pipe“: Harte, vom Gitarrenriff getragene Strophen stehen hier im krassen Kontrast zu melodiösen Refrains mit Ohrwurmcharakter. Für ein schönes Solo in der Mitte der Nummer bleibt natürlich auch noch Zeit.

Generell ist die Mischung zwischen Balladen, druckvollen Hardrocknummern und Songs, die irgendwo dazwischen liegen, auf „Magic Mountain“ gut gelungen. Da gibt es das ruhige und nachdenkliche „Sometimes“, Nummern wie „Dance Girl“, die im Grunde fast ausschließlich von einem drückenden Riff leben, aber trotzdem Spaß machen, oder aber druckvolle und abwechslungsreiche Songs wie „Magic Mountain“, bei denen die Bandmitglieder dann auch einmal zeigen können, was musikalisch so in ihnen steckt.

Was das Album von anderen abhebt, ist letztendlich die simple Tatsache, dass es nicht allzu viele Bands gibt, die dermaßen grooven, wie es die vier Amerikaner tun. Black Stone Cherry schaffen es mit relativ simpler, dafür aber extrem cooler Gitarrenarbeit, einem treibenden Schlagzeug, gut platzierten Breaks, liebevoll auskomponierten Übergängen und gelegentlichen Temposteigerungen druckvolle Songs zu produzieren, die über die gesamte Spielzeit nichts von ihrer Energie und Faszination verlieren.

Ganz wichtig dabei: Die vier Musiker wissen ganz genau, wann weniger mehr ist und verleihen ihren Songs durch cleveren Einsatz ihrer Mittel eine ganz besondere Dynamik. So hört man manchmal eben nur Gesang und Schlagzeug, lediglich ein Gitarrenriff oder eine kurze simple Melodie, in der Kombination mit den Songteilen, bei denen die gesamte Band beteiligt ist, macht aber genau das den Charme der Combo aus.

Letztendlich scheint es, als müsse man sich langsam damit abfinden, dass Black Stone Cherry sich zunehmend in Richtung Southern Rock verschieben, um Lynyrd Skynyrd zu beerben.

Das wird manche freuen und andere ärgern, gehört aber einfach zum Evolutionsprozess einer Band und da es die Amis es immer noch verstehen, interessante Songs zu komponieren und diese dann mit einer unglaublichen Perfektion und Coolness präsentieren, kann man es ihnen eigentlich kaum übel nehmen. Erst recht nicht, da das gesamte Album wieder absolut authentisch rüberkommt. Die Band erfindet sich dabei zwar nicht neu, die Songs machen, von wenigen Schwachpunkten abgesehen, aber Spaß wie eh und je.

Alles in allem ist „Magic Mountain“ also ein wirklich gelungenes Album geworden, das mit rauem Sound, abwechslungsreichen Songs, gutem, detailverliebtem Songwriting und dem für Black Stone Cherry typischen Groove überzeugt und sowohl alte als auch neuere Fans zufrieden stellen sollte.

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