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Black Stone Cherry: Between The Devil And The Deep Blue Sea

Eine Platte für jede Stimmung
Wertung: 8.5/10
Genre: Southern Rock, Rock'n'Roll
Spielzeit: 41:34
Release: 27.05.2011
Label: Roadrunner Records

Black Stone Cherry haben sich in den vergangenen Jahren zu den Lieblingsschwiegersöhnen der Southern Rock-Szene gemausert. Nach gerade mal zwei Alben, nämlich dem 2006er selbstbetitelten Debüt und dem Nachfolger „Folklore And Superstition“ zwei Jahre später haben sich die vier Südstaatler eine derartig große Fangemeinde erspielt, dass mit dem dritten „make it or break it“-Scheibchen eigentlich nicht so viel schiefgehen kann.

Die Herren Chris Robertson (Sänger), Gitarrist Ben Wells, Bassist Jon Lawhon und Schlagzeuger John Fred Young wissen zweifellos, wie man guten Rock’n’Roll mit Southern Rock-Gewand auf die Meute loslässt. Neben Chris’ grandioser Stimme, die immer leicht zwischen souligen Passagen und Whiskey-geschwängertem Kneipengesang schwankt, brilliert natürlich besonders Gitarrist Ben mit großartigen Riffs, Soli und einem Power-Schredding, das bei Knallern wie „Change“ besonders gut durchkommt. Überhaupt bietet „Between The Devil And The Deep Blue Sea“ trotz seines sehr sperrigen Titels keine verschrobenen Frickeleien, stattdessen gehen die meisten Songs entweder straight noch vorne oder winden sich balladesk angehaucht durch die Spielzeit und hinterlassen ein leichtes Lonesome Rider-Gefühl, wie beispielsweise der letzte Track „All I’m Dreamin’ Of“, bei dem man sich nur allzu gut vorstellen kann, wie Chris auf einer Veranda sitzt und sich selbst diesen traurigen Song auf der Akustischen vorklampft.

Gestartet wird aber erst mal mit einem Track, der sich als Opener verdammt gut macht und auch live sicherlich für schwingende Matten sorgen wird – „White Trash Millionaire“ hat das Rock’n’Roll-bewährte Dicke-Eier-Feeling, das Black Stone Cherry zum Glück nur selten zur Schau stellen (und wenn, dann ungleich charmanter als einige ihrer Kollegen) und besticht durch eine bratende Gitarre und punktgenaues Drumming. „Such A Shame“ erinnert dann textlich ein wenig an Seethers „Love Her“ – in beiden Fällen geht es um ein Mädchen, das auf verschiedene Art misshandelt wird und am Ende stirbt; ob durch Selbstmord oder Mord, sei dahingestellt – allein bei der Zeile „They found her body, face down dead in the rain, such a shame/Such a pretty face never should’ve felt this pain“ läuft es einem kalt den Rücken rauf und runter und die Gänsehaut stellt sich quasi sofort ein und verschwindet für lange Zeit nicht mehr. Ein großartiger, extrem berührender Song, in dem Chris’ Stimme einen wesentlichen Teil zur traurigen Stimme beiträgt.

„Like I Roll“ erinnert dann stark an die alten Matchboy Twenty, als sie sich noch nicht der Generation Radio-Rock verschrieben hatten und beschwört, wie es viele Southern Rock-Songs an sich haben, das Bild heraus, wie ein alter Cadillac oder eine Corvette über die endlosen Highways rast. „Shake“ dagegen ist ein Partyhammer, der sicherlich für wackelnde Hintern sorgen wird und das ist vermutlich genau das, was die Band damit anzetteln wollte. Es fällt aber klar auf, dass dieser Song, ebenso wie „Blame It On The Boom Boom“, die schwächsten der Platte sind – was einfach daran liegt, dass Partysongs nicht das sind, was man von BSC hören möchte. Die Jungs haben geile Songs abonniert, da fallen solch platte Tracks schnell mal negativ auf.

„Change“ ist dann schon wieder ein anderes Kaliber. Der Track startet mit einer ähnlich wummernden Dynamik wie der Album-Opener, dazu der aggressivere Gesang – eine feine Sache. Man kann sich förmlich die Pyroeffekte zu der dazugehörigen Liveshow vorstellen. Ein Fazit fällt insgesamt natürlich sehr positiv aus – die Herren haben Hummeln im Arsch und können das super auf Platte transferieren, auch wenn ich persönlich wie gesagt mit den „Partysongs“ wenig anfangen kann. Das ist aber nur ein kleines Manko auf dieser wirklich geilen Platte, die man sich immer, überall und in jeder Stimmung anhören kann und sollte.

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