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Black Space Riders: Black Space Riders

Musik wie aus einem anderen Raumkontingent und einer anderen Zeit, kurz: Space Rock
Wertung: 7.5/10
Genre: Psychedelic Fuzzy Stoner Space Doom Rock
Spielzeit: 60:04
Release: 21.05.2010
Label: Sound Guerilla / da music

Aus dem Münsterland kommt die Band Black Space Riders. Sie frönt dem Siebziger-Jahre-Rock, wie ihn Hawkwind oder auch teilweise Blue Cheer erschaffen haben. Das Ganze irgendwie mit einem Schuss grottenschlechter, schwarzweiß Science-Fiction-TV-Serien garniert. Eine seltsame brodelnde Mischung, die das ergibt. Hören wir mal rein, was da heraus gekommen ist.

Richtig gut startet die Band mit „Spacebomb“ und man wird quasi per Schleudersitz in den Orbit um eine auf dem Mond vergessene Musikanlage befördert. Der Schädel zuckt im Takt mit und der Stoner, Fuzzy Doom Rock, der zwischen Midtempo und Doom wandelt, verbreitet seine Vibes. Cool gemacht und funktioniert, was will man mehr?

Na klar: Zwei Songs in Form einer Geschichte über die Farbe schwarz. Die Band kann froh sein, dass sich das Universum schneller ausbreitet als das Licht und wir deshalb nicht alle Sterne sehen können, sonst wäre es nämlich aus mit der Farbe Schwarz am Himmelszelt. Mit deutlich mehr Doom in den Adern kommt Part II richtig gut rüber.

Wer denn nun die gasgebenden „Stoned Bikers In Space“ sind, dürfte doch wohl schon jedem klar sein. Schade, dass auf dieser rasanten Weltraumtour die Musikbegleitung ein wenig langweilig geraten ist. SAQ sorgt zwar für einen grundsoliden Bass, aber was Sänger JE und Sli an den Gitarren abliefern, reißt nun wirklich niemanden mehr vom Hocker. Dazu die immer ewig gleiche Textzeile, sozusagen als Refrain, nein danke.

„Hide From The Spacelight“ ist ein logischer Titel für die Band, denn Spacelight ist ja nicht schwarz und somit nicht akzeptabel für die Formation. Vielleicht hätte man aber auch diesen wirklich spacigen Song verstecken sollen - vor dem Hörer allerdings. Trotz gelegentlicher gelungener Ansätze wirkt das eher langweilig und ein wenig zu fern vom normalen irdischen Bewusstseinszustand. Hier kann lediglich das Gitarrensolo richtig punkten.

Track Sechs, der Song mit dem mit Abstand uninspiriertesten Namen ist wieder einmal lediglich ein spaciges Intro für den zweiten Teil des Gesamtsongs. Und dieser zweite Teil hämmert sich ohne Erbarmen in das Gedächtniszentrum im Schädel ein. Bester Stoner Rock mit kleinen seltsamerweise nicht störenden Synthesizer-Waffeneinsätzen. Auch wenn der Gesang teilweise etwas lahm wirkt, ist dies ein wirklich guter Song. Eigentlich sogar so etwas wie das Highlight des Albums.

„Voodoo Spaceship“ wartet zu Beginn fast schon mit Motörhead-tauglichem Bass auf bevor das Ganze dann aber ein leicht durchgedrehtes, sich musikalisch fast überschlagendes Ereignis wird. Schade, denn daraus hätte wirklich etwas Großes werden können, aber eine überraschende Abwechslung ist es allemal. Mit mehr Schubcharakter agiert dann Track Neun. Der Kopf nickt mit, ohne in Extase zu fallen

Nummer Zehn der Tracklist ist dann der letzte eigenständige Song, da es dann nur noch eine Trilogie gibt. Der extrem abgedriftete Beginn lässt schlimme Medikamentierungsfehler befürchten, aber man rettet sich dann doch noch auf eher übliche rockige Songstrukturen. Wenn es da oben so zugeht, dann stelle ich mich jetzt mal arrogant hin und sage: „Hey Ihr Aliens, ihr könnt mir gestohlen bleiben. Wenn ihr was wollt, dann kommt gefälligst hier hin und zeigt, dass ihr was in der Hose habt!“

Die Space-Trilogie wartet mit einem wirklich guten ersten Teil auf, der sich spätestens zum Refrain im Schädel festsetzt. Da grölt man doch gerne mal mit. Part II wirkt dagegen eher nachdenklich und ein wenig desillusioniert (Ist der Space doch nicht schwarz?). Coole, relaxte Nummer mit Sorgenfalten hätte man der Band sicher nicht zugetraut. Erst zum Ende hin wird das Ganze dann mit einer Explosion von Schmerzen und ohnmächtigen Gefühlen zur Eruption gebracht. Ein wirkliches „Heading for the End“.

Als Abschluss dann das aufrüttelnde dritte Teilstück, welches lediglich durch die Backvocals ein wenig auf die Erde zurück geholt wird.

Fazit: Ich bin mir nicht sicher, ob oder welche Medikamente die Band nimmt, aber eins ist sicher: Die Dosierung ist falsch. Jeder Song scheint das Wort „Space“ oder „Black“ in seinem Titel tragen zu müssen. Ob man hiermit eine höhere Google-Auffindbarkeit ereichen möchte? Keine Ahnung, aber irgendwie nervt das schon beim ersten Album, hinzu die häufigen Duo- beziehungsweise Trio-Packs an Songs, die auch einzeln hätten stehen können. Schönerweise gibt es aber auch Musik hinter den ganzen Imagespielereien und die ist auch wirklich gut.

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