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Black Sabbath: Dehumanizer (Re-Release)

Wer das Album noch nicht hat, sollte zuschlagen, für alle anderen ist ein Kauf nicht zwingend
keine Wertung
Genre: Doom, Heavy Metal
Spielzeit: 91:38
Release: 04.02.2011
Label: EMI

Das 1992 erschienene „Dehumanizer“ dürfte eines der meist unterschätzten Alben in der Diskographie von Black Sabbath darstellen – wobei meiner bescheidenen Meinung nach dasselbe für die ebenfalls hervorragenden Scheiben mit Tony Martin gilt. Als Sangesgott Ronnie James DIO (R.I.P.) nach Martins Ausstieg zu Sabbath zurückkehrte und die Platte herauskam, dachten viele Fans wohl gleich wieder an „Heaven And Hell“ und „Mob Rules“ und erwarteten einen Klassiker desselben Kalibers. Sicherlich ist „Dehumanizer“ das nicht geworden, da nicht die Hitdichte wie auf den beiden ersten Alben mit dem Ex-Rainbow-Sänger vorhanden ist und das Material etwas sperriger und schwerer zugänglich wirkt, aber allein Tony Iommis tonnenschweres, unverkennbares Riffing in Songs wie „Computer God“, „After All“ oder dem finalen „Buried Alive“ ist immer noch Sabbath in Reinkultur, und mit „TV Crimes“ hatte man außerdem eine flottere Nummer am Start, die als Single ausgekoppelt wurde und es immerhin auf Platz 33 der britischen Charts schaffte. Erwähnenswert dürfte außerdem noch „Too Late“ sein, das ein wenig an Epen wie „Children Of The Sea“ oder „Falling Off The Edge Of The World“ angelehnt war, wenn es auch nicht an dieses Niveau herankam.

Inzwischen erfreut sich das Album allerdings größerer Beliebtheit als Anfang der Neunziger und auch die Band scheint es immer noch zu mögen, sonst hätten Heaven & Hell nicht bis zum Tod von Ronnie James Dio bei jedem Konzert mehrere Songs daraus gespielt. Der ein oder andere wird anhand dieser Wiederveröffentlichung möglicherweise die Plattenfirma beschuldigen, Leichenfledderei zu betreiben, doch sei angemerkt, dass das Remastern der alten Sabbath-Klassiker schon seit längerer Zeit läuft, ein solcher Verdacht also nicht aufkommen muss.

Dennoch stellt sich selbstverständlich die Frage, wie brauchbar beziehungsweise essentiell dieser Re-Release ist. Da ist zunächst einmal die Aufmachung: Das Ganze kommt als Klappbuch mit zwei CDs – oder wahlweise LPs – daher, was optisch schon einmal sehr schön ist, und auch das Booklet bietet einige interessante Anmerkungen zur damaligen Produktion und Gesamtsituation im Hause Black Sabbath, zusammengefasst von Dom Lawson vom Metal Hammer. Leider muss zugunsten dieses ausführlichen Textes auf die Lyrics verzichtet werden, die in der Originalausgabe im Booklet abgedruckt sind.

Was den musikalischen Teil anbelangt, so sind neben dem remasterten Originalalbum auf dem ersten Silberling einige Raritäten auf der zweiten Scheibe zu finden, darunter einige Livetracks von einem Konzert vom 25. Juli 1992 im floridanischen Tampa, von denen einzig „Master Of Insanity“, das in einer Version mit Parts von „After All“ kombiniert dargeboten wird, bislang unveröffentlicht war. Die anderen vier Tracks sind bereits früher schon einmal als B-Seiten zweier Ausgaben der „Master Of Insanity“-Single erschienen, die wohl schwerlich noch erhältlich sein dürften.

Daher dürften jene Live-Bonustracks wohl auch den größten Kaufanreiz für alle Fans bieten – die anderen Boni (ein Single-Edit von „Master Of Insanity“, eine ein paar Sekunden längere B-Seiten-Version von „Letters From Earth“ und die „Wayne’s World“-Ausgabe von „Time Machine“) sind eher weniger spannend, und bezüglich des Remasterings des Albums selbst höre ich ehrlich gesagt eigentlich keinen gravierenden Unterschied zum Original.

Aus diesen Gründen ist eine Anschaffung für alle, die „Dehumanizer“ bereits im Plattenregal stehen haben, kaum zwingend notwendig, es sei denn, man ist ein absoluter Hardcore-Fan, der einfach alles von der Band haben muss. Wer das dritte von insgesamt vier Sabbath-Studioalben (wenn man das unter dem Namen Heaven & Hell erschienene „The Devil You Know“ mal mitzählt) mit Dio am Mikro hingegen noch nicht besitzt, kann hier bedenkenlos zuschlagen – die zusätzlichen Live-Performances und die hübsche Aufmachung zeugen jedenfalls davon, dass man sich Mühe gegeben hat.

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