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Black River: Black'n'Roll

Dreckig, rotzig und voller Whiskey
Wertung: 9/10
Genre: Metal, Rock´n´Roll
Spielzeit: 41:25
Release: 18.01.2010
Label: Mystic Production

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Da schließen sich Maciek Taff und "Kay" Wtulich, beide Mitglieder der Gothic/Progressive-Band Neolithic, „Orion“ Wroblewski – seines Zeichens Bassists der Black/Deather Behemoth - und „Daray“ Brzozowski, der unter anderem schon für Dimmu Borgir drummte, zusammen, um ein Rock'n'Roll-lastiges Metalalbum zu fabrizieren. Der Einzige, der einigermaßen aus der Szene kommt, ist Zweitgitarrist Art, der bei den Rockern von Soulburners zugange ist.

Mit „Black'N'Roll“ haben die Männer bereits zum zweiten Mal seit ihrer Gründung 2008 ihre hochprozentige Mischung aus Schwermetall und Rock'n'Roll auf CD gepresst, um aus dem Hauptquartier in Polen heraus die Welt zu infiltrieren. Da werden Zakk Wylde-mäßige Soli aufs Parkett gelegt, Sänger Taff bedient sich unter anderem der Gesangstechniken des Corrosion Of Conformity-Kollegen Pepper Keenan und man findet in weiten Teilen Anleihen an Monster Magnet, Danzig und good old Psychobilly.

Für diese Platte brauch man tatsächlich nichts außer einem guten Glas Whiskey – sämtliche Stücke kommen so authentisch, so dreckig daher, dass es eine wahre Freude ist. Direkt beim ersten Song, „Barf Bag“, wird die Richtung der nächsten Dreiviertelstunde vorgegeben: Geradeaus, mit dem Kopf durch die Wand. Southern Rock-Gitarren à la ZZ Top und ein ziemlich typisches Gitarrensolo begleiten die extrem coole Stimme von Taff, der sich locker durch den Song schlängelt. „Isabel“ zeigt die ersten Anflüge von Psychobilly, erinnert der Rhythmus doch schwer an das „Inhumane“-Album der Koffin Kats. Punkig-fröhlich wird hier vor sich hingeschreddert, während Taff den perfekten Psychobilly-Sänger mimt. Überhaupt hat der Mann einige beeindruckende stimmliche Variationen in petto, die einen wahlweise denken lassen, man sei unter Zombies auf den Friedhof geraten oder in der Kneipe um die Ecke in eine Barschlägerei geraten. Fehlt nur der Klang einer Whiskeyflasche, die er auf seinem Kopf zerdeppert.

Bevor das passieren kann, dreht die Band in psychedelischere Gefilde ab. Der schleppende Tonfall im Gesang erinnert leicht an den guten alten Lemmy nach seinem morgendlichen Drink, dann walzt sich das Misfits-mäßige Titelstück in den Vordergrund. Der perfekte Song zum Tanzen und Saufen, wenn es je einen gegeben hat. Nicht, dass der Rest des Albums diese Tätigkeiten nicht unterstützen würde, aber hier treiben Black River es wahrhaftig auf die Spitze. Dass die Jungs auch gerne mal Songs stibitzen, zeigt sich bei „Jumping Queenny Flash“, in dem ganz frech „God Save The Queen“ von den Sex Pistols mit „Jumpin' Jack Flash“ von den Rolling Stones gemischt wurde. Heraus kommt eine relativ lustige Kombi, die durchaus auch von den Anarcho-Punks hätte stammen können.

Ohne Ausfälle geht es weiter, hier reiht sich das sehr rock'n'rollige „Loaded Weapon“ mit seinem leicht epischen Chorus und dem aggressiven Gesang an das deprimierend schöne „Morphine“ – von den beiden letzten Songs „Like A Bitch“ und „Young'n'Drunk“ gar nicht zu reden, deren Titel schon alles sagen, was man über die Songs wissen sollte.

Fazit: Es ist laut, es ist dreckig, es ist whiskeygeschwängert und es ist eine fast perfekte Verknüpfung von metallischer Aggression und der Unbeschwertheit des Rock'n'Roll. Genial ist auch, wie viele verschiedene Einflüsse die Platte bietet – hier dürfte für jeden etwas dabei sein und man kann nur hoffen, dass Black River trotz der diversen Bands der Mitglieder auch weiterhin besteht.

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