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Black Messiah: Oath of a Warrior

Eine stimmige Mischung aus atmosphärischen Sounds und Geknüppel
Wertung: 9/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 56:55
Release: 25.04.2005
Label: Einheit Produktionen

Gegründet im Jahre 1994 als reine Old-School Black Metal Band veröffentlichen Black Messiah ein Jahr später das erste, inzwischen vergriffene Demo. Nach einem Streit trennt sich ein Teil der Band von Sänger und Gitarrist Zagan, welcher deshalb endlich auch andere musikalische Elemente aus Folklore und Klassik in den bis dahin recht eintönigen Black Metal einfließen lassen kann. Das Album „Sceptre of Black Knowledge“ wird aufgenommen und spielt äußerst positive Resonanzen der Fachpresse ein. Doch als es dann an das zweite Album geht, kündigt Zagan den Plattenvertrag mit dem Label Last Episode nach Unstimmigkeiten in letzter Minute. Immer wieder kommt es zu Brüchen in der Band; Zagan bleibt als einziger Musiker von Anfang bis Ende durchgehend Mitglied. 2005 unterschreiben Black Messiah beim deutschen Label Einheit Produktionen und veröffentlichen über dieses im selben Jahr das Werk „Oath of a Warrior“.

Beim Überfliegen der Tracklist wird schnell klar, wohin sich dieses bewegt. Titel, getauft „Götterdämmerung“, „Christenfeind“ oder „Bury the Lambs of Christ“, geben die Richtung an. Was hier geboten wird, lässt sich wohl am ehesten als epischer Viking Metal bezeichnen. Voll von Bombast und Klischees - aber niemals kitschig - präsentieren sich 11 Songs mit einer Gesamtspielzeit von 56:55 Minuten.

Schon das Intro „Götterdämmerung“, klassisch und instrumental, gibt einen Vorgeschmack auf die Wand aus Gitarren und Keys, die den Hörer erwartet, bevor mit „A New Messiah“ dann auch richtig losgelegt wird. Zwar wird schon hier ordentlich geknüppelt, doch dämpfen die besagten Synthesizer Sounds die Härte gerade in den Phasen ohne Gesang und im Refrain deutlich ab. Noch eine Spur härter wird es im folgenden Song „Blutsbruder“, welcher im Gegensatz zum ersten Song - statt in englischer - nun in deutscher Sprache (insgesamt sind es vier deutsche Tracks) verfasst ist. Melodische Gitarrensoli kommen hier, wie in vielen weiteren Songs der Platte, zum Einsatz. Die am Ende des Liedes vorkommenden, fröhlich gezupften Mandolinen Klänge wirken zwar im ersten Moment deplaziert und verglichen mit dem Text („Für dich will ich sterben | ohne Reue ohne Angst | Mein Leben für dich geben | wenn du es von mir verlangst“) eher unpassend, überzeugen beim mehrmaligen Hören dafür aber umso mehr. Neben diesen Sounds sind auch immer wieder Violinen-Melodien zu vernehmen, die eine nette Abwechslung zu den angesprochenen Gitarrensoli bilden. Diese werden übrigens mit bis zu drei Stimmen gleichzeitig dargeboten. Für die dritte Gitarre hatte man sich entschieden, um folkloristische Parts überzeugend und mit gleicher Gitarrenwucht wie bei der Studioversion live performen zu können. Diese Passagen kommen nicht nur in Form von ungewöhnlichen Instrumenten zum Zug, sondern ebenfalls in akustischen Teilen, wie am Schluss des Songs „Bury the Lambs of Christ“ oder mitten im relativ langsam gehaltenen Lied „Christenfeind“, welches durch eine schöne, hintergründige Gitarrenmelodie im Refrain brilliert. Das zweiminütige „Setting Sails“ ist eins der drei instrumentalen Stücke auf der CD.

Während der Gesang normalerweise alles andere als clean, jedoch relativ gut verständlich ist, wird in „Feld der Ehre“ auf vollkommen klaren, sehr melodischen Gesang zurückgegriffen. Die relativ hektisch spielenden Instrumente und der sehr gefühlvolle Gesang harmonieren trotz dieses scheinbaren Kontrastes sehr gut. Zeremoniell singend beweist Zagan, dass er auch die klaren Vocals beherrscht und die Botschaft des Textes („Auf dem Felde der Ehre | Opfere ich meine Seele | für das Land meiner Väter | für den Glauben an Freiheit und Glück“) glaubhaft überliefern kann. Dies alles macht das Stück zum dem stärksten des Albums.

Betrachtet man die Texte von Anfang bis Ende, entdeckt man eine fortgeführte Geschichte. Allesamt stehen die Lyrics im Zeichen der heidnischen Kultur bzw. dessen Wiederbelebung, Erhaltung und der Trennung vom christlichen Glauben.

Die eher ungewöhnlichen, folkloristischen Parts und die unterlegenden Synthesizer-Teppiche sind es, die die CD in meinen Augen zu einem wirklichen Leckerbissen machen. Statt reinem, stumpfem Black Metal (versteht mich nicht falsch – auch das hat seine Reize!) wird hier eine stimmige Mischung aus atmosphärischen Sounds und Geknüppel gefunden, die sofort ins Ohr geht. Es dürfte seine Zeit brauchen, bis dieses Album totgespielt ist. Das dritte Album der Formation wird übrigens Anfang 2006 aufgenommen werden…

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