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Black Messiah: First War Of The World

Epische High- und Lowlights
Wertung: 6.5/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 65:42
Release: 20.03.2009
Label: AFM Records

Black Messiah sind zurück. Diesmal sogar mit Konzept: Die Pagan Metaller erzählen vom ersten Krieg der Welt, als sich laut nordischer Mythologie die Asen und die Vanen gegenseitig die Köpfe einschlugen. Weil eigentlich alles, was Odin, Thor, Tyr und Co. taten, ziemlich episch war, musste auch das neue Album ziemlich episch werden. Und weil das wiederum am besten mit viel Melodie und massiven Synthiewänden geht, legt die Band aus Essen mit „First War Of The World“ ein Werk ganz im Sinne des Vorgängers „Of Myths And Legends“ vor.

Die Sechs liefern auch 2009 hauptsächlich Pagan Metal mit dem einen oder anderen Einschlag aus dem melodischen Black Metal-Bereich. Dass das ihr Metier ist, beweist die Band seit ihrem ersten Album „Sceptre Of Black Knowledge“, allerspätestens seit „Oath Of A Warrior“. „Of Myth And Legends“ war dagegen melodischer, eingängiger und wies durch Nummern wie „Sauflied“ und „Moskau“ in eine Richtung, die dem ein oder anderen schon wieder zu viel des Guten offenbarte.

Doch „First War Of The World“ geht noch einen Schritt weiter. Auffällig ist in dem Sinne vor allem der weiter gewachsene Anteil an Klargesang. Der Song „Gullveig“ etwa zeigt uns, dass das fröhliche „Sauflied“ des Vorgängers kein einmaliges Experiment gewesen ist. Zwar vermöbelt Schlagzeuger Brööhl sein Instrument zwischendurch auch in diesem Song, doch kann er einen gewissen Kinderlied-Faktor in den Strophen nicht abwenden. Auch der clean gesungene Abschlusstrack „Söldnerschwein“, der wahrscheinlich nur live und unter Alkoholeinfluss für gute Laune sorgen wird, wirkt für ein Konzeptalbum zu sehr aus dem Kontext gerissen - vor allem, wenn er einem über weite Strecken ruhigen,  bedächtigen und fast dramatischen Song wie „Andacht“ folgt. Zwar bekam „Söldnerschwein“ die Auszeichnung „Bonustrack“, doch zugunsten eines stimmigen Gesamtbildes hätte man darauf guten Gewissens verzichten können. Auch im Track „Andacht“ kommen dank einem der zwei Gastauftritte des klassisch ausgebildeten Sängers Markus Wahlers keine extremen Vocals zum Einsatz.

Doch glücklicherweise liegt der Schwerpunkt trotz allem noch immer auf der Musik der Band, wie wir sie im Prinzip seit „Oath Of A Warrior“ kennen. „Vor den Toren Valhalls“ etwa ist eine Black Messiah-Bilderbuchnummer, die sofort klarmacht, dass die Formation es nicht verlernt hat, Melodie und Härte zu kombinieren. Die Synthieflächen sind präsent, allerdings übertreiben es die Sechs nicht damit. Auch „The Battle Of Asgaard“ überzeugt auf ganzer Linie und gipfelt in einem typischen Black Messiah-Instrumental-Part mit Sänger Zagans Geige in vollem Einsatz. Die Emotionen schwanken zwischen roher Melancholie, Dramatik und Feierlaune. Hier stimmt fast alles.

Leider gilt das nicht für alle Titel. Nummern wie „Von Rachsucht und Lüge“ oder auch der Opener „Tha Vanir Tribe“ fallen in die Kategorie „ganz okay“, gehören aber in Relation zu bisherigen Alben eher zu den schwächeren Songs der Band. Die Kleinigkeiten, die überragenden Melodien, die sich nach dem Hören älterer Lieder der Band stets in den grauen Zellen einnisteten, fehlen hier leider.

Ein Highlight der Platte folgt allerdings noch: Die Kombination aus klarem und extremem Gesang in „Burn Vanaheim“ erweist sich als genau richtig. Statt den Song in Richtung Volksmusik driften zu lassen, bereichern die cleanen Vocals ihn ungemein. So geht es doch auch.

„First War Of The World“ ist eine zwiespältige Angelegenheit geworden. In der Tracklist stehen Highlights neben Lowlights; ein Song lässt staunen, der andere rauscht an einem vorbei. Daneben stehen Nummern wie „Söldnerschwein“ und „Gullveig“ , an denen sich die Geister scheiden werden. Black Messiah wollen sich offenbar weiter auf dem durch „Of Myth And Legends“ eingeschlagenen Weg bewegen. Weiterentwicklung ist eine gute Sache, doch ein Album der Klasse „Oath Of A Warrior“ lässt auch die neue CD um Längen hinter sich.

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