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Black Lotus: Harvest Of Seasons

Auf den Spuren Primordials
Wertung: 6/10
Genre: Pagan Metal/Black Metal
Spielzeit: 44:02
Release: 01.10.2008
Label: Bleak Art Records

Melodischen Black Metal findet man in Kanada recht selten, doch Black Lotus beweisen, dass es dort auch in diesem Bereich Potenzial gibt. Auf den Spuren Primodials versucht man hier seine Kompositionen mit Folk-Elementen anzureichern und so eine melancholische Atmosphäre zu erzeugen.
Anders als bei vielen Genre-Kollegen spielt bei der Band Klargesang, der die Stücke noch erhabener und epischer wirken lassen soll, eine tragende Rolle. Doch leider scheitert er an der nur knapp über dem Durchschnitt anzusiedelnden Stimme des Frontmanns. Die Kreisch-Vocals hingegen können sich durchaus hören lassen, denn die Aggressivität und Rohheit dieser trägt die meistens schnelleren Stücke wunderbar.

Zwischen den Schlagzeug- und Riff-Gewittern gibt es ab und zu einige ruhige Akustik-Passagen zu hören, die dem Album eine düstere Folk-Atmosphäre verleihen und für ein wenig Abwechslung zwischen den ansonsten recht ähnlichen Songs sorgen - positiv hervorzuheben sind in jedem Falle die sehr stilsicher eingesetzten Keyboards, welche, anders als bei vielen der jüngeren Pagan-Bands nicht zu fröhlich oder gar kitschig wirken, sondern die Stücke eher im Hintergrund unterstützen und die melancholischen Melodien tragen.

Tracks wie das aggressive Stück „Of Pathless Woods“, das mit einem gelungenen Intro versehen ist, oder das mit einer Menge Klargesang ausgestattete „Terra Hiberna“ machen zwar durchaus Spaß, kommen aber nicht an das große Vorbild heran, denn die Kompositionen lassen oft Komplexität vermissen. Mit „The Fallow Earth“ haben Black Lotus einen Track, der zeigt, dass die Band großes Potenzial hat, denn der klare Gesang ist hier optimal eingesetzt und die erzeugte Atmosphäre äußerst dicht.

Textlich gesehen ist das Album sehr gelungen, denn die oftmals naturverbundenen oder mystischen Lyrics passen gut zu der Atmosphäre von „Harvest of Seasons“ und bieten einige einprägsame Textzeilen. Auf technischer Ebene bewegt man sich ein Stück über dem Durchschnitt - was hier geboten wird, ist zwar grundsolide, beeindruckt aber auch zu keiner Zeit wirklich. Die Produktion tönt ein wenig verwaschen aus den Lautsprechern, was dem Album aber nicht schadet, denn dies passt durchaus zu den rauen Stücken.

„Harvest of Seasons“ ist ein solides Album geworden, erhebt sich allerdings selten über den Durchschnitt. An manchen Stellen zeigen Black Lotus eine Menge Potenzial, doch um eine wirklich gute Scheibe abzuliefern, muss noch viel am Songwriting gefeilt werden, denn die Tracks lassen schlichtweg Abwechslung vermissen und kommen sehr vorhersehbar daher.
Trotzdem wird hier alles andere als ein schlechtes Album geboten, denn Fans von Primordial und Pagan Metal aus den 90ern sollten hier durchaus mal ein Ohr riskieren.

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