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Black Light Burns: The Moment You Realize You're Going To Fall

Nicht ganz so gut wie das Debüt
Wertung: 7.5/10
Genre: Alternative Metal, Crossover, Electro, Industrial Metal
Spielzeit: 65:26
Release: 10.08.2012
Label: Ninetone-Membran/Sony

Der Name Wes Borland dürfte sich in die Nu-Metal-Fans dieser Welt eingegraben haben wie sonst kaum einer. Der schräge mal-ja-dann-doch-wieder-nicht-Gitarrist der Rap Metaller Limp Bizkit und des selbsternannten und mittlerweile recht zahnlosen Schockrockers Marilyn Manson mit dem bizarren Make-Up und ebenso merkwürdigen Auftreten hat mittlerweile seit einer ganzen Weile eine eigene Band am Start. Bereits vor fünf Jahren erschien das Black Light Burns-Debütalbum „Cruel Melody“, ein düsterer Alptraum aus Metal, Rock und Electro, der zwischendurch die Facetten von Bands wie System Of A Down, Queens Of The Stone Age, aber auch Nine Inch Nails oder Smashing Pumpkins aufblitzen ließ und nie so richtig eingeordnet werden konnte.

Dass das erste Album dementsprechend klang, liegt vielleicht nah, wenn man sich das damalige Line-Up anschaut, in dem unter anderem Drummer Josh Freese tätig war, der auch schon für Bands wie A Perfect Circle die Stöckchen geschwungen hat. Auch Nine Inch Nailser Danny Lohner, der ebenso wie Freese mittlerweile nicht mehr bei BLB dabei ist, war mit von der Partie. „Cover Your Heart“ schließlich enthielt sehr viel mehr Electro-Elemente, handelte aber auch ausschließlich um Coverversionen und B-Sides. Mit „The Moment You Realize You’re Going To Fall“ steht nun also das zweite Full-Length-Album der Truppe in den Regalen, das sich durch diverse Limp Bizkit-Touren, deren neues Album sowie Borlands Aushilfsjob bei den großartigen From First To Last – deren ehemaliger Fronter Sonny mittlerweile übrigens als Skrillex weite Kreise der Verwüstung in der Musiklandschaft zieht – ein wenig nach hinten verschoben hat.

Allein der recht weitschweifige Albumtitel brennt sich schon ins Gedächtnis ein, zusätzlich kommt die Scheibe in einem attraktiven Klappbooklet daher, das natürlich von einem Artwork verziert ist, bei dem Mister Borland himself mitgewirkt hat. Nicht nur, dass der Mann Bass spielen und Singen kann, auch mit Malerei und Zeichnen kennt der Ami sich ganz gut aus. „The Moment…“ fällt auf den ersten Blick eine Spur düsterer aus als „Cruel Melody“, aber nicht weniger verstörend. Songs wie „The Colour Escapes“ mit der leicht Wild-West-tauglichen Gitarre, den perlenden Samples und den Tribaldrums bietet sich da direkt als Beispiel und Anspieltipp an – irgendwie allumfassend umhüllt einen der Track mit einer fast schon depressiven Melancholie.

Auf der anderen Seite steht ein Durchhänger wie das konfuse „Splayed“, das zwar mit recht Stoner-mäßigen Gitarren losgroovt, aber gesanglich nicht besonders viel reißen kann. Besonders im Refrain haut Wes da ordentlich daneben – schnell wegskippen. „We Light Up“ entpuppt sich dann als recht aggressiver Partytrack, den man gut während einer durchzechten Nacht hören und darauf abgehen kann. Im direkten Vergleich zu „Cruel Melody“ sind auf der neuen Scheibe aber wesentlich mehr Lieder gelandet, die ein bisschen schräg klingen – sowohl vom Gesang, als auch von der allgemeinen Struktur.

„Your Head Will Be Rotting On A Spike“ erinnert mich persönlich vom Titel her ein wenig an „Herr der Fliegen“, musikalisch tendiert der Song eher in Richtung NIN. Lässig wirbelt das Quartett durch Dark-Electro-Samples und fast gesprochene Vocals – trotz des etwas faden Einstiegs hinterlässt der Track doch einen recht guten Nachgeschmack. „Burn The World“ hat dann so einen leichten Blutengel-Touch in den Strophen, was der Band nicht mal schlecht zu Gesicht steht – Wes‘ tiefe Stimme kann hier einiges reißen und klingt um Längen besser als das schiefe Gefiepe bei „Splayed“. Zwischendrin wird zwar mal wieder in Smashing Pumpkins’sches Gejammer abgedriftet, aber es passt zumindest zum Track und somit hält sich der Störfaktor entsprechend gering.

Insgesamt muss man sich wie erwartet das Zweitwerk der Amis öfter anhören, um einen richtigen Zugang dazu zu finden. Im Vergleich ist aber das Debüt einen Hauch besser – dort verbergen sich geniale Ohrwürmer, die man so auf „The Moment…“ nicht grade zuhauf findet. Technisch wie auch optisch ist die Scheibe aber höchst ansprechend gemacht und wird Fans der Band sicherlich erfreuen.

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