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Black Horizon: The Choice

Black Horizon würden auch im Ein-Euro-Regal stehen bleiben wie Blei
Wertung: 2/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 55:07
Release: 01.03.2010
Label: Pervade Productions

Schon vor knapp einem Jahr wurde „The Choice” der Franzosen Black Horizon veröffentlicht. Grundsätzlich sei natürlich die Frage erlaubt, warum erst jetzt eine Promo die Runde macht. Dabei hat noch nicht einmal das zuständige Label Pervade Productions diese Arbeit eingeleitet, sondern Infernö Records greifen der Band tatkräftig unter die Arme und verteilten die CD gleich mit eigenem Material an die Presse.

Nun liegt also das Debut der Franzosen vor – was sich aber schnell als kleiner Etikettenschwindel entpuppt. Es war im Jahre 1991, als sich ein paar Burschen zu Burst Rats zusammenrauften, sich bald schon in Half Breed umtauften, um dann ab 1998 unter dem wenig originellen Namen Black Horizon mit klassischem Heavy Metal auf Kundschaftsfang zu gehen. Und da liegt auch der Hase im Detail, denn einige dieser Tracks landeten schon auf den ersten beiden Demos aus den Jahren 2000 und 2002 oder der EP „Time Is My Enemy“ aus dem Jahre 2005. Das relativiert dann auch gleich ordentlich den Begriff Debut und rückt das Ganze dann eher in die Schublade „Best Of alte Demos plus Neues“.

Wenn also einfach der Blick auf die Zeitschiene vom Gründungsdatum über die Demophase bis hin zum Debut aufzeigt, dass die Band mittlerweile über zig Jahre an den Songs herumfeilt, keimt schnell der Verdacht auf, dass über die ganzen Jahre hinweg gleich das Talent auch abgeschliffen wurde und im schlimmsten Fall erst gar nicht wirklich vorhanden war, denn zahlreiche gute Ansätze verpuffen wirkungslos, und wenn man sich gerade mit der Belanglosigkeit arrangiert hat, haut der weinerliche Bruno-Gesang gleich alle zarten Erwartungspflänzchen zu Brei.

Da versuchen sich Black Horizon mit einem leichten progressiven Anstrich in „Silence“, da wird schon fast powermetallisch etwas forscher der Vorwärtsgang bei „Tower“ eingelegt, doch der Rest dümpelt im Midtempo irgendwo im Nirgendwo, mal nett gemacht, doch wie heißt noch mal der kleine Bruder von „nett“? Kaum blitzt einmal eine gute Idee auf – geiles Solo in „Bastard“ übrigens - handwerkeln Black Horizon sauber und gut produziert, doch die fesselnden Rifforgien bleiben eingepackt – immer wieder nickt man zur handwerklich sauberen Arbeit, doch wenn kurze Zeit nach der CD das Telefon klingelt und die Stimme gegenüber wissen möchte, was denn da lief, tauchen unvermittelt schwarze Lücken im Gedächtnis auf, und unverblümt muss man zugeben, beim mehrmaligen Hören der CD einfach nur Zeit verplempert zu haben.

Fazit: Die Franzosen Black Horizon liefern mit „The Choice“ ein Debut ab, welches ein wenig zusammengeschummelt wurde, und bis auf einige gute Ansätze leider immer wieder im Fahrwasser der Belanglosigkeit herumdümpelt. Handwerklich kann man dem Quintett nichts nachsagen, nur Songs können sie daraus nicht wirklich entwickeln, Songs, die sich nachhaltig ins Gedächtnis brennen und einen hohen Wiedererkennungswert haben und sich nicht wie flüchtige Darmluft bei Windstärke zehn verdünnisieren. „The Choice“ ist höchstens für Freunde der Band, für Sammler, die auch den unwichtigsten Combos Frankreichs hinterher hecheln – und wenn man wirklich die Wahl bei „The Choice“ hat, dann lässt man einfach die Finger davon und unterstützt lieber die Band nebenan im Proberaum, denn Black Horizon würden auch im Ein-Euro-Regal stehen bleiben wie Blei.

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