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Black Hole Generator: A Requiem For Terra

Kein roter Faden
Wertung: 6,5/10
Genre: Black Metal/Industrial Metal
Spielzeit: 38:10
Release: 18.11.2016
Label: Dark Essence Records/ Soulfood

„A Requiem For Terra“ ist das zweite Lebenszeichen des Projekts um Bjornar E. Nilsen, der sowohl als Musiker als auch als Produzent namhafter norwegischer Kapellen (Taake, Helheim) seit einiger Zeit in der Musikbranche mitmischt und somit einige Erfahrung in Black Hole Generator mit einbringen konnte.

Das Album beginnt mit einem langen, doomigen, industriallastigen Einstieg, bevor musikalisch Fahrt aufgenommen wird. Dann bremsen die Norweger wieder ab und führen den Opener schleppend mit dezentem, weiblich anmutendem Sprechgesang untermalt zum Ausklang. Ein netter Start ins Album. Wirklich gelungen – jedoch ist es nur der Einstieg. Was nun folgt, ist der Versuch, das Hörerlebnis auf „A Requiem For Terra“ zu beschreiben. Der dritte Song, „Moloch“, repräsentiert das Album vielleicht am ehesten: Ein simples Motiv zieht sich durch fast zwei Drittel des Liedes und wird mit allerlei gesanglichem Beiwerk (Gekeife, Klargesang im Hintergrund) angereichert, dann bricht Raserei aus, diese wird wieder gestoppt, woraufhin es irgendwie melodiös wird; andererseits aber wirkt es wiederum doch nicht melodiös, was wohl am kalt-mechanischen Industrialsound liegt.

Abgeschlossen wird dann mit musikalischer Raserei. Der darauffolgende Song, „Beneath A Chemical Sky“, beginnt mit beinahe epischem Gesang, der etwas an Primordial erinnert. Kaum ist man zu dieser Erkenntnis gekommen, kehrt man dem Epischen aber auch schon wieder den Rücken, dafür...

Das liest sich hier bestimmt alles etwas konfus, hört sich aber noch viel verwirrender an. Man kann sich beim Hören von „A Requiem For Terra“ auf keine einheitliche Linie einstellen. Nichts hat Bestand, alles wird gleich wieder ganz anders: Gerade noch ein hymnischer Ausklang, folgt dann ein Höchstgeschwindigkeitseinstieg mit krankem Gekreische, wobei man an Anaal Nathrak denken muss. Verwirrend, verwirrend… Die musikalische Basis von alledem ist wohl schon Black Metal, wobei das Endergebnis nur noch sehr wenig mit eben diesem zu tun hat.

Vieles scheint auf „A Requiem For Terra“ erst einmal gar nicht so recht zueinander zu passen, sorgt für gefühltes Durcheinander, lässt vielleicht auch ratlos zurück und kreiert eine leere Endzeitstimmung, die zum Namen der Band und Titel des Albums passt. Womit man aber auch die Stärke des Albums erfasst hätte: Es passiert etwas mit dem aufmerksamen Hörer, was ein eingefleischter, langjähriger Metaler nicht mehr gewohnt ist: Er wird überrascht!

Und vielleicht, aber nur vielleicht, ist dieses vermeintliche Durcheinander und die damit einhergehende Verwirrung ja auch genau so gewollt. Man könnte jetzt auch philosophisch werden und behaupten, dass die vielen verschiedenen, völlig unterschiedlichen Stilrichtungen, welche schnell und unvermittelt aufeinander folgen, auch das Rastlose und Schnelllebige unser gegenwärtigen Zeit repräsentieren. Metaphorisch gesehen würde dann… aber es ist ja nur Musik…

Black Hole Generator ist hier sicherlich ein ungewöhnliches Album gelungen, welches nur schwer Vergleiche zulässt. Zusammenfassend lässt sich die Musik wohl am ehesten als „Kranke Scheiße!“ beschreiben. Ob man die vielen Stil- und Stimmungswechsel als Überraschung oder doch nur als  Konfusion interpretiert, bleibt jedem selbst überlassen.

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