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Black Crucifixion: The Fallen One Of Flames / Satanic Zeitgeist

Muss man nicht haben
keine Wertung
Genre: Black Metal
Spielzeit: 37:18
Release: 14.06.2011
Label: Soulseller Records

Normalerweise schaut man sich als Musikschreiber nicht unbedingt die Artikel von fremden Kollegen im Internet an, bevor man ein Album rezensiert. Im Falle des Doppel-Re-Releases von Black Crucifixion ergab sich das aber recht automatisch – schließlich muss man sichergehen, dass man sich die schlechte Produktion nicht einbildet. Und normalerweise gebe ich auch extrem wenig darauf, was die Kollegen schreiben, im Gegenteil; Platten, die anderswo in ihre Bestandteile zerrissen werden, rotieren bei mir für gewöhnlich wochenlang im CD-Player.

„The Fallen One Of Flames / Satanic Zeitgeist“ wird definitiv nicht zu diesen besonderen Glanzstücken gehören. Erstmal zum Offensichtlichen: Obwohl die Finnen mit „Hope Of Retaliation“ erst ein halbwegs neues Album herausgebracht haben (mit einer Hälfte neuer Tracks und einer Hälfte Liveaufnahmen), dachten sie sich wohl „Alles raus, was keine Miete zahlt“ und legten mit der Doppel-CD „The Fallen One Of Flames / Satanic Zeitgeist“ direkt noch einen drauf. „The Fallen One Of Flames“ bietet die fünf Songs der ersten Demo aus dem Jahr 1991, „Satanic Zeitgeist“ bildet die erste Liveaufnahme der Jungs am 23. August 1991 auf dem Day Of Darkness Festival. Nun kamen ja schon die Liveaufnahmen auf der neuen Platte nicht besonders gut weg (siehe Review), aber was sich auf „Satanic Zeitgeist“ abspielt, spottet jeder Beschreibung: Sänger, Gitarrist und auch sonst Alleskönner Forn grunzt, schreibt, krächzt und quietscht (!) sich und seine Zuschauer (vorausgesetzt, es waren welche da, zu hören sind sie nämlich nicht) in Grund und Boden. Bei Songs wie „Nightmare“ (treffender Titel übrigens) rollen sich einem die Zehnägel nicht nur wegen der schlechten Qualität auf – darüber hätte man noch großzügig hinwegsehen können, da sich hier schließlich um Liveaufnahmen handelt. Aber die Laute, die Forn stellenweise ausstößt, erinnern mehr an eine Katze im Mixer als an Musik – da schrillen einem schonmal die Ohren.

Als wäre das nicht genug, hat man sich nicht mal die Mühe gemacht, die „Fallen One…“-Songs einem Soundmakeover zu unterziehen. Niemand erwartet von einer Neunziger-Black-Metal-Combo einen polierten Sound, aber der Ton der ersten fünf Songs (das Intro vielleicht mal abgesehen) ist wirklich derart schlecht, dass man ihn zumindest ein wenig hätte aufhübschen können. Nicht nur, dass einfach alles zu leise ist (was vor allem dahingehend nervt, weil die folgenden Livetracks auf einmal elends laut aus den Boxen schallen), es knackt und knarrt auch noch an allen Ecken und Enden. Und zwar nicht in der charmant-chaotischen Art und Weise, die viele Schwarzwurzelkapellen sich zu eigen gemacht haben, sondern schlicht und einfach unprofessionell.

„Flowing Downwards“ liefert direkt mal den Beweise, dass BC sich ins eigene Knie geschossen haben – der Track hat ein wirklich interessantes Intro mit dominantem Bass, der aber so übersteuert durch die Boxen wummert, dass einem förmlich das ganze Gesicht vibriert, wenn man die Scheibe etwas lauter aufdreht.

Besser wird’s übrigens nicht mehr: „Goddess Of Doom“ macht seinem Namen mit schleppenden Gitarren zwar alle Ehre, aber der Gesang ist so weit in den Hintergrund gemischt, dass man ihn kaum hört geschweigedenn versteht, obwohl Forn eigentlich eine recht gute Aussprache hat. Bei solch einer Qualität kann man nur froh sein, dass es ein Intro und ein Outro gibt und somit nur drei Tracks und die Liveaufnahmen übrig bleiben.

Fazit: Die Scheibe ist tatsächlich unnötig wie ein Kropf. Fans der Band, sollte es welche geben, werden sich die Alben ohnehin schon zugelegt haben, und da der Sound keine nennenswerten Verbesserungen erhalten hat und eigentlich nicht mal den Namen „Sound“ verdient, kann man sich den Kauf getrost sparen.

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