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Black Crucifixion: Hope Of Retaliation

Unnötige Livetracks, gute neue Songs
Wertung: 5.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 38:15
Release: 22.04.2011
Label: Soulseller Records

Black Crucifixion mögen vielleicht hierzulande eher noch unbekannt sein, mischen aber bereits seit 20 langen Jahren im finnischen Schwarzmetallsektor mit und stellen zum Geburtstag direkt ein neues Album vor - eher halb neu: Neben vier neuen Tracks finden sich auf „Hope Of Retaliation“ außerdem auch Liveversionen älterer Stücke. Dabei lesen sich allein die Line-Up-Wechsel wie die typische Blaupause für eine etwas schrullige Black-Metal-Band: Zu Beginn der Band, 1991 nämlich, führte Sänger und Multiinstrumentalist Forn den Laden alleine, ein Jahr später stieß Basser E. Henrik dazu und erst 2009 beziehungsweise 2010 wurde das jetzige Bandgefüge mit Gitarrist Markus E.R. Kill und Drummer V.S. Scorpius komplettiert.

Dass BC ein bisschen die Old-School-Schiene fahren, dürfte Fans hinlänglich bekannt sein, aber wer jetzt stures Keller-Geknüppel erwartet, wird schwer enttäuscht – der Sound der Jungs ist nämlich weitaus gewöhnungsbedürftiger. Da spielt nicht nur das mal toll klingende, mal absolut unrhythmisch scheppernde Schlagzeug eine große Rolle, sondern auch die teils konfus-verschlängelten Gitarrenlicks. Zusätzlich hat der gute Forn auch noch einen derartigen Hall auf seinem Gesang – der zeitweise wirklich schwerlich als solcher zu bezeichnen ist –, dass man zeitweise nicht weiß, ob der Kerl alleine singt.

Mit dem Fast-Titeltrack „Retaliation“ startet die Scheibe eigentlich noch recht spannend: Zwar hinkt auch hier das Schlagzeug schon ein wenig hinterher, aber das Gesangsecho passt wirklich gut zu der düsteren Stimmung und auch die Gitarren prägen sich recht schnell ein. „Blood Soaked Snow“ haut dann noch einmal in eine ähnliche Kerbe, schlängelt sich aber wesentlich fieser und noch düsterer durch die etwas über vier Minuten Laufzeit. Bedrohliche Gitarrenriffs, denen des Openers nicht unähnlich, treffen auf halb gerufenen, halb geflüsterten Text und verzweifelte Hintergrundschreie, die ein wenig an diverse Depressive-Suicide-Black-Metal-Bands erinnern.

Die Schwelle zwischen neuen Tracks und Liveaufnahmen wird vom fast neunminütigen „Bitten By The Long Frosts Of Life“ bewacht – ein Track, dessen anfangs doomig angeschlagene Gitarren ein derart beklemmendes Gefühl erzeugen, dass man sich das Stück eigentlich kaum weiter anhören möchte; andererseits ist man natürlich begierig, zu erfahren, wie der Song weiter gestrickt wurde. Es findet ein abrupter Wechsel statt zu DSBM-lastigen Melodien, dann stolpert das Schlagzeug in die Szene und Forn ruft heiser seine Texte heraus. Bewerten kann man das Spektakel jetzt fifty-fifty: Einerseits muss man den Jungs ein gewisses Talent fürs Songwriting anrechnen, andererseits hätten die Übergänge gerne fließender vonstatten gehen können.

Die vorhandenen Livetracks sind so eine Sache. Zwar haben Black Crucifixion sich alle Mühe gegeben, einigermaßen gerecht aus ihrer Diskografie auszuwählen und haben tatsächlich vom ersten Demo „The Fallen One Of Flames“ über die EP „Promethean Gift“ und das erste Studioalbum „Faustian Dream“ alle Scheiben berücksichtigt, aber das Livefeeling kommt einfach nicht rüber. Von gelegentlichen Publikumsreaktionen einmal abgesehen (wie beispielsweise beim etwas holprigen „Master Spirit“) könnten die Tracks ebenso gut wenig bearbeitete Studioaufnahmen sein. Das gibt natürlich Abzüge in der B-Note, zumal vor allem Forn nicht unbedingt eine beeindruckende Performance hinlegt - im Gegenteil, der Sänger wirkt weder sonderlich motiviert, noch richtet er ein Wort an das Publikum – und nichts ist schlimmer, als sich eine Band anzusehen, die kommunikationstechnisch genauso gut vor einem Haufen Abfalleimer spielen könnte.

Fazit: Die Livetracks hätten sich die Finnen gerne sparen können, die neuen Songs versprechen aber zumindest interessante Gitarrenparts und einige gute Melodien. Auf mehr als fünfeinhalb Punkte kann das Quartett mit seinem nicht ganz neuen Album allerdings nicht kommen.

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