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Black Country Communion: 2

Fast noch besser als das Debüt
Wertung: 8.5/10
Genre: Classic Rock, Blues Rock
Spielzeit: 64:17
Release: 10.06.2011
Label: Mascot Records

Nur gute neun Monate hat es gedauert, bis die Supergroup Black Country Communion nach dem tollen Debüt „Black Country“ den Nachfolger – in guter alter Siebziger-Jahre-Tradition schlicht „2“ betitelt – hinterher schiebt. Und ganz genau wie die großen Bands der siebziger Jahre leidet auch hier keineswegs die Qualität darunter, vielmehr beweist das exquisite Quartett, dass es auch heutzutage noch möglich ist, trotz kurzer Abstände zwischen zwei Alben keine Schnellschüsse abzuliefern. Klar, das Line-Up mit Sänger und Bassist Glenn Hughes (unter anderem Ex-Deep Purple, Ex-Black Sabbath, Ex-Trapeze), Gitarrist Joe Bonamassa, Tastendrücker Derek Sherinian (unter anderem Ex-Dream Theater) und Drummer Jason Bonham (dem Filius von Led Zeppelin-Schlagzeug-Legende John Bonham) spricht im Prinzip ohnehin für sich, doch auch das Kollektiv der besten Musiker ist bekanntermaßen noch lange kein Garant für starke Alben.

Dennoch ist es dem britisch-amerikanischen Vierer erneut gelungen, bei immerhin elf Songs auf 64 Minuten Spielzeit keinen Ausfall zu produzieren und trotz starker Classic-Rock-Anleihen (insbesondere Led Zeppelin – was Wunder – schimmern immer wieder stark durch) absolut zeitgemäß zu klingen, was in erster Linie am erfrischenden Songwriting liegt. Auch die Produktion von Kevin Shirley ist insgesamt recht knackig ausgefallen, besser als das Gegurke bei Maiden allemal; höchstens den etwas zu aufdringlichen Schlagzeugsound könnte man bemängeln, aber das war ja schon immer Shirleys (der bei BCC übrigens zu einem nicht unerheblichen Teil auch am Songwriting beteiligt ist) größte Schwäche. 

Nichtsdestotrotz: Alle Befürchtungen, eine derart schnell eingetütete zweite Platte könne wohl kaum ganz koscher sein, werden schon mit dem Opener „The Outsider“ hinweggefegt, der ein unheimlich mächtiges und einheizendes Riff bietet – wie aus dem Nichts braten die Gitarren auf den Hörer in fast Zeppelin'scher „Immigrant Song“-Manier ein; keine große Überraschung, dass die Band dieses Stück als erste Single veröffentlichte.

Die Unterschiede zum ersten Album sind beim ersten Hinhören relativ gering, doch befasst man sich näher mit der Materie, wird man schnell feststellen, dass auf der neuen Scheibe das Kollektiv mehr im Vordergrund steht – und damit auch die Songs; es wird schneller auf den Punkt gekommen und weniger exzessiv soliert. Die Spielfreude jedoch ist aber natürlich auch hier zu jeder Sekunde greifbar, und Abwechslungsreichtum wird weiterhin groß geschrieben: Da wird mal hart gerockt wie bei „Smokestack Woman“ oder „I Can See Your Spirit“, während bei „Man In The Middle“ oder dem mit einem fantastischen Ohrwurm-Refrain gesegneten „Save Me“ orientalische Töne angeschlagen werden. „The Battle For Hadrian's Wall“ hingegen ist eine Nummer, die von fluffigen Akustikgitarren aufgelockert wurde und bei der Bonamassa die Lead Vocals übernommen hat, genau wie beim grandiosen „An Ordinary Son“, einer Halbballade, die von der Atmosphäre her ein wenig an den Deep-Purple-Klassiker „Holy Man“ (vom sträflich unterschätzten „Stormbringer“-Album) erinnert.

Selbstverständlich darf der Blues nicht fehlen, denn dass Joe Bonamassa als einer der besten und talentiertesten Nachwuchs-Bluesgitarristen gilt, sollte inzwischen ebenfalls bekannt sein. So glänzt „Little Secret“ denn auch mit einem dramatischen Aufbau (diese Spannungspausen!), melancholischer Gesangslinie und zum Verrückt werden geilem, durchaus an Gary Moore erinnerndem Gitarrensolo des Meisters – ganz großes Tennis! Ganz groß ebenfalls, wie Glenn Hughes, der nun auch schon beinahe 60 Lenze zählt, immer noch singen kann (man achte beispielsweise auf seine überragende Leistung bei „Faithless“).

Mit dem On-the-road-Flair verbreitenden „Crossfire“ (irgendwie muss ich dabei an Bob Seger denken) und der wundervollen Ballade „Cold“, bei der Bonamassa einmal mehr mit großartigem, unheimlich gefühlvollem Gitarrenspiel hervorsticht, wird ein klasse zweites Album der Supergroup – auch wenn Bonamassa diesen Terminus gar nicht gerne hört, da ihm dies zu hochgestochen klingt – beschlossen. Wirklich beeindruckend, innerhalb nicht einmal eines Jahres zwei so starke Platten unters Volk zu bringen – Respekt!

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