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Black Abyss: Possessed

Totgesagte leben eben doch länger
Wertung: 8/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 44:17
Release: 02.11.2012
Label: Apostasy Records

Lange, sehr lange war es ruhig um die Power Metaller von Black Abyss. Ganze acht Jahre sind ins Land gezogen, bevor die Combo nun mit „Possessed“ den Nachfolger zu „Angels Wear Black“ präsentiert. Das Album mit dem inflationär gebrauchten Titel wird also von den Fans sehnsüchtig erwartet und gleichzeitig auch mit viel Argwohn begutachtet werden. Schafft es der Silberling, das letzte, nicht so starke Album zu toppen? Findet die Band zu früherer Stärke zurück?

Dass eine lange Zeitspanne zwischen zwei Alben nicht unbedingt ein großartiges Werk hervorbringt, das musste die Metalwelt kürzlich erst mit dem neuen Wintersun-Album erleben. Andererseits gibt es auch genug Beispiele, die aufzeigen, dass so mancher Band auch nach langer Zeit ein furioses Comeback geglückt ist. Genau das versuchen nun Black Abyss zu erreichen. Hilfestellung soll „Possessed“ geben.

Der allererste Eindruck, der sich dem Hörer vermittelt, ist der der kräftigen und wuchtigen Gitarrenriffs. Ohne zuviel Geschnörksel und mit kräftigen Powerchords donnert der Opener „As Long As I’m Bleeding“ direkt nach einem nachrichtenähnlichen Intro los. Eingängige Melodien rahmen den markanten und sauberen Gesang von Olliver Hornung ein und insgesamt ergeben die Songs ein sehr harmonisches Bild, das nicht an Highlights und Hooklines spart.

In der Regel sind die Lieder im Up-Tempo-Bereich mit typischen Doublebass-Salven und den ebenso genreaffinen Full-Stops und den bereits eingangs erwähnten Power Chords. Das trifft natürlich nicht auf alle Lieder zu. Ein sehr gelungenes Beispiel von „Power Metal mal anders“ ist zum Beispiel die Nummer „Rippers Punch“. Nicht ganz so schnell, dafür aber mit umso mehr Wucht wird dem Hörer der Song um die Ohren gekegelt. Es sind genau diese Stücke wie eben „Rippers Punch“ oder auch „The Grail“, die den Silberling zu etwas besonderem machen und gleichzeitig die Vermutung aufflammen lassen, dass die Band vielleicht nicht ihr ganzes Potential genutzt hat. Es gibt mitnichten irgendwelche Durchhänger auf „Possessed“, aber nur etwas zu selten brechen Black Abyss aus den eingefahrenen Spuren aus und positionieren sich außerhalb der breiten Masse an Power-Metal-Bands. Das Potenzial und das Können, um sich weiter im Licht zu positionieren, wären jedenfalls locker vorhanden.

Die Produktion des Albums ist sehr sauber geworden, der nötige rotzige Dreck, den solch eine Veröffentlichung unbedingt braucht, ist noch vorhanden und die Scheibe klingt nach einem Schlag ins Gesicht. Hier gibt es nichts zu mosern. Der Gesang liegt vielleicht etwas weit im Vordergrund, das ist aber Geschmackssache. Ausgesprochene Genrefans sollten sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, um einmal in den Rundling hineinzuhören. Es gibt jede Menge zu entdecken und musikalisch betrachtet hat „Possessed“ auch einiges zu bieten. Black Abyss liefern einen gekonnten Wiedereinstieg in die Metalwelt ab, der nun hoffentlich nicht gleich wieder zu Ende ist.

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