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Bitterness: Resurrexodus

Old-School-Thrash mit Grenzverkehr
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 39:08
Release: 07.02.2015
Label: G.U.C.

Bitterness sind unverwüstlich, thrashen nun schon seit geschlagenen 14 Jahren durch den heimischen Underground und legen mit „Resurrexodus“ auch schon ihren sechsten Longplayer vor, wobei sie wie gewohnt auch mal die Genregrenzen ein wenig ausloten und nicht vor einigen Melodic-Death-Metal-Einflüssen halt machen. Dabei haben sie einmal mehr auch Abwechslung im Blick, und so gestalten sich die nun folgenden gut 40 Minuten als kurzweilige Beschallung, wo immer wieder auch mal alte Kreator oder auch Destruction durchlugen, oder aber wo sie mit dem Riffmonster „Devastating Rites“ auch ganz gerne im Flotsam And Jetsam-Lager wildern – so viel mal zu den Rahmenbedingungen für alle, die von Süddeutschen noch nichts gehört haben sollten.

In der Vorbereitung zum diesem Album galt es aber erst einmal, mit Thomas Kneer einen neuen Mann am Tieftöner einzuarbeiten. Spötter mögen natürlich gerne rufen, dass doch Bassisten nur marginal am Erfolg einer Band beteiligt sind (naja, Steve Harris, DD Verni, Leif Edling, um mal einige Beispiele zu nennen, beweisen das Gegenteil – Anm. d. Red.) wenn man aber sich die Besetzung der Truppe aus Waldshut-Tiengen genau anschaut, dann bekommt das insofern deutlich mehr Gewicht, als dass Bitterness doch als Trio unterwegs sind.

Abwechlungsreich, so darf man gerne vorliegendes Scheibchen bezeichnen. Zwar haben sich Bitterness dem oldschooligen Thrash verschrieben, wenn man aber schnell mal zu „Lightbringer“ hinüberspringt, so dröhnt einem ein fieser Bastard aus pumpendem Thrash, rasendem Melodeath, aber auch ruhiger, für ihre Verhältnisse schon fast als balladesk zu bezeichende Musik aus den Boxen – hier haben sie also schon drei Komponenten in einem Song verbaut. Und genau diese Passagen sind immer wieder auf dem kompletten Album auszumachen: Da wäre der ebenfalls im  Melodeath wildernde Titeltrack „Resurrexodus“ mit dem teilweise fauchenden Gesang zu nennen, ganz im Gegensatz dazu steht die langsamste, mit reichlich Melodie angefütterte Nummer „Wor(l)d Strangler“ mit fast schon Klargesang.

Schon früh legen Bitterness mit „Re-Liar“ einen ordentlich Punch hin und präsentieren einen aggressiv-schnellen Double-Bass-Treter mit harschen Vocals. Deutlich melodischer, aber nicht weniger durchschlagskräftig fahren sie mit dem eben schon erwähnten, wohl von Flots & Jets inspierten „Devastating Rites“ einen riffgewaltigen Kracher auf, wobei auch „The Cleansing (Of A Dying World)“ mit vielen Tempiwechseln zu überzeugen weiß, weil hier einmal mehr Melodie, ein ruhiger Mittelpart und auch der Blick zum Melodeath wie aus einem Guss klingen.

So inhaltlich aggressiv das Coverartwork mit der Nuklearmacht Jesus seine Botschaft „ausstrahlt“, so lassen die Thrasher Bitterness auf dem Silberling nichts liegen und haben mit „Reurrexodus“ einen Longplayer am Start, der zwar knietief im Thrash Metal verankert ist, gerne aber auch ein paar mal die Grenzen zum Melodeath auslotet und kurzfristig überschreitet. Kurzweilig, knackig, von den Songs bis zur Produktion, dazu auch auf Vinyl verfügbar: da sollten Thrashheads auf jeden Fall zugreifen, wenn sie diese Deutschland-Perle nicht schon längst klargemacht haben.

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