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Bitterness: Memories Of A Dying Past

Wer sich Thrash-Head nennen will, sollte diese Platte haben
Wertung: 8,5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 37:20
Release: 15.04.2017
Label: G.U.C.

Das süddeutsche Thrash-Geschwader Bitterness fühlt sich wohl im Underground. Wobei, so „underground“ kann man nicht sein, wenn man mit Tankard auf Tour geht – aber trotzdem underground genug, um alte Vinylsongs zu neuem Leben zu erwecken, das Ganze auf CD zu pressen und auf knappe 1000 Einheiten zu begrenzen. Eine davon hält die Schreiberin dieser Zeilen in Händen (danke Frank!) und freut sich ob des minimalistischen Artworks, das eher zu einer Schwarzwurzelkapelle passen würde – schwarz in grau, weiße Schrift und im Booklet kurze Infos zu den auf der Tracklist befindlichen Scheibchen; nur schade, dass die damaligen Cover in Winzgröße abgedruckt sind. Drei Bookletseiten mehr hätten doch sicherlich kein allzu großes Loch ins Bandbudget gerissen. Als kleines Schmankerl gibt’s noch eine Doppelseite mit Band- und Tourfotos.

Optisch schon mal ansprechend, wer die Truppe kennt, weiß auch was musikalisch zu erwarten ist: Thrash, Thrash und noch mehr Thrash, gelegentlich kurz aufblitzende Black-Metal-Einsprengsel wie beim Opener „Nighttime Solitude“, auch im Death Metal bedient man sich gerne mal kurzfristig, kurz: Es wird gemischt, was gut knallt. Das machen die vier Herren nun auch schon gute 15 Jahre, da werden das Haar lichter und die Plauze auffälliger, die Musik aber keinen Deut leiser.

Nun also: Gestartet wird der muntere Reigen mit der „Marching Towards Infinity“-EP aus dem Jahr 2004, die seinerzeit auf 500 Vinyl-Einheiten beschränkt wurde. Der musikalische Anspruch war schon vor 13 Jahren ziemlich hoch, nach dem bereits erwähnten „Nighttime Solitude“ heizen „Crimson Serenade“ und das ziemlich düstere Titelstück ordentlich weiter ein bevor „Utopia: Life“ nicht nur namentlich überzeugen kann, sondern auch mit fein bedrohlichen Gitarren und Franks ordentlichem Gekeife zusätzlich Punkte eingefahren werden können.

Scheiblette Numero zwo hört auf den sommerlichen Namen „Withered Sunlight“, war anno 2005 als Split-7" mit Witchburner veröffentlicht worden und, welche Überraschung, ebenfalls limitiert auf 500. Underground eben. Die beiden Bitterness-Songs „Bloodbrothers“ und „Withered Sunlight“ gestalten sich wesentlich mehr am Old School orientiert als die Vorgänger, hier wird vor allem gesanglich mit mehr Hall gearbeitet, gerade „Bloodbrothers“ geht aber überraschend schnell ins Ohr und die Beine.

„As All Beauty Starts To Fade…“ ist nun immerhin auch schon zehn Jahre alt und war damals immerhin 1000 mal zu haben – in lila Vinyl. Kommt der Titel schon recht ungewöhnlich für eine Thrash-Band daher, dürfte die Farbauswahl ebenfalls einige Fans verwundert, wenn nicht verschreckt haben. Und tatsächlich driftet schon der Opener „Fading Beauty“ ein kleines bisschen in die Melo-Ecke ab, beim folgenden „Hatred Is My Virtue“ scheinen die Herrschaften dieses kleine Malheur aber mit besonders fiesem Sound wieder ausgleichen zu wollen. Das finale „Razors“ hat dann bestimmt den mitreißendsten Gitarrenpart der ganzen Platte parat, da bleibt einem gar nichts anderes übrig, als immer mal wieder zum Intro zurückzuspulen, der restliche Song knüpft musikalisch dann irgendwie ein bisschen an die Achtziger an – auch hier natürlich wieder mit jeder Menge Hall und im Refrain dank der super Gitarre dann fast schon tanzbar.

Wer sich als Thrash-Head bezeichnet, kommt an dieser Veröffentlichung eigentlich gar nicht vorbei. Ein Konglomerat bandinterner Perlen hat sich hier zusammengetan und einen schönen Rückblick geliefert auf längst vergriffene und seltene Tracks. Schlichte und ansprechende Optik und die Begrenzung auf 1000 Kopien tun eigentlich ihr Übriges, um die Platte zum Sammlerobjekt zu machen.

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