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Bitterness: Dead World Order

Wer die Platte noch nicht bestellt hat, sollte schnellstens handeln
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal, Death Metal
Spielzeit: 42:28
Release: 15.05.2020
Label: G.U.C.

19 Jahre Bitterness, das muss man erst mal sacken lassen. 2001 hatte sich die süddeutsche Thrashcombo mit Death-Einschlag gegründet, quasi sofort mit den CD-Veröffentlichungen angefangen und zuletzt mit „Memories Of A Dying Past“ vor drei Jahren alte Stücke wieder aufleben lassen. Das letzte reguläre Album „Resurrexodus“ kam entsprechend schon 2015 in die Regale – Zeit für was Neues, Zeit für „Dead World Order“.

Der Titel könnte derzeit passender nicht sein, die Stimmung ist entsprechend düster gehalten, wie man es von Bitterness aber auch nicht anders erwartet hätte. Das Trio bolzt sich munter durch neun Songs mit so optimistischen Titeln wie „Darkest Times“, „Idiocracy“ oder „Let God Sort ‘Em Out“, Sänger Frank keift in bester Thrashmanier und auch der Sound bringt ordentlich Druck mit. Hier stehen schon mal alle Zeichen auf Sturm und Nackenschmerzen, denn Stoff zum Headbangen bieten die Männer aus der Schwarzwaldregion hier mehr als genug.

Da kann der Titeltrack mit seinen düsteren Instrumentalpassagen schon auf ganzer Linie überzeugen, beim flotten „None More Black“ wurde der Gesang dann mit dezentem Hall versehen und gleitet somit beinah ein bisschen in schwarzmetallische Gefilde ab, was der Band aber erstaunlich gut zu Gesicht steht – nimmt man noch die epische Gitarre dazu, hat man einen Song vorliegen, der Bitterness nahezu perfekt verkörpert. Da kann man sich auch begeistern, wenn man in seiner Freizeit eher selten den klassischen Metalstilen huldigt – Chapeau!

Da kann man es im Nachhinein fast schon als Fehlentscheidung bezeichnen, dass die Truppe „A Bullet A Day“ als erste Single ausgewählt hat, einen zwar flotten und soliden Song, der alle Trademarks der Band beinhaltet, aber auch fast schon zu klassisch daherkommt und nicht mit solch genialen Schmankerln aufwarten kann wie beispielsweise das erwähnte „None More Black“. Ein feines Stück zum Headbangen ist der Track aber allemal und wird die Old-School-Thrash-Gemüter sicherlich begeistern.

Stehen sonst eher die Gitarren im Vordergrund, darf sich bei „Let God Sort ‘Em Out“ auch mal das Schlagzeug von seiner dominanten Seite präsentieren, was natürlich nicht bedeutet, dass der Song keine flirrenden Gitarren sein Eigen nennen darf. Mit perfekt getimten Vocals und bedrohlicher Atmosphäre schafft der Song es mühelos auf die Liste der Anspieltipps – ähnlich wie das fast schon ohrwurmige „Blood Feud“, bei dem Bitterness in bester Metaltradition dem Blood God huldigen.

Unterm Strich ist genau das herausgekommen, was man von dem Trio erwartet hatte: Ein starkes, flottes Album, das Old School und New School zusammenbringt, ohne bemüht oder langweilig zu wirken und das nach 19 Jahren immer noch eine Band zeigt, die Spaß an der Sache mitbringt. Auch wenn die aktuelle Situation Verzögerungen mit sich bringt: Ich freu mich schon wahnsinnig auf meine Vinylversion.

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