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Big Session: Volume 1

Stimmung in einer persönlichen Umgebung
Wertung: 7.5/10
Genre: Folkrock
Spielzeit: 0:0
Release: 20.09.2004
Label: Westpark Music

Die Spontanität und Umgebung einer persönlichen Session sollte auf CD gepresst werden. Eine schwierige Aufgabe, und da die Umsetzung von vierzehn Musikern ausgeführt wird, kann man Befürchtungen bei der Umsetzung haben. Diese setzt sich aus Folk/Rock und Alternative Country zusammen, was durchaus einen fruchtbaren Untergrund liefert.

Ich habe zuerst immer nach dem Bandnamen gesucht, bis ich dann begriff, dass The Big Session nicht der Name dieser Scheibe, sondern das Synonym ihrer Interpreten darstellt. So geben sich diese vierzehn Musiker alle Mühe, diesem Namen auch gerecht zu werden, was sie in Sachen Bandgröße auf jeden Fall schon mal gut erfüllen können. Denn hier haben sich Musiker aus verschiedenen, jedoch artverwandten Bereichen zusammengefunden. So ist der generelle Stil ein von Geigen und Gitarren getragener Folk, der jedoch immer die verschiedenen Quellen seiner Künstler aufleuchten lässt. Da wären also zuerst die Oysterband zu nennen, die mit fünf Leuten einen guten Teil dieses Orchesters ausmacht. Sie kommen aus dem Bereich des Folk, oder besser noch des Celtic Rock, und somit besteht ein guter Teil der Lieder aus englischen (teils irischen) Traditionals. Da auch die beiden Herren von Show Of Hands ihr Repertoire in englischem Boden wurzeln lassen, ist der hohe Anteil an britannischem Liedgut sehr wohl nachvollziehbar. Doch da alle Musiker auch bei der Auswahl der Lieder mitgewirkt haben, sind auch Stücke wie das von Joy Devision gecoverte "Love Will Tear Us Apart" vertreten. Gerade dieser Mix aus freudigen, tanzbaren, und verzweiflerisch tristen Songs macht diese Scheibe zu einem besonderen Ohrenschmaus. Voraussetzung ist jedoch nur, dass man sich mit englischem Folk und dessen elektrisierter Form anfreunden kann. Denn obwohl das Paar von The Handsome Family aus Amerika stammt, und ihre Form des Alternative Country/American Gothic mit einbringt, ist doch ein Großteil der Lieder im Bereich Folk(-rock) einzuordnen.

Sehr interessant an der Besetzung ist auch die Verteilung der "Aufgaben", sprich der Instrumente und Stimmen. So ist jedes Mitglied bei Gesangspassagen mit eingespannt. Und mit dieser Fülle an Streichinstrumenten ist auch der Grundstein für einen opulenten Soundteppich gegeben, der jedoch nie überzeichnet wird, sondern immer in angemessenem Rahmen ausgenutzt wird. Dieser Haufen von Musikern hat eine Verbindung von verschiedensten Grundsteinen der Musik zusammengesetzt, und schaffte somit eine Zusammenstellung, die für jeden etwas zu bieten hat. Folk, Rock und Alternative Country (im Sinne Johnny Cash's) werden hier in einer angenehmen Live-Atmosphäre präsentiert. Da die Stimmung jedoch immer wieder geschickt hin- und her gelenkt wird, erkennt man oft erst nach dem zweiten oder dritten Hören Stücke wie "John Barleycorn" (bekannt durch Jethro Tull) und "Love Will Tear Us Apart", oder das irische "Factory Girl" wieder.

Alles in allem kann man diesem Live-Projekt jedoch zu einer gelungenen CD gratulieren, die einem angenehme Stunden bereiten kann, durch Einfallsreichtum und das gewisse Maß an gutem Verhältnis zwischen Musiker und Instrument; oder wichtiger noch: Mitmusikern. Denn die Leute haben ihre Mission, die Stimmung einer persönlichen Umgebung einzufangen, in natürlich gelassener Weise erfüllt.

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