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Bif Naked: Superbeautifulmonster

Pures, knackiges und lebendiges Rockalbum
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Hard Rock
Spielzeit: 45:26
Release: 19.05.2006
Label: Bodog Music

Ungerechtfertigt lange hat es gedauert, bis nun auch die in Kanada äußerst erfolgreiche Rocksängerin mit dem klangvollen Namen Bif Naked auch in unseren Breitengraden die berechtigte Aufmerksamkeit zu teil wurde: “Superbeautifulmonster“ ist das nun insgesamt fünfte Album seit der Bandgründung im Jahre des Herren 1995. Der große Durchbruch ließ auch nicht allzu lange auf sich warten und im Jahre 1998 schoss beispielsweise die Hit-Single “Spaceman“ (vom Album “I Bificus“) prompt auf Platz 1 der kanadischen Charts.

Seither stand sie international mit vielen bekannten Größen des Hard Rock Geschäftes zusammen auf der Bühne. Ob nun mit Green Day, Foo Fighters, The Cult, Metallica oder Kid Rock: Für die sportbegeisterte Sängerin (u.a. BMX, sowie Skate- und Snowboard) hat laut eigener Aussage „die perfekte Welt 365 Rockshows im Jahr“ zu bieten. Und dabei ist es ihr sehr wichtig, dass sie möglichst nahe und lange mit ihren Fans zusammen sein kann.

Sie liebt es wie nichts anderes auf der Welt, ihre intimen Gefühlswelten (von gebrochenen Herzen, über den Sinn des Erdenlebens und der puren Freude am Musik machen) mit ihren Fans und Anhängern zu teilen. Eine Tatsache, die vielleicht daher rührt, dass die junge Bif bereits als Neugeborenes Vollwaise wurde: Im indischen Neu Delhi geboren (ihr Vater Inder und die Mutter Kanadiern) und sogleich nach der Geburt zur Adoption freigegeben, hatte Bif das Glück, von einer amerikanischen Missionarsfamilie aufgenommen zu werden und auf den gebürtigen Namen Beth Hopkins getauft zu werden.

Da es die Familie aber nie allzu lange an bestimmten Orten und Plätzen aushielt, verbrachte Bif ihre Jugendzeit u.a. in Staaten wie Minnesota, Kentucky und Manitoba. Bevor sie letztendlich in Vancuver ihre endgültige Heimat fand.Neben ihrer Musik- und Sportbegeisterung studierte sie ausgiebig die Bereiche Philosophie und Weltreligionen. Seit 1995 ist sie zudem strickte Veganerin und ein großer Fan von Tattoos (von denen sie selbst über 30 Stück am eignen Leibe besitzt). Die Frau mit den großen, leuchtend grünen Augen (und einer Frisur, die Betty Page wirklich alle Ehre macht) ist zudem auch seit einer ganzen Weile Chefin ihres eigenen Labels namens “Her Royal Majesty Records“, dessen Maskottchen in diesem Falle nichts anderes als eine funkelnde Königskrone sein kann.

Doch kommen wir nun zum vorliegenden Longplayer “Superbeautifulmonster“. Dieser enthält 13 Songs, die Bif Naked von 50(!) fertigen Tracks heraus pickte. Geboten wird hierbei als musikalischer Schwerpunkt vor allem natürlich eingängiger Rock ´n´ Roll Sound. Der ja nach individueller Stimmungslage mal zum Feiern anregt (“´Let Down“ und “Yeah, you“), aber auch nachdenklich stimmt (“Everyday“ und “The World Is Over“) und letztendlich ebenso tief in das zerbrechliche Herz seiner Protagonisten Blicken lässt (“Henry“ und “After A While“).

Dass dieser ziemlich schwierige Spagat an Grundstimmungen und Gefühlsebenen auch ohne falsche Heucheleien und Theatralik von statten gehen kann, weiß die sympathische und charismatische Sängerin gekonnt an den Tag zu legen: So hat man trotz einiger (berechtigter!) melancholischer Momente in ihren Songs nie das Gefühl, als wolle man den Zuhörer zu künstlichen Tränenbächen zwingen. Bif Naked versteht es wahrlich immer geschickt, noch mal rechtzeitig die Handbremse anzuziehen oder (wie es ihr eigentlich am liebsten ist) mit gekonnter Selbstironie und Wortwitz die Stimmung immer recht weit oben zu halten. Und dass es Miss Naked auch richtig deftig krachen lassen kann, beweisen u.a. der fulminante Song “The Quest Song“ oder die Ohrwurm-lastigen Up-Tempo Nummern “Abandonment“ und “Funeral Of A Good Girl“.

Dass Bif eine wahnsinnige große Verehrerin von den Metal-Heroen Metallica ist, beweist sie mit der unglaublich gut gelungenen Coverversion des unsterblichen Meilensteins “Nothing Else Matters“. Bif Naked hierzu: „Das ist das schönste Liebeslied der Welt!“ ...und wer diese Neuinterpretation erst einmal selbst gehört hat, wird ihr nur beipflichten können: Nämlich nahezu 1:1 und mit sehr viel Liebe zum Detail, hat man Metallica einen Tribut gezollt der wahrlich nicht besser hätte sein können. Bitte Taschentücher vor dem Hörgenuss bereitlegen. Und keine Angst: Danach darf dann auch wieder ordentlich (mit Leib und Seele) abgerockt werden.

Somit bleibt letzten Endes also nur noch zu vermerken: Wer auf melodiösen, treibenden, (textlich) anspruchsvolleren und abwechslungsreichen Hard Rock mit reinem Frauengesang steht, sollte in jedem Falle zugreifen! Denn etwas Besseres (oder zumindest Vergleichbares) wird man so schnell bestimmt nicht finden. Eben ein pures, knackiges und lebendiges Rockalbum, nahezu ohne Ecken und Kanten!

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