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Beyond Orcus: The Art Of Rebellion

Ein ordentlicher Einstand
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 38:44
Release: 07.03.2014
Label: Eigenproduktion

So lange gibt es sie noch gar nicht, die Coburger Thrasher Beyond Orcus. Gegründet 2009, hat die Band sich erst einmal live einen Namen gemacht, bevor 2013 das erste Album in Angriff genommen wurde. Nun ist die Platte auf dem Markt und soll hier einmal beleuchtet werden.

Der Thrash Metal war eine ganze Zeit lang nicht mehr sehr beliebt. Einige Bands hielten die Fahne zwar noch hoch, aber so ein Hype wie in den Achtzigern wurde seitdem nie mehr erreicht. Auch heute ist diese Aussage noch gültig. Trotzdem erwacht diese Spielart seit einiger Zeit wieder zu einer dritten Welle, die vor allem von jungen und kreativen Bands getragen wird und auf dieser Welle schwimmen Beyond Orcus mit. Wenn auch bestimmt nicht absichtlich.

Die Platte bietet elf Songs, die allesamt zueinander passen. Nach dem Intro „The Rising“ knüppeln die Coburger mit „Lambs To Mars“ gleich richtig los. Der Song hat eine griffige Hookline und geht schnell ins Ohr. Auffällig ist, dass bei den ersten Liedern der Gesang relativ monoton daherkommt. Blöderweise gibt die Gruppe gleich drei ihrer Mitglieder als Schreihals an und somit ist es jetzt nicht möglich, den richtigen mit dieser Kritik zu erwischen. Tatsache ist aber auch, dass der Gesang mit zunehmender Laufzeit der Platte immer abwechslungsreicher wird und vor allem die letzten drei Lieder haben in dieser Hinsicht richtig was zu bieten.

Die Musik ist sehr vielschichtig und hier kann die Combo auch richtig punkten. Richtig vergleichbar mit einer anderen Band ist die Formation nicht, aber es lassen sich durchaus Parallelen zu Dust Bolt und Overkill (nur als Exempel) erkennen. Doch kann man der Band durchaus eine melodische Nuance nachsagen. Nicht umsonst nennen sie ihre Musik selber Melodic Thrash Metal. Wie beim Gesang ist es auch hier so, dass vor allem die Stücke auf der zweiten Hälfte der Scheibe den Zusatz „Melodic“ verdient haben. Die ersten paar Nummern geben erst mal richtig Gas und mit der Zeit wird es immer melodiöser. Wer jetzt aber meint, dass Beyond Orcus mit diesem Prozess auch ruhiger oder gar weicher werden, der irrt gewaltig. Die Band versteht es gut, mit Emotionen und Stimmungen zu spielen. In einem Moment ist die Musik eher gefasst und vorhersehbar und im nächsten Moment verwandelt sie sich in pure Raserei und geballten Hass oder Aggression. Belächeln lassen müssen sich die Jungs also sicher nicht.

Trotzdem gibt es natürlich ein paar kleinere Momente, an denen man Kritik üben muss. Der Gesang war oben schon an der Reihe. Wobei man klar sagen muss, dass, wer immer die Songs singt, kein schlechter Vokalist ist. Das Dargebotene ist einfach nur ein bisschen zu monoton. Weiter hinten klappt es ja auch ganz ordentlich. Musikalisch könnte man sagen, dass sich die Formation gar nicht in eine Schublade stecken lässt. Das aber ist ja keine Kritik, sondern ein Lob. Als letzte Rettung für den pflichtbewussten Kritiker bleibt der Sound, der doch etwas dumpf und überkomprimiert ist. Dieses Argument ist aber auch nur sehr schwach, denn immerhin hat die Gruppe die Platte selbst produziert und dafür, dass die Scheibe die Debütplatte ist, klingt das Teil ganz ordentlich.

Beyond Orcus haben mit ihrem Erstlingswerk nicht den Stein der Weisen gefunden, aber sie legen ordentliche Handwerkskunst vor. Die Band hat gute Ideen und weiß diese auch umzusetzen. Thrash-Fans, die nicht unbedingt immer die Vollbedienung brauchen, sollten hier unbedingt mal reinhören.

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