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Between The Buried And Me: Colors

Drogen - die erste und einzig richtige Assoziation zu dieser Scheibe
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Metalcore
Spielzeit: 64:9
Release: 18.09.2007
Label: Victory Records

Drogen! Die erste und einzig richtige Assoziation zu dieser Scheibe, einfach nur Drogen!

Between The Buried And Me aus North Carolina haben gänzlich ohne Wertung ein gehöriges Ding an der Waffel. Diesen Cocktail verschiedenster Musikrichtungen zu beschreiben ist schon eine Wissenschaft für sich. Man könnte den Tritt aufs Eis wagen und „Colors“ als einen Mix aus Progressive Metal, Psychedelic Rock, Mathcore und einigen sehr kranken Country- und Jazz-Versatzstücken beschreiben. Wer also nicht auf ungewöhnliche, progressive, verrückte, verfrickelte, hochmelodische, aggressive, fröhliche, unterhaltsame und auch manchmal ein klein wenig eingängige Musik steht, der braucht nicht weiterzulesen. Denn der fünfte Streich der Amis (der vierte allerdings war ein reines Cover-Album) vereint genau diese Attribute und baut damit ein unverwechselbares Ganzes.

Die zwei ersten Stücke gehören thematisch zueinander und das Gebilde startet ganz seicht mit Piano und Gesang. Ein wenig interessanter wird es dann nach einer Minute, denn dann kommen auch die Rockinstrumente zum Einsatz und bereiten ganz langsam auf das Folgende vor. Dann: Ein schreiender Mensch, Double Bass – yeehaa, los geht's! Moshpart gesellt sich an Moshpart, bis dann eine extrem helle Gitarre einen ruhigen Teil beschließt und diesen untermalt. Zu diesem Zeitpunkt sind Zigaretten und Alkohol schon gut mit dabei. Aber bisher gab es ja auch noch nichts extrem Außergewöhnliches zu berichten, von den kleineren und größeren Gitarrenfrickeleien und dem Mini-Jazz-Teil einmal abgesehen.

Episch, mit Gong und Tribal-Drumming wird der dritte Track eingeläutet. Eine nette Basslinie animiert zum Drehen des ersten Joints. Auf die östlichen Gitarrenmelodien antwortet man wieder mit schönen Breaks und viel Getrümmer. Das kurze Anfangszitat kann den Song aber auch nicht aufhalten und weiter geht’s mit Hardcore vs. Metal.

Das erste Lied, welches die 10-Minuten-Marke knackt, heißt „Sun Of Nothing“. Es geht um den alltäglichen Realitätsverlust ... wie wahr, wie wahr. Wie sieht es aus mit ein wenig Speed? Man muss ja durchhalten! Hintergrundchöre, Chaos-Getrümmer und Mike Patton-Attitüde münden in einem durchaus kranken Kindergartenpart. Trotz undurchsichtiger Songstrukturen und scheinbar willkürlich gezockten Versatzstücken brennen sich einige Melodielinien verdammt penetrant ins Hirn. Die zweite Hälfte des Tracks jedenfalls ist generell ein bisschen ruhiger und kommt auch mit ein wenig Loungemusik daher, ebenfalls garniert mit einem Zitat vom Anfang.

Das nächste Bombast-Werk schlägt mit 13 Minuten zu Buche und hat eher etwas von progressivem Power Metal mit Shouter am Mikro. Als ob das so bleiben würde... Eine Hammondorgel, getreu dem Motto „Darf's noch etwas LSD sein?“ passt auch wunderbar ins herrlich chaotische Gesamtbild. Bekannte „laut gegen leise“- und „schnell gegen langsam“-Spielchen finden auch bei „Ants Of The Sky“ genug Verwendung. Der Höhepunkt dieses psychedelischen Trips findet sich aber in der Country-Western-Bar-Einlage ganz am Schluss und man fragt sich, ob die Musiker überhaupt noch etwas im Kopf haben bei so viel kreativem Output.

Bei jeder gewöhnlichen Metalcore-Band wäre man geschockt, wie melodisch dieser Titel doch daherkommt, bei Between The Buried And Me gehören diese ausufernden Melodiebögen zum täglich Brot. Technisch hat das Quintett also gehörig was auf dem Kasten, keine Frage. Auch hier schleicht sich wieder ein gute Portion Chaos ein und auch der verzerrte Gesang kommt neben den kreativ verzerrten Gitarren gut zum Ausdruck. Hier ist wohl eine Pille Ecstasy gefragt, um durchzuhalten. Aber kein BTBAM-Song ohne kranke Wendung. Ein Piraten-Stück inklusive Seemannsorgel schiebt jegliche Realitätsnähe beiseite und die Unterschrift auf dem Papier, welches den Musikern die Schizophrenie und die Paranoia bescheinigt, sollte zu diesem Zeitpunkt schon zum dritten Mal nachgezogen worden sein.

Ruhe und Erholung – endlich! „Viridian“ ist nach so viel Progressivität aber auch dringend nötig. Also schnell die Magic Mushrooms geschnitten und ab dafür – die Halluzinationen warten schon.

Ein letztes Aufbegehren, bevor die Musiker unter Erschöpfung vollends zusammenbrechen, stellt das vierzehnminütige „White Walls“ dar. Technischer Todesstahl leitet den Song würdig ein, bevor die Fahrt dann wieder in wilde Metalcore-Gefilde mit leichter Chaos-Atmosphäre driftet. Trotz des Chill-Out-Parts in der Mitte, entwickelt sich dieser Track zu einem echten Nackenbrecher, welches seiner Gleichförmigkeit und einigen Heavy Metal-Verneigungen zuzuschreiben ist. Auf das Ende zugehend holen die Gitarristen noch einmal alles aus ihren Fingern heraus und die Soli selber lohnen als würdiger Drogenersatz – wow! Mit einem Piano-Outro geht dann aber auch das verrückteste Album seit langem zu Ende.

Eine Zusammenfassung ist, wie vorher schon erwähnt, nahezu sinnlos. So facettenreich und innovativ, so krank und doch so nachvollziehbar, so psychedelisch und gleichermaßen extrem, das muss man hören. Es wird definitiv nicht jedem gefallen und wer keine Zeit mitbringt, sie dieser Platte zu schenken, der sollte gar nicht erst hineinhören. Unbeschreiblich und berauschend!

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