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Bettie Ford: Jetzt geht's los!

Rotzrock geht auch ohne Elchtest
Wertung: 7.5/10
Genre: Rock/Punkrock
Spielzeit: 58:23
Release: 26.11.2010
Label: Alive

Als sich Bettie Ford 1998 gründen, um mit handgemachtem Punk'n'Roll nach schwedischer Art ihren Vorbildern nachzueifern, haben sie vermutlich nicht träumen lassen, dass sie eben diese einmal überleben sollen. Zwölf Jahre und zwei Alben später stehen die vier Kölner nach wie vor im Ring, während Turbonegro, die Hellacopters und so einige weitere das Handtuch geworfen haben. Auf jeden Fall ein Anlass, optimistisch an die dritte Platte ranzugehen, die deshalb auch den klangvollen Titel „Jetzt geht's los!“ verpasst kriegt.

Bis es auch mit dem Opener „Sucker 4 Love“ so richtig los geht, muss man allerdings erst einmal ein kurzes gesprochenes Intro ertragen, das mal wieder den Tod des Rock'n'Roll verkündet, bis endlich koppelnde Amps dazwischenfunken und Bettie Fort gut gelaunt durchstarten. Laut, schnell, partytauglich, kurz: ein toller Einstieg, ganz wie man ihn sich wünscht. „Can't Let Go“ knüpft da nahtlos an und legt noch eine Portion Eingängigkeit oben drauf. Der Track profitiert vor allem von seinen mehrstimmigen Gesangspassagen, die ihm Dichte und Drive verleihen.

Wer jetzt den Eindruck hat, dass das alles nichts Neues ist und es vermutlich auch nach dem Abtreten der Großen immer noch einige Hundert Bands gibt, die Ähnliches fabrizieren, liegt völlig richtig. Den Rotzrock erfinden Bettie Ford natürlich kein Stück neu und sicherlich gibt es auch Dutzende Bands, die das gleiche Zeug besser, glaubhafter und spannender spielen können. Was die Jungs aber sympathisch und interessant macht, ist ihr Sinn für Humor, den sie auf „Jetzt geht's los!“ großzügig einfließen lassen. Absolutes Highlight in diesem Sinne: „I Can't See My Amp From Here“. Mit anschaulichem und urkomischem Storytelling beschreibt der Track die Suche des Sängers und Gitarristen nach seiner Band und seinem Verstärker, die ihm im Suff mal wieder abhanden gekommen sind.

Und wo sie grad schon mal so schön albern sind, schieben Bettie Ford gleich noch „Im Schimmer des Seidenglanz“ nach – eine Volksmusik-Parodie, an der Helge Schneider seine helle Freude haben dürfte. Das halbminütige Stück fungiert auch gleich als Intro für „Good Luck To You (Der Neumann)“, womit die Band zum Tagesgeschäft zurückkehrt und weiter drauflos rotzt. Allerdings nicht allzu lange, denn mit „Heroes“ wirft sich ein Bremsklotz in Form einer schleppenden, pathosgeladenen Rockballade ins rauchende Fahrwerk der Platte. Hier wird zwar stark an der Grenze zum Überladenen gekratzt; der mit Marschtrommeln unterlegte, hymnische Refrain weiß aber zu versöhnen.

Kurz vor Schluss haut man dann noch den Ohrwurmgaranten „Judge Me“ raus. Textlich zwar nicht sonderlich einfallsreich, dafür mit umso höherem Mitsingfaktor gesegnet. Noch kürzer davor verbreitet „Silver Lining“ ein letztes Mal hymnische Stimmung mit wohldosiertem Pathos. Obwohl die Tracklist dann offiziell abgegrast ist: Es lohnt sich, die Scheibe noch ein paar Minuten länger im Player zu behalten. Andernfalls bliebe der akustische, in seiner Intimität und Schlichtheit großartige Hidden Track völlig ungehört. Denn auch wenn Bettie Ford auf „Jetzt geht's los!“ vorrangig kräftig und gekonnt auf den Putz hauen – sie können offensichtlich auch ganz anders.

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